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Sparsam mit der Fläche

"IHK Nürnberg Immobilienpreis 2021"

Datum: 20.09.2021
 

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Dipl.-Kffr. Martina Stengel

Dipl.-Kffr. Martina Stengel

Raumplanung und Standortberatung, Standortportal Bayern (SISBY) Tel: +49 911 1335 1452
Antonia Lehner

Antonia Lehner

Statistik | Standortentwicklung | Bauleitplanung Tel: +49 911 1335 1123

Nürnberg – Zum ersten Mal hatte die IHK Nürnberg für Mittelfranken ihren „IHK Nürnberg Immobilienpreis“ ausgeschrieben, der in diesem Jahr unter dem Motto „Nachhaltige Flächenentwicklung“ stand. Gesucht wurden Gewerbestandorte, die sich vor allem durch ihren effizienten Umgang mit der Fläche auszeichnen und einen nachhaltigen Beitrag zur Stadtentwicklung leisten. In die Bewertung der Jury gingen aber auch weitere Aspekte ein, z. B. energieeffiziente Bauweise, Klima und Artenschutz, Mobilitätskonzepte und besondere Angebote für die Mitarbeiter. Die fünfköpfige Jury legte bei der Bewertung die „Nachhaltigkeitskriterien des Bundes“ und das „IHK-Eckpunktepapier zur Flächenentwicklung“ zugrunde.

Die Preisträger:

Die ausgezeichneten Immobilienprojekte werden auf der Website www.ihk-immobilienpreis.de  beschrieben. Dort sind auch Filme über die Projekte abrufbar

Die Initiative für den Wettbewerb war vom IHK-Arbeitskreis Immobilienwirtschaft ausgegangen, der intensiv an Vorschlägen für eine nachhaltige Standortentwicklung arbeitet. Nicht zuletzt die im vergangenen Jahr verabschiedete Flächensparoffensive der Bayerischen Staatsregierung brachte Bewegung in die Diskussion zum Thema Flächeneffizienz: Die Immobilienexperten des IHK-Arbeitskreises sind sich darin einig, dass quantitative Obergrenzen für die Flächenausweisung keine wirtschaftsverträgliche Lösung sein können. Sie würden nicht nur die kommunale Planungshoheit in Frage stellen, sondern es den Unternehmern auch erschweren, schnell und bedarfsgerecht auf wirtschaftliche Veränderungen zu reagieren.

Die IHK setzt deshalb zum einen auf einen engen Dialog zwischen Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Gesellschaft. Zum anderen müssten die vielen vorbildlichen Maßnahmen von Unternehmen, die ihre Gewerbeimmobilien nachhaltig gestaltet haben, noch größere Breitenwirkung erhalten und auf diese Weise andere Unternehmen zur Nachahmung motivieren. „Wir wollen mit dem Wettbewerb zu einem Umdenken bei der Standortentwicklung beitragen“, so Martina Stengel und Antonia Lehner, Expertinnen für Raumplanung und Standortfragen bei der IHK Nürnberg für Mittelfranken.

Die IHK Nürnberg für Mittelfranken wird den Immobilienpreis auch im Jahr 2022 ausschreiben. Dann sollen Gewerbeimmobilienprojekte ausgezeichnet werden, die einen besonderen Fokus auf den Klimaschutz legen.

Gräßel Architekten – Wohnen auf dem Supermarkt

Innovative Architektur im Ortskern von Uttenreuth: Neues Quartier für Handel, Gewerbe, Praxen und Wohnen.

Die Gräßel Architekten in Erlangen wurden ausgezeichnet für ein Projekt in Uttenreuth: Dort entsteht ein neuer Supermarkt, der aber angesichts der Lage im Ortskern keiner der üblichen Flachbauten werden sollte. Stattdessen wird dort bis Sommer 2022 ein Gebäudekomplex für Einzelhandel, Wohnen, Arztpraxen und Gewerbe realisiert. Bei der Gestaltung der Gebäude mit maximal vier Geschossen wurde den Aspekten Flächeneffizienz und Nachhaltigkeit großer Stellenwert eingeräumt. Indem der Supermarkt überbaut wird, werden die Flächen optimal ausgenutzt. Zusammen mit dem intensiv begrünten Innenhof füge sich das Objekt hervorragend in die Umgebung des ländlichen Ortskerns ein, so die Beurteilung der Jury. Positiv bewertet wurden außerdem u. a. folgende Aspekte des Projekts: Begrünung aller Dachflächen, Hochbeete mit Baumpflanzungen, Energiestandard Kfw55 sowie Beheizung der Wohnungen und Praxen durch Holzpellets und eine thermische Solaranlage. Der begrünte Innenhof im Obergeschoss bietet den Anwohnern und Mitarbeitern der Praxen eine schöne Erholungsfläche. Architekt Tim Gräßel fasst seinen Ansatz so zusammen: „Zeitgemäßes Bauen unter den heutigen Umständen ist eine große Herausforderung und Verantwortung. Wir versuchen, mit neuen und ungewöhnlichen Konzepten die Augen zu öffnen und damit verbundene Chancen zu nutzen. Innerörtliche Bebauung, Nutzung von brachgefallenen Flächen und nachhaltige Konstruktionen sind Teil dieser Herangehensweise.“ Und JuryMitglied Marc Städtler erklärt: „Durch das innovative bauliche Konzept auf einer innerörtlichen Revitalisierungsfläche wird eine hohe ökologische und nachhaltige Außenwirkung erzielt.“ Gräßel Architekten wurde im Jahr 2002 von Architekt Tim Gräßel gegründet. Sein Team aus Architekten, Innenarchitekten, Bauingenieuren und Kommunikationsexperten, das in den denkmalgeschützten früheren Pferdeställen des Erlanger Röthelheimparks arbeitet, zählt private Bauherren, Immobilienentwickler, Unternehmen und öffentliche Auftraggeber zu seinen Kunden. Zu den Projekten gehören Wohngebäude, gewerbliche Bauten und die Sanierung von Bestandsgebäuden.

