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UDI

Nachhaltig finanziert

UDI-Solarpark Obernzenn © UDI

Solarpark in Obernzenn.

Der Pionier für nachhaltige Kapitalanlagen setzt verstärkt auf energieeffiziente Immobilien.

Vor 20 Jahren gründete Georg Hetz die UDI Beratungsgesellschaft mbH (Umwelt Direkt Invest) in Nürnberg. Heute sieht sich der Finanzdienstleister als führender Anbieter für die Emission und Vermittlung von nachhaltigen Kapitalanlagen. Seit der Gründung wurden rund 17 500 Anleger gewonnen, die der UDI fast 540 Mio. Euro anvertrauten, um damit nachhaltige Projekte im Bereich erneuerbare Energien zu finanzieren. Weit über 500 Windkraft-, Photovoltaik- und Biogasanlagen konnten mit diesem Kapital errichtet werden, die Summe der damit angestoßenen Investitionen belief sich auf über 1,3 Mrd. Euro. Im Jahr 2013 stieg UDI zudem in die Finanzierung von energieeffizienten Immobilien (Green Buildings) ein: Das erste Projekt in diesem Geschäftsfeld war der „FrankenCampus“ an der U-Bahn-Station Frankenstraße, in dem die UDI auch ihren Sitz hat.

Nun gab der Finanzdienstleister, der 68 Mitarbeiter beschäftigt, zwei wichtige Weichenstellungen bekannt: Zum einen übergibt Gesellschafter Georg Hetz (66) die Geschäftsführung an Stefan Keller und Axel Kampmann. Die Gesellschaftsanteile wird er schrittweise an Stefan Keller abgeben, der seit 2016 im UDI-Führungsteam ist. Zum anderen werden sich auch die geschäftlichen Schwerpunkte verändern: Die erneuerbaren Energien werden in Zukunft eine weit geringere Rolle spielen, weil Windkraftanlagen wegen der strengen Abstandsregelungen kaum mehr errichtet und weil große Solarparks von Großinvestoren dominiert werden. Deswegen wird UDI vor allem kleinere Solaranlagen (z. B. auf Dächern von Supermärkten und Betriebsgebäuden) und wie bisher Biogas-Anlagen finanzieren.

Zum wichtigsten Geschäftsfeld sollen jedoch energieeffiziente Immobilien mit höchsten ökologischen Standards werden, die bereits 60 Prozent zum aktuellen Neugeschäft beitragen. Konkret geplant sind zwei große Wohnbauprojekte in Roth und in Mimberg – jeweils mit einem ganzheitlichen Energiekonzept, besonderen Angeboten für ältere Bewohner sowie Carsharing und Ladestationen für Elektroautos. In Planung sind außerdem Gewerbeimmobilien- und Hotel-Projekte – beispielsweise im Gewerbegebiet Hansa-Park am Nürnberger Fernmeldeturm, wo Büro- und Verwaltungsgebäude, Hotel, Boarding-Haus und Parkhaus entstehen sollen. Mit diesem Portfolio sehen sich die neuen Geschäftsführer Keller und Kampmann gut aufgestellt angesichts des „Anlagenotstands“, der viele UDI-Kunden umtreibe. Diese verfügten teilweise durch Erbschaften oder ausbezahlte Lebensversicherungen über stattliche Vermögen, für die sie angesichts niedriger Zinsen alternative Anlagen suchten.

UDI-Gründer Georg Hetz hat sich bereits weitgehend aus dem operativen Geschäft zurückgezogen, wird aber noch maßgeblich an den beiden Wohnbauprojekten in Roth und Mimberg mitarbeiten. Der gelernte Bankkaufmann, der seit 1968 bei verschiedenen Banken tätig war, hatte schon vor der UDI Akzente in der Branche gesetzt: 1989 gehörte er zu den Mitbegründern der Nürnberger Quelle-Bank, Mitte der 90er Jahre gründete er die Umweltbank in Nürnberg mit, die zu den Pionieren bei der Finanzierung von ökologischen Projekten gehört. Im Jahr 1998 entschloss er sich dann, zusammen mit Partnern aus der Windbranche die UDI zu gründen. Seine damalige Motivation beschreibt er so: „Ich wollte meinen Kindern ein Vorbild sein und nicht tatenlos zusehen, wie wir Menschen unseren Lebensraum zerstören.“ Deshalb habe er sich für die Selbstständigkeit entschieden, um auf diese Weise frühzeitig die Energiewende mit anzuschieben.

 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 11|2018, Seite 74

 
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