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Online-Shops

Auf der sicheren Seite

Sichere Zahlungssysteme sind entscheidend für ein vertrauensvolles Verhältnis von Online-Händlern und ihren Kunden. Welche Bezahlsysteme und Gütesiegel gibt es?

Die Zertifizierung von Online-Shops macht den Kunden deutlich, dass der Shop-Betreiber die rechtlichen Vorgaben einhält. Dazu zählen beispielsweise Pflichtangaben im Impressum, Datenschutz, Preisauszeichnung und Widerrufsrecht des Kunden. International renommiert sind die Gütesiegel von Trusted Shops, Geprüfter Online-Shop (EHI) und das TÜV-Siegel s@fer-shopping.

Trusted Shops ist Europas größter Anbieter von Gütesiegeln für Online-Shops und prüft diese nach über 100 Qualitätskriterien. Wesentliches Ziel der Kennzeichnung ist es, Verbrauchern einen sicheren Einkauf im Internet zu garantieren. Bei der Prüfung wird u.a. auf eine klare Anbieterkennzeichnung, die Zusage von Rücktrittsrechten, die Angabe von Zusatzkosten oder die Einhaltung bestimmter Datenschutz- und Sicherheitsvorkehrungen geachtet. Unter dem Dach des Zertifizierers sind mittlerweile 10 000 Shops aus ganz Europa geprüft. Auf der Webseite www.trusted-shops.de können die Zertifikate eingesehen werden.

Vertraute Gütesiegel

„TÜV Süd s@fer-shopping“ ist einer GfK-Umfrage zufolge das bekannteste Gütesiegel für den Online-Handel. Seit zehn Jahren überprüft der TÜV Süd seriöse Anbieter im Internet und bezieht dabei neben technischen und ergonomischen Vorgaben auch die organisatorischen Anforderungen ein, die im Online-Fernabsatz Standard sind. Eine Auswahl der Kriterien: Wie ist es um Datenschutz und Datensicherheit bestellt? Ist die Bestellabwicklung zuverlässig? Werden die Anfragen der Kunden ernst genommen? Ist die Zahlungsabwicklung sicher? Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie benutzerfreundlich die Abwicklung der Geschäfte ist (www.safer-shopping.de).

Das Siegel „EHI Geprüfter Online-Shop“ das von der EHI Retail Institute GmbH vergeben wird, tragen derzeit 450 der größten Online-Shops in Deutschland. Das Gütesiegel kennzeichnet sicherheitsgeprüfte Online-Shops und wird u.a. auch vom Bundesjustizministerium empfohlen. Die Prüfung umfasst alle Aspekte, die für einen sicheren und verbraucherfreundlichen Einkauf wichtig sind (z.B. klare Anbieterkennzeichnung, sichere Zahlungsverfahren oder Einhaltung bestimmter Sicherheitsvorkehrungen beim Datentransfer). Die Kriterien orientieren sich am Europäischen Verhaltenskodex, d.h. an der europäischen Gesetzgebung, sowie an den in Deutschland gültigen gesetzlichen Bestimmungen (www.shopinfo.net).

Zahlungsarten im Internet

Neben den traditionellen Bezahlarten wie Zahlung per Kreditkarte, Nachnahme, Lastschriftverfahren, Zahlung auf Rechnung oder Vorauskasse haben sich im E-Commerce in den letzten Jahren verschiedene spezielle Online-Zahlmethoden entwickelt. Grundsätzlich lassen sich bei den Online-Bezahlsystemen drei Typen unterscheiden:

  • Abbuchungsdienste wie PayPal, clickandbuy und Moneybookers
  • Überweisungsdienste wie sofortüberweisung und giropay
  • vorausbezahlte Prepaid-Karten wie pay-safecard.

Abbuchungsdienste nutzen meist das Lastschriftverfahren. Wer hierüber bezahlt, registriert sich und hinterlegt seine Kontodaten beim Dienst. Beim Online-Kauf wird über das registrierte Nutzerkonto der Kaufbetrag abgebucht und über den Dienst weitergeleitet. Vorteil: Man hinterlegt nur einmal seine Kontoverbindung beim gewählten Dienst und nicht bei jedem Online-Shop. Der Online-Bezahldienst PayPal ist eine Tochtergesellschaft von eBay und wurde durch das Online-Auktionshaus bekannt. Der clickandbuy-Dienst bietet die Möglichkeit, viele Zahlungsarten zu nutzen, und ist besonders im internationalen Zahlungsverkehr renommiert.

Überweisungsdienste: Viele Internet-User erledigen ihre Geldgeschäfte online. Die Hausbank bietet meist Homebanking per PIN/TAN-Verfahren an, sodass kleine und größere Geldbeträge einfach und schnell überwiesen werden können. Bei der Nutzung von Überweisungsdiensten wie sofortüberweisung.de oder giropay benötigt der Kunde ein onlinefähiges Bankkonto, seine PIN und seine TAN. Der Überweisungsdienst bucht die fällige Bezahlung auf das Konto des Online-Shops.