Jochen und Marianne Schreier GbR – Büros und Labore in Bahnhofsnähe

Bahn frei für innovative Unternehmen: Auf früheren Gleisanlagen in Fürth entstanden Räume für Mieter aus Medizin und Pharma.

Eine Adresse für junge und innovative Unternehmen ist das neue Büro und Laborgebäude „GS28“ in Fürth. Es wurde von der Fürther Unternehmerfamilie Schreier in der Gebhardtstraße 28 errichtet – auf einer Fläche neben den Bahngleisen in der Nähe des Hauptbahnhofes, die seit dem Zweiten Weltkrieg brach lag. In den zwei Bürotürmen, die durch ein gläsernes Treppenhausgebäude in der Mitte verbunden sind, haben sich Unternehmen aus den Bereichen Pharma, Medizintechnik, Pflege und IT eingemietet. Das ehemalige Bahngelände mit einer Grundstücksgröße von 2 600 Quadratmetern sei optimal und effektiv genutzt worden, so die Jury. Trotz der vergleichsweise kleinen Grundstücksfläche sei eine große Nettonutzfläche erreicht worden. Nach Worten von Bauherr Jochen Schreier sei es ihm ein Anliegen gewesen, „Flächenfraß“ auf der grünen Wiese zu vermeiden und stattdessen das brachliegende Bahngelände zu revitalisieren: „Die damit verbundenen Schwierigkeiten wie Bodenkontaminationen, Rückbau von Gleisanlagen und Rampen waren aber im Sinne der Nachhaltigkeit aller Mühen wert.” Die Jury des IHKImmobilienpreises hob hervor, dass dem Thema Nachhaltigkeit beim Projekt „GS28“ große Bedeutung beigemessen worden sei. Eingeschränkt nutzbare Flächen wie Böschungen und Randbereiche wurden intensiv begrünt und so in grüne innerstädtische Lebensräume verwandelt. Weitere Maßnahmen waren u. a. Dachbegrünung, insektenfreundliche Anpflanzungen, Erfüllung der Standards des KfWEffizienzhausprogrammes für Nichtwohngebäude sowie die öffentlich zugängliche, von Pflanzen umsäumte Piazza mit beleuchteten Sitzmöglichkeiten. Außerdem honorierte die Jury das Mobilitätskonzept (u. a. UBahn, Bus und Bahnhof in unmittelbarer Nähe, FahrradKonzept für Mitarbeiter). „Das GS28 bietet ein gesundheitsförderndes Arbeitsumfeld und schafft durch seine kommunikativen Einrichtungen sowohl für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch für das Gemeinwesen in Fürth einen Mehrwert“, fasste JuryMitglied Ulrike Sippel zusammen.

Siemens-Campus – Neuer Stadtteil in Erlangen

Grün und energieeffizient: Auf dem Campus bündelt die Siemens AG ihre Aktivitäten in der Metropolregion

Auf dem ehemaligen Forschungsgelände der Siemens AG entsteht auf einer Gesamtfläche von 54 Hektar der weltweit größte SiemensBürostandort. Der erste Bauabschnitt (Modul 1) ist bereits fertiggestellt, die ersten Mitarbeiter sind eingezogen. Die alten Bauten wurden durch moderne und nachhaltige Büro und Verwaltungsgebäude ersetzt und ein offener Standort mit attraktiven Außenanlagen und hoher Aufenthaltsqualität realisiert. Durch die bauliche Verdichtung und die innovative Bauweise konnten deutlich mehr Gebäude und Parkflächen realisiert werden, frei gewordene Flächen stehen für Wohnen und für die Universität ErlangenNürnberg zur Verfügung. In den großzügigen Außenanlagen wurden nur heimische und standortgerechte Pflanzen angepflanzt, um eine zusätzliche Bewässerung zu vermeiden. Großzügig bemessene Kapazitäten für die Regenwasserversickerung, die Schaffung von Rückhalteflächen und der Bau von großen Stauraumkanälen entlasten das öffentliche Abwassernetz. Der Campus wird seit Januar 2020 vollständig mit erneuerbarem Strom, vor allem aus Windkraftanlagen, versorgt. Photovoltaikanlagen sind auf fast allen Bürogebäuden und Parkhäusern vorhanden. Im zweiten Bauabschnitt („Modul 2“) werden die Gebäude in Holzhybridbauweise errichtet und in wesentlichen Teilen nachwachsende Rohstoffe verwendet. Erholungsmöglichkeiten am Arbeitsplatz bietet die Grünachse mit zahlreichen Sitzmöglichkeiten. Auch beim Siemens-Campus hob die Jury das Mobilitätskonzept hervor, das Siemens zusammen mit den Partnern Insert Effekt aus Nürnberg und Team Red aus Berlin entwickelt hat: Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), Parkplätze und Ladestationen für Hybrid und Elektrofahrzeuge, Fahrradparkhäuser mit Ladepunkten für EFahrräder, Umkleiden und Duschen für Radfahrer, CarSharing und Mitfahrzentrale. „Hier wird weit mehr als nur ein neuer SiemensStandort entwickelt, nämlich ein innovatives und nachhaltiges Stadtquartier mit attraktiver CampusStruktur und zeitgemäßen Gebäuden. Die städtebauliche Öffnung, die großzügigen Grünflächen und Freibereiche liefern einen echten Mehrwert für Mitarbeiter und Stadtgesellschaft“, sagte JuryMitglied Prof. Dr. Wolfgang Pelzl.

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IHK-Immobilienpreis 2021

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