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GSS Grundig Systems

Nicht nur Technik, sondern auch Inhalte

GSS Grundig Systems © Thomas Tjiang

Die GSS-Geschäftsführer Robert Kirschner (l.) und Norbert Teschner.

Die Nürnberger GSS Grundig Systems GmbH ist mittlerweile der letzte operative Nachfolger in der Metropolregion, der noch an die legendäre Radio- und Fernsehmarke Grundig erinnert. Das Unternehmen entwickelt und produziert Kopfstationen, mit denen Fernsehsignale von Satelliten empfangen und an Nutzer verteilt werden. Nach wie vor profitiere man vom Label „Made in Germany“ und dem bekannten Markennamen, mit dem es in 70 Ländern aktiv ist, so Vertriebs-Geschäftsführer Robert Kirschner. Die Wachstumsmärkte lägen allerdings im Mittleren Osten und Afrika, gefolgt von Osteuropa.

Der Markt für Kopfstationen ist jedoch wie der von PCs, Fernsehern und anderen Hardware-Produkten von einem starken Preisverfall gekennzeichnet. In den letzten fünf Jahren sei der Preis für eine Kopfstation von einst 25 000 Euro auf heute 6 000 Euro eingebrochen, sagt Kirschner. GSS setze daher nicht nur auf Technik, sondern auch auf Inhalte. Speziell für den europäischen Markt werden in Kooperation mit dem Programmanbieter Telearabia sechs TV-Kanäle angeboten.

Aber auch auf der technischen Seite sollen neue Märkte erschlossen werden. Denkbar ist für Technik-Geschäftsführer Norbert Teschner beispielsweise eine Kooperation mit Kabelnetzbetreibern. Mit einer Kopfstation als Infrastrukturschnittstelle könnten für das sogenannte Smart Home digitale Leistungen wie Smart Metering (digitale Verbrauchserfassung) auf den Markt gebracht werden. Als nächste technologische Stufe gilt das sogenannte Http-Live-Streaming (HLS). Hierbei wird bei der digitalen Signalverteilung über WLAN die übertragene Datenrate in Echtzeit an das jeweilige Endgerät angepasst. Hotelgäste erhalten dann beispielsweise nur die Bandbreite, die sie mit Smartphone, Tablet oder Notebook tatsächlich zum Streamen brauchen.

Das Geschäftsführer-Duo beziffert den Umsatz für das Jahr 2018 mit fünf Mio. Euro, für das laufende Jahr zeichne sich ein Zuwachs um 20 Prozent ab. GSS beschäftigt weltweit 40 Mitarbeiter, 30 davon in Nürnberg. Das Unternehmen wurde 2017 neu gegründet und hat im gleichen Jahr Teile der insolventen Nürnberger GSS Grundig Sat Systems GmbH übernommen. Diese wiederum war 2004 entstanden, als der Geschäftsbereich „Kopfstationen und Satelliten-Systeme“ des einstigen Fürther Unterhaltungselektronikherstellers Grundig gebündelt wurde, der 2003 in die Insolvenz gegangen war.

Autor: 

tt.

 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 07|2019, Seite 63

 
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