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Weltmarktführer

We are the Champions!

Was zeichnet die weltweit erfolgreichen deutschen Unternehmen aus? Diese Frage untersuchte die Nürnberger Mittelstandsberatung Weissman & Cie. in einer aktuellen Studie.

Mehr als 1 200 Unternehmen aus Deutschland beanspruchen eine führende Position auf dem Weltmarkt, so die Untersuchung. Allein in Mittelfranken gibt es der Erhebung zufolge 67 dieser „Hidden Champions“. Marcel Megerle, Mitglied der Weissman-Geschäftsleitung, teilt die Weltmarktführer in vier Kategorien ein: In Umsatz-, Technologie- und generelle Marktführer sowie psychologische Marktführer.

Letzterer müsse zwar nicht unbedingt der dominierende Spieler im Markt sein, aber zumindest als solcher von Konkurrenten und Kunden wahrgenommen werden. Megerle hat ein typisches Merkmal der Weltmarktführer in Deutschland, aber auch in Österreich und der Schweiz ausgemacht: „Zwei Drittel sind Familienunternehmen.“

Das Weissmann-Institut, das zur Weissman-Gruppe gehört, will die deutschen Weltmarktführer eingehend erforschen und die motivierenden Vorbilder bekannter machen. Denn typisch für die Global Player sei ein Nischenmarkt, der in der Öffentlichkeit kaum Beachtung finde.

Suche nach Erfolgsrezepten

Daher sucht Megerle nach Mustern, die auch andere Unternehmen als Basis für ihre eigene Entwicklung nutzen können: „So wollen wir einen Beitrag zur verbesserten Zukunftsfähigkeit der Familienunternehmen leisten.“ Auffällig ist für Megerle, der die Weltmarktführer seit vier Jahren unter die Lupe nimmt, dass ihre Zahl insgesamt steigt. Zwar verschwinden immer wieder Hidden Champions vom Markt, die Zahl der Nachrücker gleiche den Rückgang aber mehr als aus.

Die dominierenden Rolle im Markt sei „Segen und Fluch zugleich“. Denn mit einem hoch spezialisierten Produktspektrum könne zwar eine führende Position behauptet werden. Das Risiko liege allerdings gerade in der Abkehr von einem diversifizierten Portfolio. Halte man bei den Innovationen nicht mehr Schritt, habe man in anderen Märkten keine Reserven, um einen Fehltritt wieder auszugleichen.

Auffällig ist auch die regionale Verteilung der Weltmarktführer auf der Deutschlandkarte. In der Auswertung „Weltmarktführer abseits der Agglomerationsräume“, die gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Länderkunde (ifl) aus Leipzig durchgeführt wurde, ging es auch um die Frage, ob die Standorte bzw. Regionen der innovativen Unternehmen bestimmte Merkmale aufweisen. Das Ergebnis: Weltmarktführer finden sich in allen Gemeinde- und Regionstypen Deutschlands und sind nicht ausschließlich als Phänomen dicht besiedelter Wissensregionen zu sehen.

Chancen in allen Regionen

„Die Chancen eines Unternehmens, zum Weltmarktführer aufzusteigen, sind in allen Teilräumen Deutschlands gegeben“, so Megerle. Rund 46 Prozent der Weltmarktführer haben ihren Sitz in „sehr zentralen“ Ballungsräumen Deutschlands, ein knappes Drittel in „zentral“ gelegenen Gemeinden, aber immerhin fast 20 Prozent in „sehr peripheren“ Räumen. Dort sorgen sie oft für die Ansiedlung ergänzender Firmen, sodass in zahlreichen Fällen von einem hoch fokussierten Regional-Cluster gesprochen werden kann – also einer Konzentration von Know-how in einem sehr speziellen Wirtschaftsbereich.

Von den 67 mittelfränkischen Weltmarktführern haben 27 ihre Zentrale in Nürnberg, Fürth oder Erlangen. Die anderen sind von kleineren Städten und Gemeinden aus erfolgreich, wie z.B. Altdorf, Ergersheim, Hersbruck, Gunzenhausen, Lauf, Schwabach oder Weißenburg.

Eine Deutschland-Karte mit den Weltmarktführern kann auf der Weissman-Homepage abgerufen werden.

Autor: 
tt,
 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 12|2013, Seite 20

 
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