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Positive Stimmung trotz roter Zahlen

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Kabelspezialist: Leoni sieht sich trotz schwieriger Umstände auf einem guten Weg.

Verhalten optimistischer Blick in die Zukunft: Der angeschlagene Kabel- und Bordnetzspezialist Leoni AG in Nürnberg sieht sich nach dem Geschäftsjahr 2020 auf einem guten Weg – trotz tiefroter Zahlen.

Die Ergebnisse des letzten Jahres wurden durch Corona deutlich belastet: Besonders im zweiten Quartal erlitt der Automobilzulieferer einen drastischen Nachfrageeinbruch, weil die Pkw-Zulassungszahlen stark zurückgingen. Obwohl sich in der zweiten Jahreshälfte die Geschäftsentwicklung wieder erholte, blieb der Umsatz mit 4,1 Mrd. Euro deutlich hinter dem Vorjahr mit 4,8 Mrd. Euro.

Dennoch habe man der Pandemie getrotzt und die in den Vorjahren eingeleitete Restrukturierung fortgesetzt: Das Betriebsergebnis lag mit minus 59 Mio. Euro über dem Vorjahr (minus 66 Mio. Euro) – noch nicht berücksichtigt sind dabei Sondereffekte sowie Kosten für das Maßnahmenprogramm zur Erreichung des Bruttokosteneinsparziels ("Value 21"). "Die Nachfrage in fast allen Branchen war wegen der Pandemie rückläufig", erläuterte Finanzvorständin Ingrid Jägering. Die geringeren Mengen hätten sich am stärksten negativ auf das Ergebnis ausgewirkt. Dagegen hätten der steigende Kupferpreis, Währungseffekte und Lohnsteigerungen nur einen sehr geringen Einfluss gehabt.

"Trotz eines ausgesprochen schwierigen Umfelds ist es uns im abgelaufenen Jahr gelungen, unsere Geschäftsentwicklung zu stabilisieren und wichtige Fortschritte bei der Umsetzung von Value 21 zu machen", sagte Vorstandsvorsitzender Aldo Kamper, dessen Vertrag vor Kurzem vorzeitig um weitere fünf Jahre verlängert wurde. "Damit haben wir den Grundstein für die nachhaltige Gesundung in den kommenden Jahren gelegt." So wurden laut Kamper zum Ende des Jahres Maßnahmen umgesetzt, mit denen ab 2022 jährlich Kosten von über 550 Mio. Euro eingespart werden sollen. Dies trage dazu bei, die mittelfristigen Margenziele abzusichern und die Effizienz weiter zu verbessern.

Für das laufende Jahr erwartet der Automobilzulieferer eine Erholung der Nachfrage sowie einen deutlichen Anstieg des Konzernumsatzes im niedrigen zweistelligen Prozentbereich gegenüber 2020 und eine Verbesserung des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (Ebit) vor Sondereffekten. "Wir werden weiter unsere Hausaufgaben machen, um Leoni Schritt für Schritt zurück auf Kurs zu bringen", so Kamper. Anlass zur Hoffnung gibt der Anstieg zum Jahresende: Das vierte Quartal 2020 sei das erste positive nach neun aufeinanderfolgenden Quartalen mit Verlusten gewesen, so Finanzvorständin Jägering. "Das zeigt, dass sich unsere disziplinierte Arbeit auszahlt: Wenn sich die Volumina erholen, sehen wir auch positive Ergebnisse."

Leoni wird die Leoni Schweiz AG an ein Käuferkonsortium um den ehemaligen Leoni-Vorstand Bruno Fankhauser und Helvetica Capital veräußern. Die Schweizer Tochter ist die Dachgesellschaft der Leoni Studer AG, die Kabel und Leitungen für komplexe Anwendungen im Industrie- und Infrastrukturbereich herstellt. Leoni hatte angekündigt, sich von Teilbereichen der Wire & Cable Solutions (WCS) zu trennen. Leoni Schweiz ist nun die erste Einheit, die verkauft wird.

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(leo.)

 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 04|2021, Seite 83

 
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