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Fragen an Lissi Linck

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Bundesbeste Azubis_Interview_Lissi Linck © W.L. Gore

Lissi Linck, bundesbeste Absolventin im Ausbildungsberuf Maschinen- und Anlagenführer/-in.

Lissi Linck über junge Frauen in technischen Berufen und Tipps für eine optimale Prüfungsvorbereitung.

Wieso haben Sie sich für eine Ausbildung in diesem Beruf entschieden, in dem zu 90 Prozent junge Männer ausgebildet werden?

Ich hatte bereits vor meiner Ausbildung in der Industrie gearbeitet und so festgestellt, dass mir technisches Arbeiten sehr gefällt. Als ich dann von der Ausbildung des Maschinen- und Anlagenführers erfahren habe, sah ich dies als Chance, meinen Einstieg als Facharbeiterin zu finden. Die Tatsache, dass der Beruf öfter von Männern ausgeführt wird, sollte einen nicht daran hindern, seine Interessen zu verfolgen. Meine Arbeit vor der Ausbildung hatte mir bereits gezeigt, dass man auch als junge Frau in technischen Berufen gut aufgenommen wird und diese auch ausführen kann.

Wie verlief die Ausbildung insgesamt? Und wie war es in der Berufsschule?

Die Ausbildung war für mich sehr vielfältig. Ich wurde in verschiedenen Abteilungen an Maschinen angelernt und habe so einen Einblick in mehrere Arbeitsschritte bekommen, die zur Herstellung unserer Produkte notwendig sind. Zu Beginn der Ausbildung habe ich auch ein paar Monate in unserer Werkstatt verbracht, wo ich das Bearbeiten von Metallen und Kunststoffen sowohl von Hand als auch mit Maschinen gelernt habe. Im Blockunterricht wurde uns dazu auch noch die Theorie vermittelt und wir wurden auf die Prüfung vorbereitet. Bei Fragen hat man immer Antworten bekommen von Lehrern, die oftmals auch in diesem oder ähnlichen Berufsfeldern tätig waren.

Wie bereitet man sich am besten auf die Abschlussprüfung vor? Haben Sie da Tipps als Prüfungsbeste?

Zu Beginn wiederholt man in der Schule mathematische Grundkenntnisse wie die Umstellung von Formeln oder das Umrechnen von Einheiten. Diese sind auch im weiteren Verlauf der Ausbildung Grundlage für alle Berechnungen. Es ist also sehr wichtig, dass man diese versteht und richtig anwenden kann. Für die Vorbereitung der theoretischen Abschlussprüfung kann es hilfreich sein, Prüfungen aus den Vorjahren als Übung zu bearbeiten. Und vor der praktischen Prüfung kann man eine Prüfungssituation simulieren, indem der Ausbilder Fragen stellt, wie es später auch der Prüfer tut, und indem man auf die vorgegebene Zeit achtet.

Beschäftigen Sie sich in Ihrer Freizeit auch mit Technik?

In meiner Freizeit beschränkt sich das technische Arbeiten eigentlich nur auf typische Heimwerkeraufgaben. Da hat mir das Gelernte aus der Ausbildung aber auch schon geholfen.

Welche Ratschläge würden Sie speziell kommenden Schulabsolventinnen geben, die sich ebenfalls für technische Berufe interessieren?

Ich würde sagen: Zeigt Interesse an eurem Beruf. Versucht, mit vielen verschiedenen Kollegen zusammenzuarbeiten. So sieht man unterschiedliche Methoden und kann sich dann das aneignen, was für einen am besten funktioniert. Besonders an die Mädchen möchte ich sagen: Probiert es aus! Wenn ihr euch für einen technischen Beruf interessiert, dann bewerbt euch doch mal für ein Praktikum und vielleicht dann auch für eine Ausbildung. Euch wird keiner im Weg stehen. Im Gegenteil, die meisten Leute wissen es zu schätzen, wenn sich auch junge Frauen für technische oder handwerkliche Berufe begeistern. Schämt euch auch nicht, um Hilfe zu fragen, dafür hat man doch hilfsbereite Kollegen. Und wenn man zusammenarbeitet, geht es meistens auch leichter.

Wie geht es bei Ihnen beruflich weiter?

Zurzeit arbeite ich in der Produktion und werde flexibel an verschiedenen Anlagen eingesetzt. Wie genau mein weiterer Werdegang aussieht, steht aber noch nicht ganz fest. Es wurden mir aber schon Möglichkeiten aufgezeigt und sollte ich mich entscheiden, werde ich dabei auch unterstützt. Mein Ziel ist es, mich auf jeden Fall weiterzubilden, sei es als Techniker oder Meister, durch eine weitere Ausbildung oder auch ein Studium.

Die Fragen stellte Stefan Kastner, Leiter des IHK-Geschäftsbereichs Berufsbildung.

 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 12|2020, Seite 45

 
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