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Öffentlicher Nahverkehr

Trotz Corona sicher zur Arbeit

VAG-U-Bahn Fahrgast mit Maske © VAG

Auf weniger ausgelastete Fahrzeuge ausweichen: Wenn möglich Arbeitszeiten flexibel gestalten und damit die Enge in Bussen und Bahnen reduzieren.

Mit Bussen und Bahnen sicher ans Ziel kommen: Tipps der VAG für Arbeitgeber und Mitarbeiter.

Arbeitszeiten flexibel gestalten: Rund 100 000 Kunden nutzen ein Abo der VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft für ihre täglichen Wege – ein beträchtlicher Teil von ihnen für den Weg zur Arbeit. Arbeitgeber können laut VAG dazu beitragen, für ihre Beschäftigten den Arbeitsweg möglichst angenehm und sicher zu gestalten, indem sie sich bei den Arbeitszeiten flexibel zeigen. Oft genüge es schon, eine Viertel- oder halbe Stunde früher oder später als gewohnt zu fahren. Wer sich vor 7.15 Uhr oder nach 8 Uhr auf den Weg mache, könne dem Schülerverkehr größtenteils ausweichen und für mehr Abstand in den Fahrzeugen sorgen, so die VAG.

Hygienemaßnahmen: Die Ansteckungsgefahr in Bussen und Bahnen sei nach bisherigen Erkenntnissen gering, erklärt die VAG, die dabei auf diverse nationale und internationale Studien verweist. Eine Reihe von Faktoren trage dazu bei: die Maskenpflicht, das permanente Lüften durch Klimaanlagen und das häufige Öffnen der Türen, die relativ kurzen Aufenthaltszeiten in den Fahrzeugen und die Tatsache, dass die Fahrgäste wenig sprechen. Außerdem investiere die VAG in nachhaltige Hygienemaßnahmen: Zusätzlich zur normalen Reinigung werden relevante Oberflächen wie Haltestangen oder Sitze in allen Fahrzeugen mit einer antiviralen, antibakteriellen und antimikrobiellen Lösung behandelt, um den passiven Hygienestandard weiter zu verbessern. Zum Einsatz kommt ein Verfahren der Nürnberger Bio-Gate AG, die auf innovative Technologien für Gesundheit und Hygiene spezialisiert ist.

Leihfahrräder nutzen: Eine Möglichkeit, die Enge in Bussen und Bahnen zu reduzieren, ist der Umstieg auf das Fahrrad – beispielsweise auch auf die Leihräder von "VAG Rad". Mit ihnen kann die gesamte Strecke zur Arbeit oder ein Teil davon kostengünstig zurückgelegt werden. Abo-Kunden erhalten bei "VAG Rad" nämlich 600 Freiminuten pro Monat, wenn sie sich in der App freigeschaltet haben. Inzwischen sind in Nürnberg 1 500 Fahrräder verfügbar, die innerhalb des Rings an allen öffentlichen Plätzen abgestellt werden können. Zusätzlich sind viele feste Stationen vorhanden, die teilweise auch in Kooperation mit großen Unternehmen betrieben werden, wie zum Beispiel die Station bei der Datev in der Virnsberger Straße. Mit weiteren Unternehmen steht die VAG in Verhandlungen.

Zeitkarten lohnen sich meist trotz Homeoffice: Arbeitnehmer, die wegen der Corona-Pandemie jetzt viel Zeit im Homeoffice verbringen, stellen sich die Frage, inwieweit sich ihre Zeitkarten noch lohnen. Für Auszubildende und Schüler ist die Antwort klar: Sie können seit August 2020 das "365-Euro-Ticket VGN" nutzen, das im kompletten Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) gilt. Aber auch Kunden mit Firmen- oder Jahres-Abo sind laut VAG im Vergleich zu Gelegenheitsfahrern noch immer günstig unterwegs, selbst wenn sie nicht mehr täglich zur Arbeitsstätte fahren: Für Inhaber eines Firmen-Abos lohne es sich im Durchschnitt schon ab zwei Tagen pro Woche. Wer keinen Zuschuss zum Jahres-Abo erhält, fahre in der Regel ab drei Tagen pro Woche günstiger als mit Einzelfahrscheinen. Hinzu kommt noch die Bequemlichkeit: Man muss kein Ticket lösen, sondern kann jederzeit einsteigen und losfahren – nicht nur auf dem Weg zur Arbeit, sondern auch in der Freizeit.

Pilotprojekt mit digitaler Technik: Auf längere Sicht kann auch die Digitalisierung dazu beitragen, Fahrgastströme besser zu lenken. Damit sich Fahrgäste künftig bereits vor Fahrtantritt über das voraussichtliche Fahrgastaufkommen informieren können, hat die VAG in zwei Gelenkbussen einen Test zur Messung der Auslastung ihrer Fahrzeuge gestartet: Über die in den Bussen verbauten Router werden die Endgeräte der Fahrgäste erfasst, die sich mit einer Bestätigung der Nutzungsbedingungen in das freie WLAN "MobiConnect" einloggen. Auch die Geräte, die zwar nicht eingeloggt sind, aber das WLAN oder Bluetooth eingeschaltet haben, werden erkannt. Diese Werte werden mit der Größe des Fahrzeugs und der Anzahl der verfügbaren Plätze in Relation gesetzt. Die Erfassung erfolgt genauso wie etwa bei Apps, die Staumeldungen generieren. Sollte der Test erfolgreich sein, wird die VAG prüfen, ob die Messung auf alle Fahrzeuge mit WLAN bzw. Bluetooth-Ausrüstung ausgeweitet wird.

 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 12|2020, Seite 20

 
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