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Excella Pharma Source

Neuer Eigentümer baut Standort Feucht aus

Der US-Pharmakonzern Pfizer hat sich Anfang dieses Jahres von der Heumann PCS mit Sitz in Feucht getrennt. Neuer Eigentümer ist nun die französische Fareva-Gruppe. Die neue Mutterfirma, die insgesamt 20 Werke in Frankreich, der Schweiz, der Ukraine und jetzt auch in Feucht besitzt, ist schwerpunktmäßig Lohnhersteller für Pharmazeutika, Haushaltsartikel und Kosmetik. Weitere wichtige Neuerung: Seit März firmiert Heumann nun als Excella Pharma Source.

Vor Kurzem besuchten die Mitglieder des IHK-Gremiums Altdorf das innovative Pharmaunternehmen. Bei dieser Gelegenheit erklärte Hans-Dieter Zeitz, der für Administration und Vertrieb zuständige Geschäftsführer, dass man der Übernahme nur positive Seiten abgewinnen könne. Denn der neue Eigentümer Fareva investiere gleich zu Beginn insgesamt 17,5 Mio. Euro in ein neues chemisches Technikum am Standort Feucht. Mit dieser derzeit größten industriellen Einzelinvestition im Landkreis Nürnberger Land werde ein seit 35 Jahren auf dem Firmengelände bestehendes Gebäude ersetzt. Das Projekt soll dazu beitragen, die neue Unternehmensstrategie umzusetzen: Diese sieht vor, sich auf kleinvolumige und anspruchsvolle Substanzen mit hoher Profitabilität zu konzentrieren.

Der traditionsreiche fränkische Pharmabetrieb, der 1913 von dem Pfarrer Ludwig Heumann in Nürnberg als Kräuter-Medizin-Hersteller (Phytopharmaka) gegründet worden war, ist heute auf den Geschäftsfeldern Lohnfertigung, Entwicklung von Wirkstoffen und Fertigarzneimittel aktiv. In den letzten Jahren nahm die bisherige Heumann PCS eine rasante Entwicklung: Waren im Jahr 1997 erst 180 Mitarbeiter in Feucht tätig, so sind es heute über 400 Mitarbeiter.

Das Produktionsprogramm in Feucht beinhaltet über 40 Moleküle, u.a. traditionelle Wirkstoffe wie Diclofenac und Antikrebsprodukte wie Tamoxifen, so Dr. Peter Mörsdorf, der für den Bereich Chemie zuständige Geschäftsführer. Stolz sei man auf die hohe Qualität der Produkte und die Erfolge im betrieblichen Umweltschutz, die durch regelmäßige Inspektionen der amerikanischen und deutschen Kontrollbehörden FDA und GMP, durch ständige Audits und durch Inspektionen der Kunden immer wieder bestätigt würden.

"In dem Segment der Fertigarzneimittel haben wir uns ausschließlich auf feste, orale Formen wie Tabletten und Kapseln spezialisiert", so Mörsdorf. Diese werden in technisch sehr anspruchsvollen Reinraumbedingungen hergestellt, die auch die Produktion von hochwirksamen Substanzen zulassen. In diesem Segment sei Excella in der Weltspitze zu finden und liefere Fertigarzneimittel dieser Art an Kunden in über 50 Länder. Hans-Jürgen Lorenz, der Vorsitzende des IHK-Gremiums Altdorf, erklärte, das Unternehmen sei ein Vorzeigebetrieb hinsichtlich Innovation und internationalem Engagement. Insbesondere dankte er der Geschäftsführung für die intensive Arbeit in der betrieblichen Ausbildung.

 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 06|2008, Seite 56

 
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