Telefon: +49 911 1335-1335
Geschäftsstellen | Gremien

Corona - Roche-Antigen-Schnelltests

Informationen von Dr. Thomas Wagner, intego GmbH, Erlangen. (Stand: 22. Oktober 2020 16:00 Uhr)

Hintergrundinfo

Zu Antigentests allgemein

  • Liste der vom BFArM zugelassenen Antigen-Schnelltests (Stand 15.10.20)
  • Antigentests können generell nur von Ärzten gekauft werden
  • Wichtig: Antigentests scheinen generell deutlich weniger empfindlich als PCR-Verfahren zu sein schlagen ab einem cT Wert von 25 und größer nicht mehr an)
    • Zur Detektion stark infektiöser Patienten geeignet, nicht aber zur sicheren Erkennung aller infizierten Patienten
    • In der Regel nur in Kombination mit einem langsameren konventionellen Test einsetzen, um hochinfektiöse Patienten schnell zu isolieren

Zum Roche-Antigen-Schnelltest:

Daten

  • Produktion 50 Mio Stück pro Monat ab 10/2020, hochzufahren auf 80 Mio (Vorrätig z.B. in der Kolibri-Apotheke Erlangen (Allee am Röthelheimpark 15, 91052 Erlangen, 09131 920 29 30, Frau Meußel)
    Erneuter Hinweis: Abgabe erfolgt ausschließlich an Ärzte!
  • Weitere Infos zum Roche-Antigen-Schnelltests: https://www.roche.de/ag
  • Probenmaterial: Nasen-Rachen-Abstrich
  • Auswertezeit: 15-30 Minuten
  • Sensitivität: 99,68%
  • Spezifität: 96,52%
  • Stichprobengröße: 426 Proben, davon 115 positiv
  • Preis: ca 11.50 EUR inkl Tupfer

Erfahrungen

Allgemeine Erfahrungen

  • Detektiert nur bis zu Werten von ca cT = 24, größere cT Werte werden nicht erkannt. In der Regel bedeutet dies, dass Tests an unsymptomatischen Patienten meist sinnlos sein werden, weil sie höchstwahrscheinlich negativ sein werden.
  • Selbstabstrich als Rachenabstrich ohne Nasenabstrich ist möglich, man muss sich nicht notwendig abstreichen lassen
  • Eine Verwendung für einen Gurgeltest scheint aufgrund des weiteren Empfindlichkeitsverlusts (nochmals ca 2 cT Stufen) nicht sinnvoll
  • Vor Testanwendung darf man 2 Stunden nicht essen/trinken /rauchen.
  • Wichtig: Zur Detektion stark infektiöser Patienten geeignet, nicht aber zur sicheren Erkennung aller infizierten Patienten. In der Regel nur in Kombination mit einem langsameren konventionellen Test einsetzen, um hochinfektiöse Patienten schnell zu isolieren

Einsatz bei einer Firma am 21. Oktober 2020

  • 30 Mitarbeiter, Person 1 positiver Rachenspültest Ergebnis am 20.10 Dienstag früh (symptomatisch ab 19.10 Montag morgen 03:00 Uhr), Person 2 positiver normaler Test Ergebnis am Mi 21.10 früh (symptomatisch ab 17.10 Samstag).
  • Um sicher zu gehen, dass kein unsymptomatischer Mitarbeiter als unerkannte Ansteckungsquelle andere ansteckt, hat die Firma in Abstimmung mit dem Betriebsarzt 25 Roche Tests an Mitarbeiter zum Selbstabstrich verteilt,
  • Alle Schnelltests sind negativ zurückgekommen, kein anderer Mitarbeiter ist bisher symptomatisch.
  • Die Kontaktpersonen I zur Person 2 haben alle am Mittwoch morgen einen Rachenspültest gemacht (Zufall, da sie aufgrund von anstehenden Besuchen sowieso getestet wurden). Alle Tests kamen bis Mittwoch morgen mit negativem Ergebnis zurück.
  • Person 1 hatte keine Kontaktpersonen I in der Firma

Erfahrungsgewinn aus meiner (Thomas Wagner) Sicht: In der nächsten gleichen Situation würde ich die Schnelltests verteilen und erst ab Symptomatik einsetzen. All diese Aktivitäten sind unabhängig von angeordneten Tests.

Beispielbilder

Test deutlich positiv (Symptomatischer Patient am 2. Tag, PCR einer Rachenspülung am Folgemorgen des Tests hatte cT von 17.9)

Bild 2 PCR deutlich positiv

PCR von 22.2

Bild 1 PCT 22.2

PCR von 24.2 (am Foto nur mit Bildverarbeitung sichtbar, im Original von 3 Personen mit dem Auge noch ganz schwach erkannt)

Bild 3 fast nicht sichtbar

Die folgenden Bildausschnitte zeigen auf der linken Seite den obigen Test in einer Detailverstärkung, im Vergleich dazu rechts einen negativen Test)

Umsetzungsszenarien

  • Sprechen Sie mit Ihrem Betriebsarzt, ob dieser zustimmt, Tests zur Notfallverwendung in der Firma einzulagern (z.B. ein Test pro Mitarbeiter). In diesem Fall können Sie Tests in der Apotheke unter Nennung des Betriebsarztes kaufen
    • Zusätzliche Anschaffung von Schutzequipment für Abstriche ist ratsam
  • Ggf. stimmt der Betriebsarzt auch einem Einsatz bei einzelnen Mitarbeitern zum Selbstabstrich zu (z.B. in Ausbruchsfällen, wenn zeitnah keine Abstrichkapazitäten da sind)
    • In diesem Fall gelten nur die Positivergebnisse, zu diesen könnte sich der Betriebsarzt ein Foto schicken lassen und dann einen Befund für das Gesundheitsamt erstellen
    • Positivfälle sollten sich sofort isolieren und Ihre Kontaktpersonen informieren
    • Falls kein schriftlicher Positivbefund des Arztes vorliegt, wird das Gesundheitsamt einen weiteren Test anordnen, bevor es mit der Kontaktverfolgung beginnt
  • Ein Abstrich am Kommunalen Testzentrum wird nicht möglich sein, weil dort keine symptomatischen Patienten abgestrichen werden und der Test idR nur bei symptomatischen Patienten Sinn macht
  • Ab November stehen ggf. zwei Ärzte zur Verfügung, die gegen Auftrag in Unternehmen oder an einer zentralen Stelle Abstriche durchführen und Befunde erstellen
    • Bei Interesse gerne melden

Rückfragen

 
 
Device Index

Alle Ansprechpartner/innen auf einen Blick