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Raiffeisenbanken Landkreis Roth / Stadt Schwabach

Run auf Immobilien ungebrochen

Trotz eines „wirtschaftlich, regulatorisch und wettbewerblich anspruchsvollen Umfeldes“ haben die drei Raiffeisenbanken im Landkreis Roth und der Stadt Schwabach das Geschäftsjahr 2012 „ordentlich abgeschlossen“. Das erklärte der neu gewählte Kreisverbandsvorsitzende Erwin Grassl beim Bilanzpressegespräch.

Der Kreisverband, dem die Raiffeisenbanken am Rothsee, Greding-Thalmässing und Roth-Schwabach angehören, habe sich im vergangenen Jahr erneut als zuverlässiger Kreditgeber für Verbraucher und Mittelstand präsentiert, so Grassl. Er trat im Februar die Nachfolge von Werner Mark an, der im Sommer nach 42 Dienstjahren im genossenschaftlichen Finanzverbund in die Altersteilzeit wechselt.

Das Kreditgeschäft stieg im vergangenen Jahr um 16 Mio. auf 632 Mio. Euro. Dieser nur leichte Anstieg lag vor allem daran, dass viele private und gewerbliche Kunden angesichts niedriger Zinsen ihre Darlehen vorzeitig ganz oder teilweise zurückzahlten. Insgesamt verzeichneten die drei Institute aber ein lebhaftes Interesse an Finanzierungen: Die Kreditzusagen an Firmenkunden beliefen sich auf 150 Mio. Euro, zudem wurden Kredite über rund 50 Mio. Euro für Baufinanzierungen gewährt. Der Run auf Immobilien habe sich auch im vergangenen Geschäftsjahr fortgesetzt, der Markt für gebrauchte Immobilien sei beispielsweise in Schwabach leergefegt, berichtete Mark.

Auf der Einlagenseite blieb die Summe der Kundengelder weitgehend stabil bei 987 Mio. Euro. Fast zwei Drittel der Einlagen werden in kurzfristigen Sichteinlagen und Tagesgeldern geparkt, dieses Teilsegment wuchs überdurchschnittlich um sieben Prozent. Um in der anhaltenden Niedrigzinsphase die Kunden zumindest beim „Substanzerhalt im Kampf gegen die Inflation“ zu unterstützen, raten die drei Raiffeisenbanken laut dem stellvertretenden Kreisvorsitzenden Georg Peter zum richtigen Mix bei der Geldanlage. Das Anlagevolumen der Kunden, das nicht in die Bilanz der Raiffeisenbanken einfloss, legte kräftig zu: Das galt u.a. für Wertpapiere, Investmentfonds, Versicherungen und Bausparverträge, die in Kooperation mit Partnern vertrieben werden.

Trotz höherer Aufwendungen für „immer mehr Regulatorik“ hatte man die Verwaltungskosten mit konstant 23,4 Mio. Euro im Griff, betonte Grassl. Die Zahl der Mitarbeiter sank um drei auf 345 Beschäftigte, davon waren 25 Azubis. Das Ergebnis vor Steuern erhöhte sich deutlich um sechs Mio. Euro auf 14,2 Mio. Euro. Positiv entwickelten sich auch die vier Raiffeisen-Warenmärkte, die als Fachmärkte sowohl die Landwirte als auch die Verbraucher bedienen und die ihr Geschäft um 20 Prozent auf 14 Mio. Euro steigerten.

In das laufende Jahr sind alle drei Genossenschaftsbanken des Kreisverbandes mit einem positiven Kreditgeschäft gestartet. Erwartet wird allerdings, dass sich die Ertragslage durch die Niedrigzinsphase etwas verschlechtern wird.

Autor: 
tt.
 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 05|2013, Seite 63

 
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