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Verkehr | Logistik

Wirtschaft fordert Stärkung der Schienenachse Main-Donau

Gemeinsame Resolution von 15 Wirtschaftskammern aus Bayern und Hessen

Datum: 18.06.2020
 

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Dipl.-Geograph Ulrich Schaller

Dipl.-Geograph Ulrich Schaller

Fachreferent für Verkehrsinfrastruktur, nachhaltige Logistik und intelligente Mobilität Tel: +49 911 1335 1415

Nürnberg – Die Industrie- und Handelskammer Nürnberg für Mittelfranken und die Handwerkskammer für Mittelfranken haben gemeinsam mit 13 weiteren Wirtschaftskammern eine Resolution für eine zukunftsfähige Optimierung der Schienenachse Main-Donau im Zuge des „Deutschland-Taktes 2030“ erarbeitet.

Der Grund für die Resolution, die den Verkehrsministern des Bundes, der Länder Bayern und Hessen sowie dem Vorstand der Deutschen Bahn AG zugeleitet wurde: Wie aktuelle Studien zeigen, ist die Schienenachse Main-Donau bereits heute überlastet. Darüber hinaus erfüllt sie – vor allem im Streckenabschnitt zwischen Frankfurt und Nürnberg – nicht die Anforderungen moderner Schieneninfrastruktur. Die Streckenführung stammt in weiten Teilen aus dem 19. Jahrhundert, moderne ICE-Züge können sie deshalb nur mit stark gedrosselter Geschwindigkeit befahren.

Höhere Reisegeschwindigkeiten / Attraktivität der Wirtschaftsräume steigern

In der gemeinsamen Erklärung fordern die Wirtschaftskammern die Politik mit Nachdruck dazu auf, hinreichende Infrastruktur-Kapazitäten für das steigende Güterverkehrsaufkommen zu schaffen. Zur optimalen Auslastung solle zudem das digitale „European Train Control System (ETCS)“ eingeführt werden. Die Stationen entlang der Strecke sollten darüber hinaus in den geplanten „Deutschland-Takt 2030“ integriert werden. Außerdem solle die Schienenachse Main-Donau für eine bessere Versorgungsqualität im Personenverkehr und für höhere Reisegeschwindigkeiten im Fernverkehr ertüchtigt werden. „Eine für den Personen- wie Güterverkehr attraktive Schienenachse Frankfurt – Würzburg entlastet die Straßen in der Metropolregion Nürnberg. Und das entlastet das Handwerk, denn wir sind alternativlos auf den Straßen unterwegs zum Kunden“, betont Prof. Dr. Elmar Forster, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Mittelfranken.

Konkret fordern die Kammern den Neu- und Ausbau im Abschnitt Frankfurt – Würzburg zur Sicherung einer Fahrzeit von unter 45 Minuten im Fernverkehr sowie einen ergänzenden Neubau im Abschnitt Würzburg – Nürnberg, sodass die Fahrzeit zwischen beiden Städten weniger als 30 Minuten betragen würde. „Damit würde die Verbindung Nürnberg – Würzburg – Frankfurt endlich der gewohnten Schnelligkeit einer modernen ICE-Verbindung gerecht“, so IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Lötzsch.

Ausbau der regionalen Schieneninfrastruktur

Neben den europaweiten Verbindungen durch die Umsteigemöglichkeiten am Knotenpunkt Nürnberg sei vor allem auch die bessere regionale Anbindung durch den Schienenpersonennahverkehr entscheidend. Hierzu sei auch eine zeitnahe Beseitigung der bestehenden Engpass-Stellen und die Behebung der Geschwindigkeitseinbrüche auf der Bestandsstrecke wichtig. Dazu gehöre auch die baldige Realisierung eines dritten Gleises bei Siegelsdorf. Das würde den Spielraum für den Ausbau des S-Bahnnetzes auf dem Sektor West Nürnberg – Neustadt/Aisch erheblich verbessern.

25 Prozent Anteil der Schiene am Güterverkehr

Bis zum Jahr 2030 wird laut der aktuellen Verkehrsverflechtungsprognose des Bundesverkehrsministeriums gegenüber 2010 eine Steigerung des Schienengüterverkehrs um 38 Prozent sowie ein Anstieg des Schienenpersonenverkehrs um 19 Prozent erwartet. Die Bundesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag darüber hinaus das Ziel definiert, die Fahrgastzahlen im Schienenpersonenverkehr bis zum Jahr 2030 zu verdoppeln und den Anteil der Schiene am Gütertransportvolumen deutlich zu erhöhen. Bis 2030 sollen laut Zielsetzung der Bundesregierung 25 Prozent des Güterverkehrs auf der Schiene stattfinden. „Dieses neue Konzept optimiert in diesem Streckenabschnitt die Verkehrsarten und ist damit ein weiterer Baustein einer zukunftsfähigen, nachhaltigen Transformation des Wirtschaftsraumes. Das Handwerk ist als starker Partner mit an Bord“, unterstreicht Forster.

Die Resolution knüpft an die bereits seit 2018 bekannten Forderungen im 12-Punkte-Programm Verkehr der fränkischen Wirtschaftskammern an und bringt für das Projekt Schienenachse Main-Donau nun weitere Wirtschaftspartner aus Bayern und Hessen zusammen. Neben der IHK Nürnberg für Mittelfranken und der HWK für Mittelfranken haben folgende Wirtschaftskammern die Resolution erarbeitet und unterzeichnet: Die IHKs Frankfurt am Main, Hanau-Gelnhausen-Schluechtern, Aschaffenburg, Würzburg-Schweinfurt, Regensburg für Oberpfalz/Kelheim und für Niederbayern in Passau sowie die HWKs Frankfurt-Rhein-Main, Wiesbaden, für Unterfranken, für Niederbayern-Oberpfalz. Weiterhin sind die IHKs für Oberfranken Bayreuth und zu Coburg sowie die HWK für Oberfranken, deren Wirtschaftsraum stark mit der Strecke verflochten ist, Beteiligte der Erklärung.

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