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Bildungspolitik

Zwei Jahre Anerkennungsgesetz

Zwei Jahre Anerkennungsgesetz
 

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Ass. jur. Alexander Friedrich

Ass. jur. Alexander Friedrich

Kaufmännischer Bildungsberater, Anerkennungsberater für ausländische Bildungs- und Berufsabschlüsse im IHK-Bereich Tel: +49 911 1335 1119

Seit dem 1. April 2012 gibt es das Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz (kurz: BQFG oder Anerkennungsgesetz). Danach hat jeder Bürger einen Rechtsanspruch auf Gleichwertigkeitsprüfung seines im Ausland erworbenen Berufsabschlusses mit einem deutschen Referenzberuf.

Die IHKs haben sich vor Inkrafttreten des Gesetzes darauf geeinigt, die Prüfung durch eine zentrale Stelle, die IHK FOSA in Nürnberg durchführen zu lassen. Dort wurden in den ersten 24 Monaten über 2 500 Anträge eingereicht, von denen 1 074 bereits beschieden wurden. In 741 Fällen konnte eine vollständige Gleichwertigkeit bescheinigt werden, die übrigen Antragsteller erhielten einen Bescheid über teilweise Gleichwertigkeit, der dann auch die zur vollen Anerkennung fehlenden Inhalte enthielt. Die meisten Antragsteller haben ihre Abschlüsse in Polen absolviert, gefolgt von Türkei, Russland und Kasachstan. Die häufigsten Anträge bezogen sich auf kaufmännische Berufe, Metall- und Elektroberufe sowie die Gastronomie. Aus Bayern wurden bisher 523 Anträge gestellt.

So sieht es in Mittelfranken aus

Die IHK Nürnberg für Mittelfranken beschäftigt seit dem Inkrafttreten des Gesetzes mit Herrn Alexander Friedrich einen Anerkennungsberater, der Interessenten aus Mittelfranken im Vorfeld der Antragstellung berät. Mehr als 800 Personen haben diese Möglichkeit seit Inkrafttreten des Gesetzes genutzt. Die angestrebten Referenzberufe sowie die Herkunft der Beratenen sind prozentual gesehen weitgehend mit den bei IHK FOSA erfassten Werten identisch.

63 Prozent der beratenen Personen waren seit mehr als drei Jahren in Deutschland, 22 Prozent sogar schon länger als zehn Jahre. Ebenfalls 63 Prozent waren zwischen 26 und 43 Jahre alt, also in einem für den Arbeitsmarkt äußerst interessanten Alter.

Im Zuständigkeitsbereich der IHK Nürnberg für Mittelfranken wurden von IHK FOSA bisher 206 Bescheide erteilt, von denen 143 die volle, 63 eine teilweise Gleichwertigkeit bescheinigten. Etwa 60 Prozent der Bescheide bezogen sich auf technische, der Rest auf kaufmännische IHK-Berufe.

Sofern die Antragsteller dem zustimmen, übermittelt IHK FOSA deren Kontaktdaten an die jeweilige IHK. In den Fällen, in denen eine teilweise Gleichwertigkeit beschieden wurde, gehen die Bildungsberater/innen der IHK Nürnberg für Mittelfranken offensiv auf die Betroffenen zu und bieten ihre Unterstützung auf dem Weg zur vollen Gleichwertigkeit an. Sind die im IHK FOSA-Bescheid genannten Defizite aufgeholt, können die Betroffenen einen Folgeantrag stellen und so zur vollen Gleichwertigkeit gelangen.

 
 
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