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Datev

Mit Umsatzplus durchs Corona-Jahr

Datev Virnsberger Straße © Thomas Tjiang

Datev-Standort an der Virnsberger Straße in Nürnberg.

Der Nürnberger IT-Dienstleister Datev eG verbuchte im Corona-Jahr ein Umsatzplus von rund fünf Prozent auf fast 1,2 Mrd. Euro.

Den größten Umsatzanteil mit rund zwei Dritteln generierte die Datev aus ihrem Stammgeschäft mit den steuerberatenden Berufen, knapp ein Viertel des Geschäfts stammt von Mandanten der Kanzleien, die Leistungen direkt bei der Datev einkaufen können. Es sei ein Ausnahmejahr gewesen, menschlich und wirtschaftlich, kommentierte Vorstandschef Dr. Robert Mayr die vorläufigen Zahlen. Treiber für diese Entwicklung seien die cloud-bezogenen Angebote gewesen, die um 20 Prozent wuchsen. Dahinter stehe die Plattformstrategie, bei der beispielsweise Steuerberater und ihre Mandanten Unterlagen und Belege über das Datev-Cloudportal austauschen. Allein die einfache Beleg-Anwendung werde mittlerweile von 615 000 Unternehmen genutzt. Dagegen sanken durch den Konjunktureinbruch die klassischen Lohn- und Gehaltsabrechnungen: 2020 wurden 157 Mio. Löhne und Gehälter mit Datev-Programmen abgerechnet, knapp drei Mio. weniger als 2019. Sinkende Investitionen sowie weniger Reisen und abgesagte Veranstaltungen sorgten für ein überproportionales Plus beim Ergebnis, das um elf Mio. auf fast 72 Mio. Euro zulegte.

Den Rückgang der Beratungs- und Schulungsangebote bremste der IT-Dienstleister durch virtuelle Weiterbildungen. Grundsätzlich positiv bewertet Mayr den Digitalisierungsschub durch die Corona-Pandemie: "Digitalisierung ist nicht nice to have – das galt schon vor Corona." Bereits im ersten Lockdown wurden pro Woche rund 10 000 Heimarbeitsplätze mit Datev-Software für Anwender freigeschaltet. Es gehe aber nicht nur um Laptop und Homeoffice, entscheidend seien durchgängig digitale Prozesse.

Die Genossenschaft für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte beschäftigte Ende 2020 über 8 100 Mitarbeiter, fast 200 mehr als ein Jahr zuvor. Insbesondere in den Bereichen Produktentwicklung, Service und Vertrieb baute der IT-Dienstleister Personal auf. Die Datev hatte sich schon vor Jahren von einer hierarchischen Führungsstruktur verabschiedet und setzte stattdessen auf Selbstorganisation und agile Arbeitsmethoden. Mayr sieht nun hybride Arbeitsmodelle als neuen Standard.

Trotz eines guten Starts in das laufende Jahr traf Mayr angesichts der vielen Unwägbarkeiten keine Prognose. Dafür kritisierte er die staatlichen Corona-Hilfen für den Mittelstand: Laut des aktuellen Corona-Barometers der Datev wachse bei den Steuerkanzleien die Sorge, dass Unternehmen, die keine Corona-Hilfen erhalten, eine Insolvenz droht. Seit dem zweiten Lockdown sei der Anteil gefährdeter Mittelständler von 16 auf 27 Prozent gestiegen.

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(tt.)

 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 04|2021, Seite 87

 
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