Telefon: +49 911 1335-1335
Finanzierung

Sustainable Finance

Sustainable Finance

© iamnoonmai/GettyImages.de

 

Ansprechpartner/innen (1)

Ass. jur. Yvonne Stolpmann

Ass. jur. Yvonne Stolpmann

Leiterin Referat Gründung | Nachfolge | Unternehmensförderung Tel: +49 911 1335 1377

Um die Ziele des Green Deal zu erreichen, veröffentlichte die Europäische Kommission im März 2018 den Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums („Sustainable Finance“). Dieser soll dazu beitragen, die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens zu erreichen. 

Dem Finanzsektor kommt dabei eine Schlüsselrolle zu: 

  • Investitionen sollen auf nachhaltigere Technologien und Unternehmen gelenkt werden
  • Wachstum soll langfristig auf nachhaltige Weise finanziert werden
  • Beitrag zur Schaffung einer kohlenstoffarmen, klimaresistenten und kreislauforientierten Wirtschaft soll gegeben sein

Bisher war die Finanzmarktregulierung in ihrer Funktion auf die Stabilisierung von Märkten beschränkt. Mit der Ausdehnung auf das Thema Nachhaltigkeit und insbesondere Klimaschutz drohen nicht intendierte Nebenwirkungen. Eine indirekte Lenkungswirkung über den Finanzmarkt auf das Thema Nachhaltigkeit, stellt eine neue Reichweite in der Finanzmarktregulierung dar.

Handlungsfelder

Im Rahmen von Sustainable Finance zeichnen sich aktuell drei Handlungsfelder ab, die dazu führen, dass sich alle Unternehmen zukünftig verstärkt mit dem Thema einer nachhaltigen Berichterstattung auseinander setzten müssen. 

  • Neue Gesetze und Verordnungen verpflichten Unternehmen direkt und unmittelbar zu einer nachhaltigen Berichterstattung. So müssen größere, kapitalmarktorientierte Unternehmen, Kreditinstitute, Finanzdienstleistungsinstitute und Versicherungsunternehmen, die unter den Anwendungsbereich der CSR-Richtlinie (Umsetzung EU-Richtlinie 2014/95/EU, Financial Reporting Directive (NFRD)) fallen, ab 2022 in ihrem Lagebericht angeben, inwiefern ihre Tätigkeiten im Geschäftsjahr 2021 den neuen Taxonomie-Kriterien entsprachen.
  • Es ist zu erwarten, dass große Unternehmen die neuen Anforderungen in der Berichtspflicht in der Lieferkette weitergeben. Für Unternehmen, die nicht direkt unter den Anwendungsbereich der Taxonomie-Verordnung oder der CSR-Richtlinie fallen, bedeutet dies mittelbar ebenfalls Auskunft über ihre Tätigkeiten mit Blick auf Nachhaltigkeits-Kriterien geben zu können.  
  • Banken sind in diesem Kontext angehalten, Nachhaltigkeitsrisiken, inklusive Klimarisiken und Risiken aus dem Übergang in eine nachhaltige Wirtschaft, in angemessener Weise zu berücksichtigen. Entsprechend ist davon auszugehen, dass Banken, Kreditinstitute und Versicherungen verstärkt Kundebeziehungen auf Transformationsrisiken hin überprüfen und entsprechende Berichte von Unternehmen bei der Unternehmensfinanzierung einholen werden. Im schlimmsten Fall werden an Betriebe, deren Geschäftszweck die oben benannten Ziele nicht eindeutig befördert, keine Kredite mehr vergeben.

Konkrete Auswirkungen auf Unternehmen

Folgende konkrete Herausforderungen für Unternehmen können aktuell klar identifiziert werden:

  • Mehr Bürokratie durch zusätzliche Reportings und umfangreichere Berichterstattung
  • Zusätzlicher Ressourcenaufwände für Datenerfassung und Aufbereitung
  • Höhere Kreditkosten, wenn Transformations- oder Klimarisiken vermutet werden
  • Einschränkung oder Kreditverweigerung aufgrund fehlender Unternehmensberichte oder einer ungünstigen Taxonomieeinordnung

Erfahren Sie auf dieser Themenwebsite Hintergründe der aktuell in Umsetzung befindlichen Regulierung und wie Sie sich als Unternehmer/in auf die neuen Herausforderungen vorbereiten können. 

 

IHK-Seminarreihen zum Thema

CO2 Unternehmerische Klimaverantwortung - Von der Bilanz zur Strategie

In der Umstellung hin zum klimaneutralen Unternehmen stecken viele Potenziale, die genutzt werden können und sollten. Klimaschutz im Unternehmen lohnt sich – und sollte als strategische Aufgabe von hoher Wichtigkeit verstanden werden. Unsere IHK-Live-Online-Trainings vermitteln Geschäftsführer:innen sowie Führungs- und Fachkräften nicht nur die Grundlagen der Klimaneutralität, sondern auch konkrete Schritte für die Umsetzung von Maßnahmen zur Verbesserung der Energiebilanz im eigenen Unternehmen. Kommen Sie mit uns ins Handeln!    

  1. Corporate Carbon Footprint 
  2. Fallstricke in der Bilanzierung und wie sie vermieden werden können     
  3. Von der Bilanz zur Klimastrategie 

Nachhaltigkeitsberichterstattung - Der Weg zum eigenen Bericht

Kaum ein Thema innerhalb des weiten Feldes der Nachhaltigkeit erfährt gegenwärtig so viel Aufmerksamkeit wie die Berichtserstattung. Dies liegt nicht nur an den sich kontinuierlich verschärfenden gesetzlichen Vorgaben sondern auch an den steigenden Anforderungen, die die unterschiedlichen Stakeholder an Unternehmen stellen und eine Geschäftsbeziehung an die Offenlegung von Information des Unternehmens knüpfen. Auch die Erwartungshaltung hat sich verändert, die sich durch ein höheres Maß an Transparenz von Unternehmen kennzeichnet. Entstanden ist eine komplexe Anforderungslage, verbunden mit der Notwendigkeit, eine Nachhaltigkeitsberichterstattung im Unternehmen aufzubauen und umzusetzen.

  1. Grundlagen der Nachhaltigkeitsberichterstattung (NB)
  2. Rahmenwerke und Verankerung im Unternehmen 
  3. Der Weg zum eigenen Bericht

 

IHK-Position:
"Sustainable Finance - Überbordende Bürokratie für den Mittelstand verhindern"

Die Mitglieder des IHK-Arbeitskreises Finanzierung haben sich intensiv mit aktuellen und drängenden Fragen zum Thema Sustainable Finance und den Auswirkungen für kleine und mittelständische Unternehmen auseinandergesetzt. Das im Arbeitskreis erarbeitete Positionspapier hat die Vollversammlung in ihrer Sitzung am 19. Oktober 2021 einstimmig verabschiedet. Kernforderung ist, eine überbordende Bürokratie für den Mittelstand zu verhindern.

 
 
Device Index

Alle Ansprechpartner/innen auf einen Blick