Im Unterschied dazu leitet Giropay Nutzer während des Bezahlvorgangs zur sicheren Homebanking-Seite seiner Bank oder Sparkasse. Der Dienst sofortüberweisung.de übermittelt die nötigen Angaben wie PIN und TAN dagegen direkt zur Bank. Auch wenn alle Kundendaten SSL-verschlüsselt übertragen werden, warnen einige Banken und Verbraucherschützer Kunden ausdrücklich vor der Eingabe von PIN und TAN in einem bankfremden Online-Portal, wie es sofortüberweisung.de ist. Vorteil der Bezahldienste: Sie sind in Tausenden von Shops verbreitet. Es ist keine Registrierung beim Dienst notwendig, die Bezahlung erfolgt schnell und einfach.

Vorausbezahlte Prepaid-Karten: Wer per Paysafecard im Internet bezahlen will, kauft sich eine Guthabenkarte. Die Bezahlung funktioniert schnell und einfach im Online-Shop. Der Warenpreis wird nach Eingabe eines Codes mit dem Kartenguthaben verrechnet. Der Nachteil ist allerdings, dass die Karten nur bei wenigen Shops als Zahlungsmöglichkeit akzeptiert werden.

Die Online-Bezahldienste, die in die jeweiligen Shop-Systeme integriert sind, bieten dem Online-Käufer viel Flexibilität bei der gewünschten Zahlungsart. Die sensiblen Kundendaten müssen nicht im Online-Shop hinterlegt werden, wie es bei Zahlung mit Kreditkarte oder Lastschrift der Fall ist. Wird ein Einkauf getätigt, erhält der Online-Shop umgehend eine elektronische Nachricht, dass die Bezahlung ausgeführt wurde. Die Bearbeitung des Auftrags wird nach Bestelleingang umgehend gestartet. Der Käufer bekommt seine Ware ohne Zeitverzögerung ausgeliefert. Über Käuferschutz-Programme einiger Dienste kann der Kaufpreis erstattet werden, falls der Händler die Waren nicht schickt oder Beschwerden anfallen.

Häufig genutzt wird immer noch die Vorauskasse. Dabei sollte man beachten, dass sich dadurch die Lieferzeiten um bis zu fünf Tage verzögern können. Erst wenn der Zahlungseingang im Online-Shop verbucht ist, geht die Ware in die Auftragsabwicklung. Ohne eine zusätzliche Versicherung wie den Trusted-Shops-Käuferschutz kann der Online-Kauf für den Verbraucher riskant sein. Nur mit der Geld-zurück-Garantie kann er sich zusätzlich gegen Nichtlieferung und Nichterstattung absichern.

Transparente Preisinformation

In einem guten Online-Shop gibt es keine versteckten Kosten. Alle Preisinformationen sollten auf der Website des Shops transparent dargestellt sein. Fällt für den jeweiligen Dienst eine Bearbeitungsgebühr an, sollten diese in den rechtlichen Informationen des Shops einsehbar und auf jeden Fall im Endpreis ausgewiesen sein. Alle anfallenden Kosten sollten für den Kunden im Warenkorb gelistet sein. Lieferkosten und Bearbeitungsgebühren für Online-Bezahlsysteme müssen im Endpreis an der „Kasse“ klar und deutlich aufgelistet werden. Ein SSL-verschlüsselter Kundenbereich gewährleistet höchste Datensicherheit. Zahlungsdaten sollten niemals unverschlüsselt übertragen werden, denn sie könnten abgefangen und missbraucht werden. Auch verstößt dies häufig gegen die Bedingungen der eigenen Bank. Am Schloss-Symbol im Browser oder am Präfix https:// in der Linkadresse kann jeder erkennen, dass die Übertragung verschlüsselt ist.

Sicher einkaufen im Internet hat viele Facetten. Wenn Online-Shops die bekannten Zertifikate vorweisen können, schafft dies Vertrauen beim Online-Käufer. Kundenfreundliche und internationale Zahlungssysteme, die über einen verschlüsselten Datenaustausch die technische Sicherheit für den Online-Kauf herstellen, sind bei zertifizierten Online-Shops Standard. Wie bei andere Geschäften gilt auch beim Online-Verkauf: Die vertrauensvolle und transparente Beziehung zwischen Käufer und Verkäufer ist die Basis für die Kaufentscheidung.

Doch alle Zertifizierungen seriöser Online-Shops schützen nicht gegen Phishing (Datenklau im Internet), wenn der Online-Käufer nicht seiner Eigenverantwortung gerecht wird und sein Betriebssystem, das Antivirenprogramm, den E-Mail-Client und vor allem seinen Web-Browser mit Updates und Sicherheitseinstellungen auf den höchstmöglichen Sicherheitsstand hält.

Autor:

Andrea Lachmuth

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ist Pressesprecherin der Onlineprinters GmbH in Neustadt a. d. Aisch, eine der führenden Online-Druckereien (www.diedruckerei.de).
 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 06|2011, Seite 26

 
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