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Geschichte

„Brave und kundige Floßleute sind wünschenswerth“

 

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Katharina Söll

Katharina Söll

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Heutzutage ist es nur noch eine Gaudi: Die Floßfahrt auf der Isar. Bis 1922 handelte es sich jedoch um eine normale Transportmöglichkeit. Insbesondere nach Wien ging es regelmäßig. Das Exponat des Monats stellt die Isarflößerei vor.

„Es war um zwey Uhr des Nachmittags, als ich München verließ. Das Wetter war schwülheiß, (…) meine Cajüte (…) war von grünen Tannenbrettern zusammen geschlagen, welche so nach Harz dufteten, daß alle Wohlgerüche Arabiens nichts dagegen vermocht hätten.“ So schilderte der englische Musikhistoriker und Komponist Charles Burney (1726-1814) 1773 den Beginn seiner Floßfahrt von München nach Wien. Seit 1623 ging jeden Montag das sog. „Ordinarifloß“ in Richtung der Donaumetropole ab. Die Fahrt dauerte etwa sieben Tage. Wohlhabende Reisende konnten sich eine kleine Hütte auf dem Floß mieten. Mit der Flößerei wurden nicht nur Waren und Personen transportiert. Wichtig war vor allem auch die Lieferung von Bauholz für die schnell wachsenden Städte.

Das Ordinarifloß von München nach Wien, Stahlstich 1865.(Foto: BWA)

Das Ordinarifloß von München nach Wien, Stahlstich 1865.

Die Münchner Holzstraße erinnert mit ihrem Namen noch heute an den großen Holzlagerplatz an der Oberen Lände in München. Um 1860 herum landeten in München etwa 8.000 Flöße. Mit dem Ausbau der Straßen und des Eisenbahnnetzes ging die Bedeutung der Isarflößerei mehr und mehr zurück. Zwar wurde noch 1904 eine große Brauereisudpfanne auf dem Wasserweg zur Weltausstellung nach Wien befördert. Doch 1922 legte das letzte Transportfloß aus Wallgau in München an. Dafür kamen bald nach 1900 die Vergnügungsfahrten auf der Isar in Mode. Heute sind bis zu 1.000 Flöße jährlich zwischen Wolfratshausen und München unterwegs. Ihr Zielpunkt ist die 1899 eröffnete Zentrallände in Thalkirchen. 

Isarflößer, Stahlstich 1865.(Foto: BWA)

Isarflößer, Stahlstich 1865.

Dr. Eva Moser, Leiterin des Bayerischen Wirtschaftsarchivs: „Die Flößerei spielte in Bayern früher eine wichtige Rolle. Sie sorgte für den Warentransport über große Strecken. Im Bayerischen Wirtschaftsarchiv verwahren wir viele Dokumente zu diesem früher so bedeutsamen und nicht ungefährlichen Verkehrsmittel.“

Fotos: Bayerisches Wirtschaftsarchiv BWA

 
 
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