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seneca Corporate Finance

Unternehmensverkäufe im Mittelstand

"In unserem Metier braucht man einen langen Atem", sagt Matthias Tröger, Geschäftsführender Gesellschafter der seneca Corporate Finance GmbH in Nürnberg. Tröger ist seit 20 Jahren im Bereich Mergers and Acquisitions (M&A) tätig und hat das Auf und Ab im Segment der Unternehmensfusionen und -käufe erlebt. Das Beratungsunternehmen wurde 1990 als Unternehmensbereich von Rödl & Partner gegründet und 2004 durch einen Management-Buy-out aus der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft herausgelöst. Seitdem agiert die Gesellschaft, die seit diesem Jahr unter ihrem jetzigen Namen firmiert, eigenständig auf dem Markt.

Die Beratung, die neun Mitarbeiter beschäftigt, hat sich auf M&A spezialisiert. Dieses Kürzel steht für den Kauf, Verkauf und die Fusion von Unternehmen bzw. Unternehmensteilen. Die Beratungsleistungen von seneca richten sich vor allem an inhabergeführte mittelständische Unternehmen: "Nachfolgeregelung, strategische Neuausrichtung oder Expansion sind für Mittelständler die wichtigsten Gründe, sich mit dem Thema M&A zu befassen", erklärt Tröger. Als spezialisierter Dienstleister kennt seneca alle Facetten des M&A-Geschäfts, der Fokus liegt jedoch bei einem Transaktionsvolumen von drei bis 150 Mio. Euro. Die meisten Klienten sind im Gebiet zwischen Frankfurt und München ansässig, aber auf der umfangreichen Referenzliste finden sich auch Firmen aus anderen Bundesländern oder aus dem Ausland.

Bei der mittelständischen Zielgruppe gebe es allerdings nicht selten Berührungsängste mit dem Thema M&A, berichtet Matthias Tröger: "Die Materie ist sehr kompliziert, weil so viele verschiedene Bereiche wie Steuerrecht, Gesellschaftsrecht und finanzwirtschaftliche Aspekte zum Tragen kommen." seneca sieht sich deshalb als Navigator, der seinen Mandanten den Weg durch diese komplexe Materie weist. Als Koordinator zieht er bei Bedarf Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Rechtsanwälte hinzu. Zum Selbstverständnis der Beratungsgesellschaft gehört es, auf die speziellen Wünsche der mittelständischen Klientel einzugehen, wie Partnerin Kerstin Ott betont: "Traditionen bewahren und Arbeitsplätze sichern sind für die meisten unserer Klienten wichtige Anliegen. Unsere Aufgabe ist es, den richtigen Investor für diese Ziele zu finden." Dafür sei ein gutes Netzwerk entscheidend, aber auch die Fähigkeit, sich schnell und umfassend mit Kundenunternehmen vertraut zu machen.

Mit positiven Beispielen erfolgreicher Nachfolgeregelung wollen Kerstin Ott und Matthias Tröger die Vorbehalte des Mittelstandes gegenüber Beteiligungsgesellschaften abbauen: Das Heuschrecken-Klischee sei noch immer weit verbreitet, obwohl es für das mittelständischen Segment der Private-Equity-Gesellschaften überhaupt nicht passe: "Hier steht meistens eine längerfristige Betrachtung des Investments im Vordergrund, nicht die kurzfristige Rendite."

Neben der Prozesskompetenz brauchen die Berater von seneca Empathie und Fingerspitzengefühl: Häufig spürt Kerstin Ott bei ihren Projekten, dass beim Verkauf eines Familienunternehmens enorme psychologische Hürden genommen werden müssen. Hinzu kommt, dass die meisten Mittelständler auf keinerlei Erfahrung mit einem Unternehmensverkauf zurückgreifen können: "Viele machen eine solche Transaktion nur einmal im Lebenszyklus ihrer Firma. Der Prozess ist für sie wie eine Black Box." Die Beratung solle da Licht hineinbringen, etwa durch transparente Abläufe und eine detaillierte Prozessplanung, erläutert Christian Weibrecht, der dritte Partner von seneca.

Zu den Kardinaltugenden der M&A-Beratung gehört auch Geduld: "Das ist kein Segment für den schnellen Euro", unterstreicht Matthias Tröger. Manchmal dauert es Jahre, ehe die Akquisitionsphase in ein Projekt mündet. "Gefragt sind Ausdauer, Frustrationstoleranz und Zielorientierung, also Eigenschaften, die einen guten Langstreckenläufer ausmachen." Dieses Anforderungsprofil spiegelt sich im Namen der Beratung wider: Die Seneca sind ein Irokesen-Stamm, der für seine ausdauernden Läufer berühmt war.

Autor: 
aw.
 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 09|2009, Seite 57

 
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