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Wirtschaft und Gesellschaft

CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz

CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz

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Dipl.-Ing., Dipl.-Kfm. Jochen Raschke

Dipl.-Ing., Dipl.-Kfm. Jochen Raschke

Leiter des Fachbereichs Weiterbildung und der IHK Akademie Mittelfranken Tel: +49 911 1335 282

Betriebe müssen vermehrt Rechenschaft über nachhaltiges Wirtschaften ablegen. Eine gesetzliche Berichtspflicht zur gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen soll für mehr Transparenz sorgen. Was bisher freiwillig ist, ist künftig für bestimmte Unternehmen gesetzlich verpflichtend:

Am 31. März 2017 hat der Bundesrat den vom Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz vorgelegten Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung der nichtfinanziellen Berichterstattung der Unternehmen in ihren Lage- und Konzernlageberichten (CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz) beschlossen. Es tritt rückwirkend zum 1.1.2017 in Kraft. Mit diesem Gesetz wird die CSR-Richtlinie der Europäischen Union nun endgültig in deutsches Recht umgesetzt.

Nach dem Gesetz müssen bestimmte große, insbesondere am Kapitalmarkt tätige Unternehmen, in ihren Lageberichten künftig verstärkt auch nichtfinanzielle Themen darstellen. Erforderlich werden dabei vor allem Angaben über Arbeitnehmer-, Sozial- und Umweltbelange, die Achtung der Menschenrechte und die Korruptionsbekämpfung.

Den Wortlaut der Beschlussempfehlung und ein Merkblatt zur CSR-Berichterstattung finden Sie nachfolgend zum Download.

Zu dem Gesetzentwurf hatten wir in 2016 insgesamt rund 700 Unternehmensvertreter in Mittelfranken befragt.

Geantwortet haben 128 Unternehmen, davon rund ein Drittel (41 Unternehmen) mit mehr als 500 Mitarbeitern. Die Mehrzahl dieser Unternehmen (71 Prozent) berichtet bereits jetzt freiwillig über CSR-Belange bzw. Nachhaltigkeitsaspekte, wohingegen dies erst eine Minderheit der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) tut. Für rund 85 Prozent der KMUs, die an der Umfrage teilnehmen, ist die Berichterstattung über CSR-Belange bzw. Nachhaltigkeitsaspekte sogar völliges Neuland. Die Kosten der CSR-Berichtspflicht können von vielen Unternehmen noch nicht beziffert werden. Hatten die Unternehmen konkrete Vorstellungen, so schätzten sie die anfallenden Kosten oft höher ein, als von der EU-Kommission angenommen, die von durchschnittlichen Aufwendungen von 4 300 Euro pro Jahr und Betrieb ausgeht.

Unternehmen greifen bei der CSR-Berichterstattung auf verschiedene Berichtsrahmenwerke zurück. Ein Viertel der schon berichtenden KMUs wendet den Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) an, gefolgt von ISO 26000 (rund 20 Prozent) und UN Global Compact (rund zehn Prozent). Allerdings kannten fast 50 Prozent der antwortenden Unternehmen den DNK noch nicht. Dennoch hat gegenüber unserer Umfrage zur Berichtspflicht aus dem Jahr 2013 der DNK deutlich an Bedeutung gewonnen. Diese Entwicklung ist aus unserer Sicht erfreulich, da der DNK einen praxistauglichen Rahmen für die Berichterstattung zu nichtfinanziellen Leistungen bietet, der von Unternehmen jeder Größe und Rechtsform angewendet werden kann und sich gut zum Einstieg in die Beschäftigung mit Nachhaltigkeitszielen eignet.

 
 
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