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IHK-Umfrage

Was wollen die Azubis?

Auszubildende © izusek/GettyImages.de

Das ist angehenden Auszubildenden wichtig: Abwechslung, Karrierechancen, Wohnort und Übernahme.

Nach welchen Kriterien wählen Jugendliche ihren Ausbildungsberuf und ihren Ausbildungsbetrieb aus? Dieser Frage widmete sich die Azubi-Studie der IHK Nürnberg für Mittelfranken. Die Umfrage wurde von angehenden Fachangestellten für Markt- und Sozialforschung der Berufsschule 4 in Nürnberg (B4) durchgeführt und kam zu diesen wesentlichen Erkenntnissen: Beim Ausbildungsberuf sind die Karrieremöglichkeiten und die Abwechslung im angestrebten Beruf entscheidend. Geht es um den Ausbildungsbetrieb, stehen dagegen Wohnortnähe und Übernahmechancen im Vordergrund. Fast 1 000 Azubis aus ganz Mittelfranken – quer über alle Branchen und Ausbildungsberufe – hatten an der Befragung im Frühjahr 2019 teilgenommen.

Die Ergebnisse im Überblick

  • Die drei wichtigsten Aspekte bei der Wahl eines Ausbildungsberufes sind die künftigen Karrieremöglichkeiten (52 Prozent), interessante und abwechslungsreiche Inhalte des Berufes (47 Prozent) und gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt (35 Prozent).
  • Bei der Entscheidung für den eigenen Ausbildungsbetrieb waren dagegen vor allem Wohnortnähe (46 Prozent), Übernahmewahrscheinlichkeit (42 Prozent) und Aufstiegs-/Karrieremöglichkeiten entscheidend.
  • Wichtigster Informationskanal bei der Wahl des Berufes sind Freunde und Familie. Erst danach folgen Jobbörsen im Internet, die Berufsberater der Agentur für Arbeit und Berufsbildungsmessen.
  • Vorrangig sind die Auszubildenden über Stellenanzeigen auf der Homepage des jeweiligen Betriebs auf ihren Ausbildungsplatz aufmerksam geworden. Lediglich drei Prozent der Befragten haben über Social-Media-Kanäle von ihrem Ausbildungsplatz erfahren.
  • Auszubildende wünschen sich die Möglichkeit, den Betrieb und vor allem den Ausbildungsberuf im Vorfeld kennenzulernen, beispielsweise durch Praktika oder Aushilfsjobs.

Die Umfrage entstand während eines Projekts an der Nürnberger Berufsschule 4: Fünf Azubis im zweiten Ausbildungsjahr, die die Berufsschule im Zuge ihrer Ausbildung zu Fachangestellten für Markt- und Sozialforschung besuchen, erstellten den Projektauftrag, führten die Befragung durch und präsentierten der IHK die Ergebnisse. Uwe Krabbe, Leiter der B4, erklärte: "Uns als B4 freut es immer besonders, wenn die Auszubildenden einen externen Auftrag, wie hier von der IHK Nürnberg für Mittelfranken erhalten, und eine Befragung aus der Praxis für die Praxis durchführen können." Gerade die Besprechungen mit den Auftraggebern und vor allem die Präsentation vor einem größeren Kreis, wie dem Berufsbildungsausschuss der IHK Nürnberg für Mittelfranken, seien wertvoll für die Schüler und stärkten ihre sozialen Kompetenzen.

Der Auftrag der IHK an die fünf jungen Marktforscher im zweiten Ausbildungsjahr bezog sich auf die Fragen "Wie entscheiden sich Azubis für einen Ausbildungsberuf?" und "Welche Kriterien legen sie bei der Wahl des Ausbildungsbetriebes fest?". Hierzu befragten die Marktforschungs-Azubis in Abstimmung mit der Regierung von Mittelfranken und dem Amt für berufliche Schulen der Stadt Nürnberg die mittelfränkischen IHK-Azubis im ersten Ausbildungsjahr.

"Die Ergebnisse spiegeln die Realität wider, zumal sich einerseits Azubis aus allen Branchen beteiligt haben und auch weitere Kriterien wie Geschlechterverteilung oder Vorbildung der Azubis der Realität entsprechen", so Stefan Kastner, Leiter des Geschäftsbereiches Berufsbildung bei der IHK Nürnberg für Mittelfranken.

 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 01|2020, Seite 25

 
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