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PSD Bank Nürnberg

Verlust mit Griechenland-Anleihen drückt Ertrag

Die Euro-Krise hat der genossenschaftlichen PSD Bank Nürnberg das Ergebnis im 75. Jubiläumsjahr verhagelt: 2011 mussten Griechenland-Papiere in Höhe von acht Mio. Euro abgeschrieben werden, sodass der Jahresüberschuss um 40 Prozent auf 4,2 Mio. Euro sank.

Gleichwohl bezeichnete Vorstandsvorsitzender Johann Büchler das Ergebnis als „zufriedenstellend“, da sich die anderen Kennzahlen positiv entwickelt hätten. Die Bank wurde als Post-, Spar- und Darlehensverein gegründet und ist heute die zweitgrößte von deutschlandweit 15 PSD-Banken.

Die Bilanzsumme legte im Geschäftsjahr 2011 um vier Prozent auf 2,4 Mrd. Euro zu, das Kreditvolumen der in Franken und Sachsen agierenden Privatkundenbank wuchs um knapp 15 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro. Das Kreditgeschäft besteht nach Aussage von Vorstand Helmut Hollweck zu 98 Prozent aus Baufinanzierungen, zwei Prozent entfallen auf das Ratenkreditgeschäft.

Die Kundeneinlagen stiegen um fast drei Prozent auf 2,1 Mrd. Euro, womit der geplante Zuwachs von fünf Prozent verfehlt wurde. Büchler will auch in Zukunft „ohne Köderangebote“ auskommen und Sparer bedarfsgerecht über sichere Anlagen informieren. Im Geschäftsgebiet Sachsen wird nach Beobachtung der Bank etwas eifriger gespart als in Franken, insgesamt entfalle ein Viertel des Geschäfts auf die Standorte Dresden, Leipzig und Chemnitz. Die Eigenkapitalquote stieg leicht auf 4,5 Prozent und soll „allein und ohne staatliche Hilfen“ auf die kommenden Anforderungen nach Basel III angehoben werden.

Zum Jahreswechsel beschäftigte die Bank 215 Mitarbeiter, knapp 20 mehr als im Vorjahr, außerdem starteten drei Azubis ihre Lehre. Für Büchler lohnt sich der Berufsstart bei der PSD Bank: „Wer als Azubi zu uns kommt, hat praktisch schon einen Arbeitsvertrag in der Tasche.“ Von den rund 120 000 Kunden sind 48 000 zugleich Mitglied in der Kreditgenossenschaft, nach Jahren mit schwindender Mitgliedszahl habe man im letzten Jahr mit fast 3 000 neuen Genossen den Abschwung wieder „ausgebügelt“.

Im laufenden Jahr sieht Büchler sein Haus auf gutem Kurs, bis Jahresende sei bei den Kundeneinlagen ein Plus von fünf Prozent und im Kreditgeschäft von 14 Prozent realistisch. Den Jahresüberschuss will Büchler auf gut acht Mio. Euro verdoppeln und damit das gute Geschäftsjahr 2010 leicht übertreffen.

Autor: 
tt.
 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 07|2012, Seite 63

 
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