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Jahresabschlüsse

Neue Regeln für die Veröffentlichung

Bestimmte Unternehmen – insbesondere Kapitalgesellschaften – sind verpflichtet, ihre Rechnungslegungsunterlagen und Unternehmensberichte elektronisch beim Bundesanzeiger zu veröffentlichen oder im Unternehmensregister (www.unternehmensregister.de) zu hinterlegen. Bei dieser Offenlegungspflicht gibt es nun Veränderungen durch die neue Digitalisierungsrichtlinie (DiRUG), die am 1. August 2022 bundesweit in Kraft tritt. Mit dieser Richtlinie werden die Vorgaben der entsprechenden EU-Richtlinie 2019/1151 in deutsches Recht umgesetzt.

Die wichtigste Änderung bezieht sich auf das vorgeschriebene Medium für die Veröffentlichung: Die Rechnungslegungsunterlagen und die Unternehmensberichte können künftig nur noch direkt an das Unternehmensregister und nicht mehr an den Bundesanzeiger übermittelt werden. Die Bundesanzeiger Verlag GmbH in Köln bleibt aber sowohl der Betreiber des Bundesanzeigers als auch des Unternehmensregisters.

Die Neuregelung gilt für alle offenlegungspflichtigen Abschlussunterlagen ab dem Geschäftsjahr 2022. Jahresabschlüsse sowie alle weiteren Rechnungslegungsunterlagen und Unternehmensberichte mit einem Geschäftsjahresbeginn vor dem 1. Januar 2022 sollen weiterhin im Bundesanzeiger offengelegt werden. Um die Umstellung für die Unternehmen reibungslos zu gestalten, passt die Bundesanzeiger Verlag GmbH ihre Publikations-Plattform (www.publikations-plattform.de) der neuen Rechtslage an. So können Unternehmen wie gewohnt auf einer einzigen Plattform all ihren Offenlegungspflichten – ob im Unternehmensregister oder im Bundesanzeiger – komfortabel nachkommen.

Das seit Langem verwendete XML-Format ist das amtliche Übermittlungsformat für die Offenlegung gemäß der neuen Richtlinie. Unterstützt wird dieses Format auch durch Buchhaltungslösungen wie von der Datev oder durch ergänzende Online-Anwendungen wie z. B. „eBilanz-Online“ des Bundesanzeiger Verlags (www.ebilanz-online.de). Bei Einreichungen über die Publikations-Plattform sind neben dem XML-Format weiterhin auch andere Formate (z. B. Word, PDF, Excel) möglich. Die Unterlagen werden dann vom Bundesanzeiger Verlag wie bisher in das Einreichungsformat XML konvertiert.

Mit der Änderung des Offenlegungsmediums verbunden ist die Pflicht für alle Übermittler von Rechnungsunterlagen und Unternehmensberichten, ihre Identität einmalig und auf elektronischem Weg überprüfen zu lassen. Die neue Identifikationspflicht betrifft jede natürliche Person, die für ein offenlegungspflichtiges Unternehmen eine Datenübermittlung an das Unternehmensregister vornehmen möchte. Das heißt, ohne vorherige Identifikation der beauftragten Personen wird ab Inkrafttreten der DiRUG beispielsweise kein Jahresabschluss mehr offengelegt werden können. Die Bundesanzeiger Verlag GmbH wird auf ihrer Publikations-Plattform nach aktuellem Stand drei Identifikationsverfahren zur Verfügung stellen: Video-Ident, Auto-Ident und elektronischer Identitätsnachweis (eID). Zur Vorbereitung auf die Neuregelungen bietet der Bundesanzeiger Verlag kostenfreie Webinare an (www.bundesanzeiger-verlag.de/veranstaltungen/).

 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 05|2022, Seite 18

 
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