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Geschichtsträchtige Verbindungen

22 000 griechische Staatsangehörige betreut das Honorarkonsulat mit Sitz in Nürnberg.

Das griechische Honorarkonsulat in Nürnberg nimmt eine Sonderstellung ein, denn alle anderen griechischen Vertretungen in der Bundesrepublik wurden in Berufskonsulate umgewandelt. Das Nürnberger Konsulat blickt auf eine lange Geschichte zurück: 1961 wurde Gustav Schickedanz zum Honorarkonsul von Griechenland ernannt. Damals lebten gerade einmal 2 000 griechische Staatsangehörige im Konsularbereich, der Mittel- und Oberfranken sowie die Oberpfalz umfasst.

Erst ein Jahr zuvor, im März 1960, hatten Deutschland und Griechenland einen Vertrag zur „Entsendung und Aufnahme griechischer Arbeitskräfte“ abgeschlossen. Viele Griechen fanden damals einen Arbeitsplatz im Großversandhaus Quelle des Honorarkonsuls, der 1966 auch die Trägerschaft der ersten griechischen Schule in Nürnberg übernahm. Nach Schickedanz’ Tod behielt seine Frau Grete 1977 das Ehrenamt. An ihrer Beisetzung im Jahr 1994 nahmen nicht nur zahlreiche hochrangige griechische Vertreter aus Politik und Kirche teil, sondern auch 1 500 Schüler der griechischen Schule. Seit Juli 2004 betreut Madeleine Schickedanz als Honorarkonsulin die 22 000 in Nordbayern lebenden Griechen, rund 800 Kinder und Jugendliche besuchen die griechische Privatschule.

Vier Mitarbeiter stehen im Honorarkonsulat, das im Jahr 2001 von der Königstraße zum Hallplatz umzog, für die Wünsche und Anliegen der Griechen zur Verfügung. Über einen Mangel an Arbeit kann sich Aliki Alesik, die das Honorarkonsulat leitet, nicht beschweren. Schon in den frühen Morgenstunden stehen derzeit die ersten Griechen Schlange vor dem Konsulat, um sich einen neuen Pass ausstellen zu lassen. Denn Ende des vergangenen Jahres sind die Personalpapiere aller Griechen ungültig geworden und müssen durch neue ersetzt werden.

Aber auch sonst kommen Tag für Tag zahlreiche griechische Staatsbürger, um Geburten, Todesfälle, Eheschließungen sowie Militärangelegenheiten im Honorarkonsulat zu regeln. Aliki Alesik und ihre Mitarbeiter sind bei der Antragstellung der griechischen Pässe behilflich, nehmen standesamtliche Registrierungen vor und erstellen amtliche Bescheinigungen. In Fragen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit verweist das Honorarkonsulat Interessenten allerdings an die griechische Botschaft in Berlin oder an das Generalkonsulat in München.

Autor: 
hpw.
Externer Kontakt: Honorarkonsulat der Griechischen Republik; Hallplatz 23/25, 90402 Nürnberg, Tel. 0911/20 46 55, Griech.Konsulat.Nuernberg@t-online.de
 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 03|2007, Seite 18

 
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