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Werbeartikel

Was soll ich schenken?

Sollen Streuartikel und Give-Aways nützlich oder originell sein? Einige Tipps, damit die kleinen Geschenke beim Empfänger Eindruck machen. Von Edwin Wimmelbacher

Ob Kugelschreiber in der Fußgängerzone oder das Wein-Set zu Weihnachten, ob Streuartikel, Prämie zur Kundenbindung oder Give-Aways auf Messen – Werbeprodukte werden in jedem Wirtschaftsbereich verteilt. Sie sollen bei Endkunden, Geschäftspartnern und Mitarbeitern Aufmerksamkeit wecken und sie stärker ans Unternehmen binden.

Ihre handfeste Fühl- und Erlebbarkeit verschafft Werbeartikeln einen entscheidenden Vorteil gegenüber Werbeformen wie Anzeigen oder Radiospots, die nur passiv wahrgenommen werden. Denn bei der Übergabe tritt das Unternehmen in direkten Kontakt mit dem Empfänger, wodurch die Werbebotschaft fester in dessen Erinnerung bleibt. Mehrere Faktoren entscheiden dabei über Wohl, Wehe und Wirkungsrichtung von Werbeartikeln: Nützlichkeit, Aktualität, Originalität, Qualität und optimale Ansprache der Zielgruppe.

Handliche Geschenke auf Messen

Je praktischer ein Werbeartikel ist, desto häufiger wird er verwendet. Vor allem bei Streuartikeln sollte zudem auf Handlichkeit geachtet werden. Passanten und Messebesucher müssen diese leicht mitnehmen können. Und auch das Promotion- und Standpersonal sollte problemlos mit den Werbemitteln hantieren können. Werbeartikel mit hohem Nutzwert werden öfter eingesteckt als reine Gimmicks. Give-Away-Jäger können dabei als Multiplikator dienen, denn wenn sie eine besonders praktische „Beute“ ergattern, führen sie diese gerne auch Bekannten und der Familie vor.

Im Idealfall ist ein Werbeartikel nützlich und originell. Denn ein ausgefallenes, trendbewusstes Werbeprodukt berührt den Empfänger stärker als ein rein nutzenorientierter Artikel. Manchmal kann sogar eine Art Kultcharakter entstehen. Hinsichtlich der Langzeitwirkung schneiden originelle Werbeartikel eher schlechter ab als nützliche, da sich Auffälligkeit und Emotionalität schnell abnützen. Welchem Aspekt der Vorzug gegeben wird, hängt allerdings auch von der Zielgruppe ab. Bei jungen, trendbewussten Leuten sorgen originelle und aktuelle Artikel für besonders hohe Aufmerksamkeit, bei den älteren und kaufkräftigeren Zielgruppen sollte wegen der besseren Langzeitwirkung eher auf Qualität und Nutzbarkeit gesetzt werden.

Werbeartikel sollen berühren und berührt werden, für den Einkäufer zählt allerdings die reine Wirtschaftlichkeit. Restpostenverkäufe von Werbemittelherstellern helfen hier, Kosten zu reduzieren. Vorsicht allerdings vor zu großer Sparwut! Der Empfänger schließt von der Qualität eines Werbeartikels direkt auf die Leistungsfähigkeit des überreichenden Unternehmens bzw. der beworbenen Marke. Wer hier spart, dem drohen Image-Verluste, die mit aufwändigen PR-Maßnahmen wieder ausgeräumt werden müssen. Spezialisierte Werbemittelhändler beraten Unternehmen bei der Auswahl geeigneter Artikel, Materialien, Verarbeitungsvarianten und Veredelungsmöglichkeiten. Die Investition in Beratung und Qualität zahlt sich auf lange Sicht doppelt aus: Zum einen durch die Bildung eines positiven Images, zum anderen weil die Artikel länger und häufiger genutzt werden.

Wem was schenken?

Beraten lassen sollte man sich auch bei der Analyse der Zielgruppen. Denn je passgenauer ein Werbeartikel auf die Empfängergruppe abgestimmt wurde, desto nachhaltiger wirkt er. Auch die Umstände, der Anlass und der Ort der Verteilung spielen eine Rolle.

Ist das richtige Werbeprodukt gefunden, geht es an die Auswahl der Werbebotschaft. Ein junges Publikum interessiert sich beispielsweise mehr für Online-Daten wie E-Mail- und Homepage-Adresse oder Facebook-Account als für die klassischen Kontaktdaten eines Unternehmens. Je nach Artikel können Werbebotschaft und Logo aufgedruckt, aufgeflockt, aufgestickt, eingraviert oder eingelasert werden. Bei hochpreisigen Prämien für Premiumkunden sollte dies dezent geschehen, um die edle Anmutung nicht zu schmälern. Hier lohnen sich personalisierte Werbemittel wie elegante Füller oder Schlüsselanhänger mit eingraviertem Namen.

Unabdingbar ist die professionelle Gestaltung der Vorlagen, außerdem müssen Design, Slogans usw. mit dem Corporate Design – also dem einheitlichen Außenauftritt – des Unternehmens übereinstimmen. Denn ein „rundes“ Erscheinungsbild wirkt professionell und kompetent, laienhaft erscheinen dagegen offenkundige Widersprüche, verschiedene Schriften oder unterschiedliche Logo-Versionen.

Gut Ding will Weile haben

Gerade im Bereich der Werbeartikel herrschen zum Teil unklare Vorstellungen über mögliche Lieferzeiten. Wenn man nicht gerade Restposten aufkauft, muss man bei allen Werbemitteln mit einer mehrwöchigen Lieferzeit rechnen – die Zeit zwischen Angebot, Bestellung und Einreichung der Veredelungsvorlagen nicht eingerechnet. Bei Saisonartikeln wie Osterartikeln oder Adventskalendern ist die Vorlaufzeit wegen der massenhaften Nachfrage noch länger. Hier lohnt es sich, antizyklisch zu bestellen.

Schenken mit Charme

Sind alle Bestellungen unter Dach und Fach, gilt es nur noch eines zu beachten: Die persönliche Übergabe mit Herz und Verstand. Hier zählt qualifiziertes Personal, denn bei der Übergabe eines Werbeartikels erreicht man Kunden und Verbraucher unmittelbar. Und auch das beste Werbemittel erzielt keinen oder gar einen negativen Effekt, wenn das überreichende Personal Unlust signalisiert, das Unternehmen nicht kennt oder bei Nachfragen unfreundlich reagiert.

Autor: Edwin Wimmelbacher, ist Promotion-Manager bei projekt.quartett Agentur für vernetzte Kommunikation & Emotion in Nürnberg (wimmelbacher@projekt-quartett.de, www.projekt-quartett.de).
 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 10|2011, Seite 54

 
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