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Geschichte

200 Jahre Fahrrad: Mobilität auf zwei Rädern

 

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Katharina Söll

Katharina Söll

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Ein badischer Forstbeamter hatte 1817 die Idee, ein Fortbewegungsmittel mit menschlicher Muskelkraft zu konstruieren.

Vor staunendem Publikum sauste Karl Freiherr von Drais mit seinem Laufrad von Mannheim nach Schwetzingen und zurück und war dabei schneller als die herkömmliche Postkutsche. In der Folgezeit trieben Tüftler und Techniker die Entwicklung zum modernen Fahrrad voran.

Die „Weltmaschine“ von Jean Strobel mit dem Firmengründer und Sohn Alfons, um 1890(Foto: BWA)

Die „Weltmaschine“ von Jean Strobel mit dem Firmengründer und Sohn Alfons, um 1890.

Es war ein bayerisches Unternehmen, das sich die Freilaufnabe mit Rücktrittbremse patentieren ließ: Die Schweinfurter Firma Fichtel & Sachs produzierte ab 1903 unter dem Namen „Torpedo“ die erfolgreiche Hinterradnabe.

Reklamemarke für die Torpedo-Freilaufnabe, um 1905(Foto: BWA)

Reklamemarke für die Torpedo-Freilaufnabe, um 1905.

In den 1880er Jahren gründeten sich in München die ersten Fahrradvereine. „All Heil“ war damals der übliche Radfahrergruß. Ab 1883 waren Veloziped-Wettfahrten sogar fester Programmpunkt beim Oktoberfest. Mit der industriellen Serienproduktion wandelte sich das Fahrrad zum Massenverkehrsmittel.

Katalog des zunächst in Brüssel, später in München beheimateten Fahrradgroßhänd-lers Julius Holz, 1898(Foto: BWA)

Katalog des zunächst in Brüssel, später in München beheimateten Fahrradgroßhändlers Julius Holz, 1898.

Im Mai 1907 nahmen die „Roten Radler“ in München ihren Betrieb auf und gehörten bald zum vertrauten Anblick im Stadtbild.

Reklamemarke für die „Roten Radler“, um 1910(Foto: BWA)

Reklamemarke für die „Roten Radler“, um 1910.

Ludwig Thoma hat die flotten Fahrradkuriere in seiner Erzählung „Der Münchner im Himmel“ 1911 literarisch verewigt. Erst die Motorisierung verdrängte die Zweiradboten völlig. Doch angesichts der steigenden Verkehrsdichte in den Großstädten und vor dem Hintergrund eines wachsenden ökologischen Bewusstseins erlebte diese Branche eine Renaissance. Bereits 1985 wurde in München der vermutlich erste europäische Fahrradkurierdienst moderner Prägung eröffnet.

Reklamepostkarte für die Express-Fahrradwerke in Neumarkt, um 1910(Foto: BWA)

Reklamepostkarte für die Express-Fahrradwerke in Neumarkt, um 1910.

Über Jahrzehnte hinweg war das Veloziped ein Luxusartikel. Häufig begannen Nähmaschinenfabriken mit der Herstellung von Fahrrädern. Auch der Münchner Jean Strobel verlegte sich neben dem Bau von Nähmaschinen 1883 in seiner „Ersten Münchner Veloziped-Fabrik“ auf die Konstruktion von Hochrädern und sogar Drei-Personen-Tandems. Das Bayerische Wirtschaftsarchiv verwahrt zahlreiche Bilder und Dokumente zur Zweiradgeschichte.

Dr. Eva Moser, Leiterin des Bayerischen Wirtschaftsarchivs

Fotos: Bayerisches Wirtschaftsarchiv BWA

 
 
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