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Mit Playmobil zweistelliges Umsatzplus

Die Zirndorfer geobra Brandstätter GmbH & Co. KG zählt sich zu den Gewinnern der schrumpfenden Spielwarenbranche. Das stetige Wachstum der Spielzeugmarke Playmobil konnten weder die schwierigen Rahmenbedingungen noch die damit einhergehende Konsumflaute bremsen, wie Andrea Schauer, Geschäftsführerin Entwicklung, Marketing, Vertrieb, in Zirndorf erklärte. Playmobil sei 2002 erfolgreicher denn je gewesen. International erzielte das mittelfränkische Familienunternehmen ein Umsatzplus von 16 Prozent, in Deutschland konnte der Umsatz um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Der Marktanteil im Inland erhöhte sich von 6,8 auf 7,3 Prozent.

Erstmals konnten 2002 alle zehn unter dem Dach von Playmobil-Merchandising angesiedelten Vertriebsgesellschaften Zuwächse verbuchen. Der weltweite Playmobil-Umsatz erhöhte sich von 260 Mio. Euro auf 301 Mio. Euro im abgelaufenen Kalenderjahr. Der Auslandsanteil liegt mit rund 58 Prozent knapp unter dem Vorjahresniveau. Besonders positiv war nach Einschätzung von Andrea Schauer die Entwicklung in Frankreich, dem nach wie vor größten Auslandsmarkt, in Benelux, Österreich und der Schweiz. In diesen Länder konnten zweistellige Umsatzsteigerungen erreicht werden. Auch in Großbritannien konnte Playmobil Marktanteile hinzu gewinnen. In den USA gelang dollarbereinigt ein zweistelliges Umsatzwachstum, trotz der negativen wirtschaftlichen Situation. Von Vertriebstöchtern und Distributeuren wird Playmobil in insgesamt 60 Ländern vermarktet.

Optimistische Erwartungen
Nach dem Rekordjahr 2002 sei es das erklärte Ziel von geobra Brandstätter, den Erfolgskurs kontinuierlich fortzusetzen, so Schauer. Attraktive Neuheiten und die ständige Aktualisierung des Sortiments sollen „ohne an der Philosophie zu rütteln“ dazu beitragen, dass die Begeisterung der kleinen Konsumenten für Playmobil anhält. Um weitere Steigerungen zu realisieren, müsse die Produktionskapazität ausgebaut werden. „Wir haben bereits die Weichen gestellt, damit wir erneut ein positives Ergebnis vorlegen können. Trotz der Konjunkturflaute und dem daraus resultierenden Konsumentenverhalten sind wir optimistisch. Die jetzige Elterngeneration kennt und schätzt Playmobil aus eigener Spielerfahrung. Das gibt unserer günstigen Entwicklung Rückenwind. Ein Plus im einstelligen Bereich dürfte realisierbar sein“, prognostizierte Schauer.

Produktionsstätten
Von den Playmobil-Spritzereien in Deutschland, Malta und Spanien wurden 2002 insgesamt etwa 11 500 Tonnen Kunststoff verarbeitet. Rund 28 Mio. Packungen verließen im vergangenen Jahr das Werk Dietenhofen in Richtung Spielwarenhandel in vielen Ländern. Trotz des riesigen Volumens kam es zur Saison bei einigen Artikeln zu Lieferengpässen. „Wir setzen alles daran, die erhöhte Nachfrage optimal zu bedienen“, betonte Dr. Franz Höhe, kaufmännischer Geschäftsführer. Um produktionstechnisch und logistisch für eine weitere Expansion gerüstet zu sein, würden im Fertigungswerk Dietenhofen 2003 zehn Mio. Euro in ein neues Gebäude für Montage, Druckerei und Blocklager und drei Mio. Euro für Maschinen investiert.

Playmobil-Malta Ltd., der wichtigste Zulieferant für das deutsche Produktionswerk, schloss zum Jahresende 2002 den Umzug der Produktion in die neue, hochmoderne Fabrik ab. Das 38 000 Quadratmeter große Gebäude biete optimale Betriebsabläufe in allen Bereichen, so Höhe. Allein in die Ausstattung des zukunftsorientierten Projekts wurden 14 Mio. Euro investiert.

Rund 60 Mio. Playmobil-Figuren wurden 2002 in Malta gefertigt. Der zum Jahresanfang 2002 zu 100 Prozent von geobra Brandstätter übernommene Fertigungsbetrieb Playmobil S.A. in Spanien habe sich gut in den Produktionsverbund Dietenhofen/Malta integriert. Mit Playmobil CZ spol. s r. o. helfe ein kleiner Betrieb in Tschechien, die Lieferfähigkeit flexibler zu gestalten. Der grenznah gelegene Montagebetrieb konfektioniert täglich durchschnittlich 100 000 Beutel, die im Werk Dietenhofen in die Verpackungen fließen. „Die Hauptproduktion und der Erhalt der Arbeitplätze in Deutschland wäre uns ohne Ergänzung von kostengünstiger arbeitenden Auslandsstandorten nicht möglich“, kommentierte Franz Höhe.

Der konsolidierte Gesamtumsatz der Brandstätter-Gruppe kletterte von 264,1 Mio. Euro auf 304,3 Mio. Euro im Kalenderjahr 2002. Das nach eigenen Angaben führende deutsche Spielwarenunternehmen, das nach wie vor zu 100 Prozent in Familienbesitz ist, toppte das Vorjahresergebnis um 15 Prozent. Zum dritten Mal in Folge wurde eine zweistellige Zuwachsrate erzielt.

Im Jahresmittel 2002 beschäftigten die Brandstätter-Unternehmen im In- und Ausland insgesamt 2 267 Mitarbeiter (Vorjahr 2 162). In Deutschland standen 1 183 Beschäftigte (1 124) auf den Lohn- und Gehaltslisten. Im Produktionswerk Dietenhofen, in der Zirndorfer Firmenzentrale und im Zirndorfer Playmobil-FunPark wurden 59 neue Stellen geschaffen.

Playmobil FunPark
Seit der Eröffnung im Frühjahr 2000 kamen über eine Mio. Besucher in die rund 90 000 Quadratmeter große Aktivspielwelt. Seit Sommer 2002 steht Gästen das Hotel Playmobil-Inn mit 28 Zimmern zur Verfügung. Damit das Freizeitland ganzjährig und witterungsunabhängig genutzt werden kann, entsteht derzeit ein Allwetter-Erlebniscenter. Der Rohbau des 5 000 Quadratmeter großen Glas-Gebäudes mit Spiellandschaften, Gastronomie und Golfaktivitäten ist fertig gestellt. Bislang wurden für das „HOB-Center“ 14 Mio. Euro investiert. Bis zur Fertigstellung im Sommer 2004 wird das nach Ideen von Alleininhaber Horst Brandstätter geplante Bauprojekt insgesamt über 50 Mio. Euro kosten.
 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 03|2003, Seite 46

 
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