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25 Jahre Fraunhofer in Erlangen

Forschung mit Weltruf

Die beiden Fraunhofer-Institute für Integrierte Schaltungen IIS und für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie IISB feierten am 20. Juli ihr 25-jähriges Jubiläum.

Die Forschungseinrichtung, die als MP3-Erfinderin bekannt ist, begann als kleine Arbeitsgruppe und ist heute weltweit Spitzenreiter in der angewandten Forschung. Das Erfolgsrezept der Professoren Seitzer und Ryssel, die die Institute 1985 aus der Universität Erlangen-Nürnberg heraus gründeten, verbindet vier Zutaten: Ausrichtung auf die Mikroelektronik, Zusammenarbeit mit der Wirtschaft, enge Verbindung zur Universität und der begeisterte Einsatz hochkarätiger Wissenschaftler.

Fraunhofer IIS: Viel mehr als MP3

25 Jahre später ist das Fraunhofer IIS unter der kollegialen Leitung von Prof. Dr. Heinz Gerhäuser und Prof. Dr. Günter Elst mit über 750 Mitarbeitern zum größten Institut der Fraunhofer-Gesellschaft gewachsen. Die weltweit anerkannten Arbeiten auf dem Gebiet der Audiocodierung haben in zahlreichen internationalen Standards Eingang gefunden. Weitere Entwicklungen sind zum Beispiel das digitale Rundfunksystem XMRadio, eine computerassistierte Mikroskopie für die Hämatologie, ein intelligentes System zur Automatischen Radioskopie, das Reifenprüfsystem TireChecker, die 3D-Magnetfeldsensorik HallinOne, eine Lokalisierungstechnologie für Städte und Gebäude, eine Funkortung für die Sportanalyse oder die Röntgenkamera „XEye“.

Die Wege in die Zukunft sind längst bereitet: In den von Fraunhofer IIS und Universität Erlangen-Nürnberg neu gegründeten „International Audio Laboratories Erlangen“ werden Spitzenwissenschaftler aus der ganzen Welt auf dem Gebiet der Audiotechnik gemeinsam forschen.

Mit der Testhalle für einen Linearbeschleuniger sind die ersten Schritte für das neue Institutsgebäude des Fraunhofer IIS in Atzenhof getan. Die Fürther Wissenschaftler prüfen hier in Zukunft große Objekte, so röntgen sie Seefrachtcontainer oder prüfen Flugzeugtragflächen zerstörungsfrei. Der 2009 errichtete Antennenturm für den Digitalen Rundfunk in Ilmenau erweitert die Forschungsarbeiten des IIS und der TU Ilmenau zum Thema Digitaler Rundfunk. Ein angrenzendes Laborgebäude ist geplant. Nach Fertigstellung der Anlage enthält sie ein deutschlandweit einzigartiges Antennenmesssystem.

Weitere Zukunftsthemen des Fraunhofer IIS sind u.a. exzellente Klangqualität in der Telefonie und für Telekonferenzsysteme, energieeffiziente Informations- und Kommunikationstechnik oder technische Lösungen für die Herausforderungen des demografischen Wandels.

Fraunhofer IISB: Elektronik für die Zukunft

Das Institut betreibt angewandte Forschung und Entwicklung auf den Gebieten der Mikro- und Nanoelektronik, Leistungselektronik und Mechatronik und genießt internationale Aufmerksamkeit und Anerkennung. Begonnen hatte alles im Juli 1985 als Abteilung Bauelementetechnologie. Heute arbeiten unter Leitung von Prof. Dr. Lothar Frey, der auch den Lehrstuhl für Elektronische Bauelemente der Universität Erlangen-Nürnberg innehat, rund 170 Mitarbeiter in der Vertragsforschung für die Industrie und öffentliche Einrichtungen. Neben seinem Sitz in Erlangen hat das IISB zwei Standorte: das Zentrum für Kfz-Leistungselektronik und Mechatronik in Nürnberg und das Technologiezentrum Halbleitermaterialien in Freiberg.

„Mit unseren Arbeitsgebieten adressieren wir wichtige Grundbedürfnisse der Menschen. Dazu gehören eine saubere Umwelt, eine sichere Energieversorgung oder die individuelle Mobilität“, so Frey. Moderne Elek-tronik sei für den Nutzer meist nicht sichtbar und ihre Funktionalität werde oft als selbstverständlich empfunden. Sie sei aber immer noch der Motor für die technische Weiterentwicklung.

Elektroautos auf dem Prüfstand

Das Bundesforschungsministerium hat für das Testzentrum in Erlangen vier Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Damit wird eine in Deutschland einzigartige Infrastruktur für das Testen von Elektrofahrzeugen geschaffen. Denn mit ihrem elektrischen Antrieb stellen die Autos von morgen völlig neue Anforderungen an die Mess- und Prüftechnik. Das Kernelement bildet ein klimatisierbarer Allrad-Rollenprüfstand. Damit können Elektrofahrzeuge unter arktischen und hochsommerlichen Bedingungen erprobt werden.

Ein besonderes Augenmerk der Erlanger Forscher gilt der zentralen Komponente von Elektrofahrzeugen, der Batterie. Die Testeinrichtungen erlauben elektrische und thermische Untersuchungen sowohl von Einzelzellen als auch von gesamten Fahrzeugbatteriesystemen und der dazu gehörenden Elektronik zur Überwachung und Steuerung. Das neue Testzentrum für Elektrofahrzeuge des Fraunhofer IISB stellt auch ein Angebot an die Fahrzeugindustrie zur Nutzung und Kooperation dar und bietet insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen kostengünstigen Zugang zu einzigartiger Prüftechnik und Beratungskompetenz.

 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 08|2010, Seite 20

 
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