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Geschichte

"In Treue fest!": Lebens- und Arbeitszeugnisse

 

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Katharina Söll

Katharina Söll

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Lebens- und Arbeitszeugnisse vergangener Tage sind häufig sehr prachtvoll.

„Die Bergleut‘ sein so hübsch und fein; sie graben das feinste Gold aus Felsenstein.“ So heißt es in einem alten Volkslied. Das begehrte Edelmetall war in den oberbayerischen Bergwerksstollen zwar nicht zu holen, wohl aber schwarzglänzende Pechkohle. Sie ist in einzelnen Kohlemulden aus dem Tertiär entlang des Alpenrands eingelagert. Erste Aufzeichnungen über Kohlegrabungen am Hohenpeißenberg datieren bereits vom Ende des 16. Jahrhunderts. Mit der Industrialisierung wurde das Kohlevorkommen entlang des Alpenrands aber erst so richtig interessant. Zwischen 1840 und 1850 begann der Bergbau am Hohenpeißenberg, in Penzberg, Miesbach und bei Hausham im Leitzachtal. Die bergmännische Tradition dauerte mehr als 100 Jahre. Im Zug der Kohlekrise wurde die Förderung in Oberbayern zu teuer und Mitte der 1960er Jahre eingestellt. 

 

Zeugnis des Münchner Hafner-Gesellen Joseph Mittermayr für 9-jährige Tätigkeit, 1799 

Zeugnis des Münchner Hafner-Gesellen Joseph Mittermayr für 9-jährige Tätigkeit, 1799

Ehrendiplom der Oberbayerischen Aktiengesellschaft für Kohlebergbau für den Miesbacher Fahrhauer Georg Sprenger, 1904 

Ehrendiplom der Oberbayerischen Aktiengesellschaft für Kohlebergbau für den Miesbacher Fahrhauer Georg Sprenger, 1904

Dr. Eva Moser, Leiterin des Bayerischen Wirtschaftsarchivs: „An die Zeit des Bergbaus in Oberbayern erinnert das Ehrendiplom eines Miesbacher Fahrhauers für 30-jährige „treue Dienstzeit“ aus dem Jahr 1904. Es ist eines der schönsten Exponate aus unserer Archivsammlung wertvoller Lebens- und Arbeitszeugnisse, also historischer Lehrverträge, Gesellen- und Meisterbriefe, Auszeichnungen für langjährige Betriebszugehörigkeit." Sie sollen die Stationen des beruflichen Lebenswegs in Bild und Text vergangener Zeiten dokumentieren. Zu den kostbaren Sammlungsstücken zählt aber auch das Arbeitszeugnis für den Münchner Hafnergesellen Joseph Mittermayr von 1799 oder die Dankurkunde der Mitarbeiter für den scheidenden Direktor der Münchner Lokomotivfabrik Maffei, George Ashton, aus dem Jahr 1876. 

Fotos: Bayerisches Wirtschaftsarchiv BWA

 
 
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