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IHK-Informationen

Der Countdown zum Brexit läuft

Die Uhr für den Brexit tickt: Am 31. Dezember 2020 endet die Übergangsphase, in der noch das EU-Recht für das Vereinigte Königreich gilt.

Formell ist das Land aber schon seit 1. Februar 2020 kein EU-Mitglied mehr. Die IHK Nürnberg für Mittelfranken bietet umfangreiche Unterstützungsleistungen, um Unternehmen mit Geschäftstätigkeit in Großbritannien bei der Vorbereitung auf den Brexit zu begleiten. 

Viele Fragen zum Brexit sind noch offen: Wie wird sich der Warenverkehr ab dem 1. Januar in der Praxis gestalten? Wird Großbritannien zu einer Art Singapur an den Grenzen der EU? Welche Zertifizierungsvorschriften gelten künftig für Export- und Importprodukte? Das IHK-Brexit-Team berät seit Langem intensiv über wirtschaftliche Fragen des EU-Austritts und bietet eine Reihe von Informationsveranstaltungen an. Sehr gefragt war in der zweiten Jahreshälfte die Webinar-Reihe „Ready for Brexit“ der bayerischen IHKs, bei der es u. a. um die Themen Dienstleistungsverkehr, Steuerrecht, technische Standards, Datenschutz sowie Transport und Logistik ging.

Der IHK-Geschäftsbereich International hat einen "IHK-UK-Desk" eingerichtet, der dem Vereinigten Königreich weiterhin ein besonderes Augenmerk schenken wird. Die Themenpalette ist breit gefächert und umfasst auch die Vermittlung von Geschäftspartnern über die Deutsch-Britische Industrie- und Handelskammer in London sowie die Ansprache von potenziellen Investoren und auch Fachkräften.

Denn auch nach dem Brexit bleibt Großbritannien ein wirtschaftliches Schwergewicht mit großer Bedeutung für die mittelfränkische Wirtschaft. Gemessen an der Anzahl der Geschäftsverbindungen belegt die Insel Platz 6 unter den Partnerländern der regionalen Wirtschaft. Von den 2 500 Mitgliedsunternehmen der IHK Nürnberg, die außenwirtschaftlich aktiv sind, unterhalten 822 Export- und Importkontakte zu Partnern im Vereinigten Königreich. 113 sind dort längerfristig mit Niederlassungen, Produktionsstätten oder Joint-Ventures vertreten.

Auch nach dem Jahreswechsel gilt es für Unternehmen der Wirtschaftsregion Nürnberg, Geschäftsmöglichkeiten auf den britischen Inseln zu identifizieren und dieses Potenzial zu heben. Chancen bieten sich beispielsweise in den Bereichen Gesundheitswesen und Energiewirtschaft, in denen die britische Regierung große Investitionen plant. Auch in anderer Hinsicht könnten die Karten neu gemischt werden: Weil das britische Pfund unter Druck gerät, wird Großbritannien als Beschaffungsmarkt womöglich noch interessanter.

Auf der IHK-Homepage sind auf einer Info-Portal zum Brexit umfassende Informationen verfügbar. Einige der Themen: Recht, Steuern, Transport und Logistik, Warenverkehr und Zoll, Finanzdienstleistungen und Wechselkurs. Außerdem gibt es auf der Website eine Brexit-Checkliste und nützliche Links.

 

 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 12|2020, Seite 39

 
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