Zum Hauptinhalt springen

Jeder fünfte Betrieb Opfer von Cyber-Angriffen

18.03.2026

Viele kleine und mittlere Betriebe in Bayern schützen sich noch zu wenig vor Cyber-Angriffen. Regelmäßige Backups und Updates sind zwar bei der großen Mehrheit der Unternehmen Standard, aber nur wenige habe Notfallpläne, IT-Sicherheitsbeauftragte, Cyber-Versicherungen oder Notfallübungen. Das sind Ergebnisse der aktuellen IHK-Digitalisierungsumfrage, die der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) vor Kurzem vorstellte.

Die Dringlichkeit des Themas wird auch dadurch deutlich, dass 20 Prozent der rund 540 befragten bayerischen Unternehmen angaben, dass sie im vergangenen Jahr von mindestens einem erheblichen Cyber-Vorfall betroffen gewesen seien. Der BIHK geht aber von einer hohen Dunkelziffer betroffener Firmen aus, die nicht bemerkt haben, dass bei ihnen ein erheblicher Cyber-Angriff stattgefunden hat bzw. dass dieser im Hintergrund läuft. „Unsere Unternehmen – egal, ob internationale Großkonzerne oder kleine Betriebe – sind längst Zielscheibe von Kriminellen“, sagte BIHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Manfred Gößl. „Die internationalen Konflikte, etwa der russische Angriffskrieg auf die Ukraine, verschärfen das Risiko deutlich, Opfer von Hackern oder Betrügern zu werden. Auch, weil einige Staaten ein Interesse an Spionage und Sabotage haben und unsere Wirtschaft gezielt schwächen und einschüchtern wollen.“ Gößl machte deutlich: „Es ist keine Frage mehr, ob man als Betrieb einem Cyber-Angriff ausgesetzt ist, sondern nur wann.“ Er appelliert daher an alle Firmen, sich präventiv zu schützen und auf mögliche Notfälle vorzubereiten.

Die bayerischen Ergebnisse der Digitalisierungsumfrage zeigen, dass es bei den Schutzmaßnahmen deutliche Unterschiede zwischen den Betrieben gibt: Während 82 Prozent der Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigen angeben, Risikoanalysen über mögliche Sicherheitslücken oder IT-Notfälle durchzuführen, sind es bei den Betrieben mit weniger als 250 Beschäftigten nur 52 Prozent. Auch bei Mitarbeiterschulungen hinken die kleinen und mittleren Unternehmen deutlich hinterher.

In jeweils rund 30 Prozent der Fälle zielen die Cyber-Angriffe auf Betrug, Spionage, Datendiebstahl und Erpressung von Lösegeld ab, indem die Verbrecher Daten oder Netzwerke der angegriffenen Unternehmen verschlüsseln.

Detaillierte Ergebnisse der Umfrage:
www.bihk.de/themen/digitalisierung/bihk-digitalisierungsumfrage-2026

Webcode: N2058