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Weltweiter Bio-Markt wächst kräftig

Die Weltleitmesse für Bio-Produkte BioFach 2005 im Messezentrum Nürnberg glänzte mit Superlativen: Mit 32 500 Fachbesuchern kamen zehn Prozent mehr Messegäste als zur Veranstaltung 2004, um acht Prozent wuchs die Zahl der Aussteller auf 2 045, gut zwei Drittel reisten aus dem Ausland an. Die Firmen aus 69 Ländern hatten diesmal 33 500 Quadratmeter Nettoausstellungsfläche gebucht, ein Plus von neun Prozent. Eröffnet wurde die BioFach auch in diesem Jahr wieder von Bundesverbraucherministerin Renate Künast. „Bio boomt, wird zum Global Player und zum Börsenhit, hat einen festen Platz in Gesellschaft und Wirtschaft“, betonte die Ministerin. Es gebe derzeit zwei Wachstumsbereiche in Deutschland – nachwachsende Rohstoffe und die Biobranche.

2004 erzielte der deutsche Bio-Lebensmittelmarkt ein Wachstum um gut zehn Prozent auf rund 3,4 Mrd. Euro (Quelle: Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft, BÖLW). Damit stieg der Bio-Umsatz in Deutschland deutlich stärker als der der Ernährungsindustrie, die im Inland 2004 lediglich um ein Prozent auf 102 Mrd. Euro zulegte (Bundesverband der Deutschen Ernährungsindustrie, BVE). 25 000 Produkte tragen bereits das Bio-Siegel.

Wie der deutsche Bio-Markt ist auch die Beteiligung deutscher Unternehmen an der BioFach erneut gewachsen. Traditionell stark vertreten waren auch die Feinschmeckerländer Italien, Spanien und Frankreich, die neuen EU-Nachbarn Polen und die Tschechische Republik kamen mit deutlich mehr Ausstellern. Angebotsschwerpunkt der BioFach waren hochwertige Bio-Lebensmittel, das Spektrum reichte vom Rohstoff bis zum Convenience-Produkt, Kosmetik, Körperpflege- und Reinigungsmittel zeigten etwa zehn Prozent der Aussteller. Weitere Naturwaren wie z. B. Textilien, Schuhe, Haushaltswaren und Produkte für Ökolandbau und Vermarktung rundeten das Angebot ab.

Naturkosmetik
Mit etwa 200 Anbietern von hochwertigen Naturkosmetik- und Körperpflegeprodukten ist die BioFach auch die international bedeutendste Fachmesse für Naturkosmetik. Seit dem Jahr 2000 verdoppelten sich sowohl Ausstellerzahl als auch vermietete Fläche. Das Label „Kontrollierte Naturkosmetik“ des Bundesverbandes Deutscher Industrie- und Handelsunternehmen (BDIH) schmückt 1 900 zertifizierte Produkte von 36 Herstellern. Während der deutsche Kosmetikmarkt insgesamt stagniert, verzeichnen die Hersteller echter Naturkosmetik ein stabiles Umsatzwachstum. Experten schätzen den Anteil der Naturkosmetikprodukte auf drei bis sechs Prozent vom Gesamtmarkt, was einem Umsatzvolumen zwischen rund 340 und 650 Mio. Euro entspricht.

Zukunftsaussichten für Bio-Produkte
Der weltweite Bio-Umsatz wuchs im Jahr 2004 nach Schätzungen des Londoner Marketing- und Beratungsunternehmens Organic Monitor um rund sechs Prozent. Geht man von 25 Mrd. US-Dollar Umsatz im Jahr 2003 aus, dann stehen 2004 etwa 26,5 Mrd. US-Dollar zu Buche. Organic Monitor: „Die höchsten Wachstumsraten sind derzeit in Nordamerika zu beobachten, während die meisten westeuropäischen Länder eine eher geringe Zuwachsrate mit bis zu fünf Prozent verzeichnen. Ein hohes prozentuales Wachstum gibt es auch im asiatisch-pazifischen Raum, in Lateinamerika und Osteuropa, allerdings auf einer niedrigeren Ausgangsbasis.“ Der Europäische Markt ist mit zehn Mrd. Euro Umsatz vor den USA der größte Einzelmarkt, so das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) und die Stiftung Ökologischer Landbau (SÖL).

Gut 734 000 Hektar werden in Deutschland ökologisch bewirtschaftet. Mit dieser Fläche steht Deutschland laut SÖL international auf Platz sieben nach Australien, Argentinien, Italien, USA, Brasilien und Uruguay. 16 500 Bio-Höfe gibt es derzeit in Deutschland, die 4,3 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche bearbeiten. Die Zahl der Unternehmen – Erzeuger, Verarbeiter, Importeure – erhöhte sich nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums auf insgesamt 20 367. Die Zahl der Beschäftigten in der Bio-Branche wird auf rund 150 000 geschätzt. Davon entfallen etwa 30 000 Arbeitsplätze auf landwirtschaftliche Erzeuger, 80 000 auf Hersteller von Bio-Lebensmitteln und Naturwaren, im Groß- und Einzelhandel sind rund 40 000 Menschen beschäftigt.

Autor: 
gru.
 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 04|2005, Seite 78

 
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