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IHK-Umfrage

Brexit macht den Firmen Sorgen

Die Unternehmen in Bayern erwarten im Zuge des Brexit einen Einbruch der Wirtschaftsbeziehungen mit Großbritannien, so eine Umfrage des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK).

Bei den Geschäftserwartungen bayerischer Unternehmen in Großbritannien sei ein Negativrekord erreicht worden, der Anteil der Pessimisten überwiege stark, so ein Umfrageergebnis. Bei den Brexit-Verhandlungen sollte aus Sicht der Unternehmen vor allem diesen Aspekten Priorität eingeräumt werden: weiterhin freier Warenverkehr ohne Zölle wie im EU-Binnenmarkt, möglichst wenig Bürokratie durch den Brexit, weiterhin freier Kapital- und Zahlungsverkehr, Personenfreizügigkeit und rasche Umsetzung des Brexit. „Die Geschäftsperspektiven für Großbritannien sind in den vergangenen Monaten in den Keller gerauscht“, kommentierte BIHK-Präsident Dr. Eberhard Sasse die Ergebnisse der Umfrage.

Großbritannien ist der drittwichtigste Exportmarkt der bayerischen Wirtschaft, 2016 gingen Waren im Wert von 14,9 Mrd. Euro auf die Insel (rund acht Prozent aller bayerischen Exporte). Bereits 2016 verzeichneten die bayerischen Exporteure einen Rückgang von gut drei Prozent im Großbritannien-Geschäft.

Etwa 125 000 Arbeitsplätze in Bayern hängen am Handel mit dem Vereinigten Königreich, bayerische Unternehmen haben dort bis heute Produktions- und Betriebsanlagen im Wert von rund 20 Mrd. Euro aufgebaut. Es gibt circa 500 Niederlassungen bayerischer Firmen, die nahezu 60 000 Mitarbeiter beschäftigen und jährlich 36 Mrd. Euro umsetzen. Umgekehrt unterhalten britische Unternehmen in Bayern 220 Niederlassungen und beschäftigen rund 34 000 Mitarbeiter, die jedes Jahr einen Umsatz von etwa 20 Mrd. Euro erzielen.

 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 05|2017, Seite 21

 
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