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Oechsler

Allianz für 3D-Druck gegründet

Die Oechsler-Gruppe in Ansbach bildet mit dem PC- und Druckerhersteller HP und dem Chemiekonzern BASF eine Industrieallianz.

Deren Ziel ist es, die industrielle Massenproduktion von 3D-Druckteilen im Kunststoffbereich voranzutreiben. Die Unternehmen bringen hierfür ihr jeweiliges Know-how ein: HP stellt die 3D-Drucker und BASF liefert Kunststoffe, die für additive Produktionsverfahren optimiert sind. Oechsler bringt die Kenntnisse in der 3D-Druck-Produktion in die Kooperation ein. Alle drei Firmen arbeiten über die gesamte Wertschöpfungskette von der Neuentwicklung bis zur Produktion fertiger Teile zusammen. Dabei wollen sie neue Anwendungen mit Kunden aus den Bereichen Automobil, Haushalts- und Medizingeräte sowie anderen Industrien entwickeln.

Das Unternehmen hat hierzu in seinem Werk in Ansbach mehrere industrielle 3D-Drucker von HP installiert. Kunden erhalten so Zugriff auf 3D-Druckteile, die laut Oechsler schneller designt sowie kostengünstiger, nachhaltiger und in höheren Stückzahlen produziert werden können. Die Firma ist seit 2017 im Bereich 3D-Druck tätig, u. a. für Kunden wie Adidas und Porsche, und hat diese Aktivitäten im Geschäftsfeld "Innovative Solutions" angesiedelt, bei dem Spezialmaterialien im 3D-Druckverfahren verarbeitet werden. Der Bereich umfasst drei Produktionsstätten in Ansbach, Acworth in den USA und Taicang in China und hat letztes Jahr ein Drittel zum Umsatz beigetragen.

Die Oechsler-Gruppe ist 2019 erneut gewachsen und hat ihren Umsatz um knapp elf Prozent auf 476 Mio. Euro gesteigert. Der Umsatz im Geschäftsbereich Automotive litt allerdings unter dem schwierigeren Branchenumfeld im Automobilbereich: Er sank um knapp sieben Prozent auf rund 300 Mio. Euro. Das Geschäftsfeld Medical entwickelte sich leicht rückläufig. Die Umsätze der Oechsler AG, zu der die beiden deutschen Standorte Ansbach und Weißenburg gehören, sanken wegen der Nachfrageschwäche in der Automobilbranche im Vergleich zum Vorjahr um knapp 13 Prozent auf rund 256 Mio. Euro.

Bei der Planung für 2020 ging das Ansbacher Kunststoffunternehmen ursprünglich von einem geringfügigen Umsatzrückgang, bedingt auch durch das Ende der Sportschuhproduktion für Adidas, und von einem leichten Wachstum für 2021 aus. Eine konkrete Prognose für das laufende Geschäftsjahr sei aber derzeit wegen der Corona-Krise nicht möglich. Der Konzern sieht sich in finanzieller Hinsicht solide aufgestellt und plant daher nicht, zusätzliches Fremd- oder Eigenkapital aufzunehmen. Ende 2019 arbeiteten rund 3 300 Beschäftigte bei der Oechsler-Gruppe, das sind gut 200 mehr als im vorangegangenen Jahr. Davon arbeiteten 1 400 Beschäftigte an den Standorten in Ansbach und Weißenburg, darunter 88 Auszubildende.

 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 07|2020, Seite 91

 
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