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Umwelt | Nachhaltigkeit

"Konfliktmineralien" in der Rohstofflieferkette

 

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Dr.-Ing. Robert Schmidt

Dr.-Ing. Robert Schmidt

Leiter des Geschäftsbereichs Innovation | Umwelt; Grundsatzfragen Innovations-, Industrie-, Technologie-, Digital-, Energie- und Umweltpolitik Tel: +49 911 1335 1299

Zum 31. Mai 2014 mussten Unternehmen, die an der US-Börse notiert sind, erstmals gegenüber der US-amerikanischen Börsenaufsicht SEC (Securities Exchange Commission) offenlegen, ob in ihren Produkten sogenannte „Konfliktmineralien“ aus der Demokratischen Republik Kongo oder aus Nachbarstaaten enthalten sind.

US-börsennotierte Unternehmen fragen bei ihren Lieferanten nach der Herkunft der verwendeten Rohstoffe. Diese Nachfragen werden durch die gesamte Lieferkette „durchgereicht“. Auch deutsche Unternehmen die entweder direkt in die USA zuliefern oder als Zwischenlieferant tätig sind und sind daher mittelbar von der Offenlegungspflicht betroffen.

Die Unternehmen werden dazu verpflichtet, sofern Konfliktminerale in ihren Produkten enthalten sind, anhand einer nachvollziehbaren Lieferkette deren Herkunft nachzuweisen. Der Abbau und der Handel von Zinn, Tantal, Wolfram und Gold in Zentralafrika stehen im Fokus der internationalen Aufmerksamkeit, da er teilweise in Zusammenhang mit bewaffneten Konflikten in der DR Kongo steht.

Hintergrund hierfür ist Section 1502 aus dem US-amerikanischen Gesetz Dodd-Frank Act. Mit der Regelung beabsichtigt die US-amerikanische Regierung, die Finanzierung von bewaffneten Gruppen in Teilen der DR Kongo durch Rohstoffgewinnung und -handel zu unterbinden. Zinn, Tantal, Wolfram und Gold werden in Zentralafrika meist im artisanalen und Kleinbergbau gefördert, der eine wichtige Lebensgrundlage und Einkommensquelle für die örtliche Bevölkerung darstellt. Durch den Einsatz von international anerkannten Standards im Hinblick auf soziale und ökologische Aspekte, Nachverfolgbarkeit, Legalität und Transparenz der Rohstoffflüsse, trägt die Rohstoff-Zertifizierung zur Formalisierung und Regulierung des artisanalen und Kleinbergbaus bei und stärkt somit gezielt verantwortungsvolle Unternehmerpraxis in der Region.

Die Rohstoff-Zertifizierung stellt für betroffene Unternehmen ein Instrument dar, um den konfliktfreien Ursprung der Rohstoffe (Abbau, Aufbereitung) zu gewährleisten und gleichzeitig einen kontrollierten Weiterbezug aus der Region zu ermöglichen. Ein Rückzug von Unternehmen aus der Region hingegen würde der Bevölkerung eine wichtige Lebensgrundlage entziehen und ist daher als nicht nachhaltig einzustufen.

Das Merkblatt "Dodd-Frank-Act und Konfliktmineralien: Umgang mit Offenlegungspflichten entlang der Lieferkette" finden Sie hier.

 
 
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