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Start-up mit Origami-Bechern

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Haben faltbare Mehrwegbecher entwickelt: Susan Gruber (3. v. r.) und ihr Team.

Etwa 2,8 Mrd. Einwegbecher werden alleine in Deutschland jedes Jahr entsorgt – nach einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von nur 15 Minuten, schätzt Susan Gruber. "Das ist so nicht mehr länger vertretbar", sagt die Geschäftsführerin der Up2u GmbH in Nürnberg.

Deshalb hat die Marketing-Spezialistin mit ihrem Mann, einem Manager aus der Stahlbranche, "MuC – My useful Cup" entwickelt. Die faltbaren Mehrwegbecher aus ABS-Kunststoff und Silikon haben ein Fassungsvermögen von 350 Millilitern und sind auf ein Drittel ihrer Größe komprimierbar. "Trotzdem sind die Becher stabil und fallen nicht in sich zusammen", erläutert Gruber. Zielgruppe sind nach ihren Worten "mobile, umweltbewusste, weltoffene Endkunden, die gerne neue Produkte entdecken und sich begeistern lassen". Anwendungsmöglichkeiten sieht sie z. B. für "Coffee to go", beim Wandern, im Büro oder auf Reisen.

Inzwischen hat Up2u ein Patent auf den Faltmechanismus und Geschmacksmusterschutz für das Becherdesign. Außerdem sind "up2u" als Wort-Bild-Marke und "MuC My useful Cup" als Wortmarke eingetragen. Die Marktchancen für das in der Region entwickelte und produzierte Produkt seien sehr gut, glaubt Gruber. Allein in Deutschland rechnet sie mit 20 Mio. potenziellen Nutzern, EU-weit sogar mit 100 Mio.: "70 Prozent der deutschen Verbraucher werden in Zukunft wahrscheinlich auf Mehrwegbecher zurückgreifen", so ihre Einschätzung. Entsprechend hat das Unternehmen seit der Markteinführung im September 2020 bereits die gesamte Erstproduktion verkauft, zum Stückpreis von 19,95 Euro. Im laufenden Jahr soll sich die Menge etwa verdoppeln. Der Vertrieb erfolgt derzeit über Handelspartner und den Einzelhandel, z. B. Buchhandlungen oder Drogeriemärkte sowie über Online-Händler und den eigenen Online-Shop. Vertriebspartner hat Up2u bisher in der Schweiz, in Tschechien, den Niederlanden und Belgien. Und sogar aus Japan gibt es bereits einen Auftrag von einer Café-Kette. Große Nachfrage kommt auch aus dem B2B-Bereich. "Unternehmen suchen verstärkt nach nachhaltigen Produkten ‚Made in Germany‘ für Mitarbeiter- und Werbegeschenke", so Gruber.

Die Entwicklung der Becher hat bereits 2017 begonnen – zunächst neben dem Hauptberuf. Inzwischen beschäftigt das bisher über einen LfA-Innovationskredit und einen "Innovationsgutschein" von "Bayern Innovativ" finanzierte Start-up sieben Mitarbeiter und zwei Werkstudenten. Obwohl Corona die Pläne des jungen Unternehmens zunächst gebremst hat, will Gruber noch in diesem Jahr die Gewinnzone erreichen. Außerdem sucht Up2u jetzt einen Investor für das weitere Wachstum. Für die nahe Zukunft plant das Familienunternehmen, die Farbpalette der Becher zu erweitern und den B2B-Bereich auszuweiten. Bisher gibt es als Accessoires Papiertäschchen mit Karabiner und noch in diesem Jahr soll ein weiteres nachhaltiges Produkt dazu kommen. Außerdem ist eine Smartphone-App in Arbeit, die einen Anreiz schaffen soll, Mehrwegprodukte zu verwenden. Cafés und Restaurants sollen diese Lösungen zur Kundenbindung und für Aktionen nutzen können.

Autor: 

(leo.)

 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 04|2022, Seite 69

 
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