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Hohe Investitionen in Deutschland

Die Zirndorfer Traditionsfirma geobra Brandstätter GmbH & Co. KG platzierte sich mit der Erfolgsmarke Playmobil im November 2004 erstmals in Deutschland als die Nummer 1 der Spielwaren-Hersteller vor den bekannten Branchengrößen Mattel und Lego. Playmobil-Artikel belegten auch die ersten drei Plätze der Eurotoys-Liste der meistverkauften Spielzeuge 2004. Während der Spielwarenmesse Nürnberg wurde eine Playmobil-Neuheit mit dem „InnovationAward 2005“ im Bereich „Welt im Kleinen“ ausgezeichnet.

Playmobil zählte im Geschäftsjahr 2004 mit einem Umsatzplus an den Handel von 15 Prozent in Deutschland (Vorjahr plus sechs Prozent) zu den Gewinnern der Branche, die weiterhin mit der spürbaren Kaufzurückhaltung der Konsumenten zu kämpfen hatte. Der Marktanteil im Inland kletterte von 7,6 Prozent auf 8,4 Prozent. „In wirtschaftlich kritischen Zeiten überlegen die Konsumenten sehr genau, wofür sie ihr Geld ausgeben. Gerade junge Eltern, die eigene Spielerfahrungen mit Playmobil haben, sind sich bewusst, dass Playmobil einen Wert darstellt und investieren in diesen“, erklärte Andrea Schauer, Geschäftsführerin für Entwicklung, Marketing und Vertrieb, die Entwicklung.

Der weltweite Playmobil-Umsatz wuchs 2004 um elf Prozent auf 359 Mio. Euro, hauptsächlich erwirtschaftet von den unter dem Dach der Playmobil Merchandising GmbH angesiedelten zehn Vertriebsgesellschaften. Der Auslandsanteil blieb mit 56 Prozent leicht unter dem Vorjahresniveau, wegen des überdurchschnittlichen Erfolges in Deutschland.

Schon im fünften Jahr in Folge gelang es der Brandstätter-Gruppe, trotz schwieriger konjunktureller Rahmenbedingungen, beim konsolidierten Gruppenumsatz deutlich zuzulegen. Die Gesamterlöse kletterten um zwölf Prozent auf 370 Mio. Euro im Kalenderjahr 2004. „Ein Ergebnis, auf das wir stolz sind, das uns aber keineswegs zum Zurücklehnen veranlasst“, kommentierte Dr. Franz Höhe, kaufmännischer Geschäftsführer, die Expansion.

Keine Fertigung in Fernost
Den „außerordentlichen“ Erfolg von Playmobil in 2004 sieht man bei geobra Brandstätter nicht als das Resultat eines besonders guten Jahres, sondern in der konsequenten Verfolgung des „Playmobil-Weges“ über drei Jahrzehnte. Dabei verhält sich das Zirndorfer Familienunternehmen in vieler Hinsicht gegensätzlich zu anderen Herstellern der Branche: Kein Erwerb teuerer Lizenzen, keine Computerspiele, keine Fertigung in Fernost, sondern Beibehalten der Kernkompetenz, Ausbau und Stärkung der europäischen Produktionsstätten, allen voran des Heimatstandorts im mittelfränkischen Dietenhofen.

Im Stammwerk geobra Brandstätter, Dietenhofen, welches das Gros der Produktion und den weltweitern Versand stemmt, werden die Fertigungskapazitäten kontinuierlich den gewachsenen Anforderungen angepasst. Brandstätter sieht die im laufenden Jahr geplanten Investitionen in Gesamthöhe von ca. 27 Mio. Euro als langfristige Maßnahme, um die Playmobil-Produktion in Deutschland noch rationeller und effizienter zu machen.

Ende 2003 bezog Playmobil Malta Ltd. eine neue 38 000 Quadratmeter große Fabrik, dies brachte 2004 eine 20-prozentige Produktionssteigerung. Die für 2005 angepeilte Kapazitätserweiterung erfordert ein Investitionsvolumen von ca. sechs Mio. Euro. Das Werk auf Malta liefert im Produktionsverbund die Figuren. Rund 76 Mio. Figuren in nahezu 1 000 Varianten wurden 2004 auf der Mittelmeerinsel hergestellt.

Der grenznah in Tschechien gelegene Montagebetrieb Playmobil CZ spol. konfektionierte 2004 ca. 23 Mio. Vorbeutel bzw. Baugruppen für die Weiterverarbeitung in Dietenhofen. Das entspricht etwa einem Drittel des Vorbeutelbedarfes. Im Frühjahr 2005 wird in Eger mit dem Neubau eines Fabrikgebäudes begonnen, das bereits im Spätherbst den Betrieb aufnehmen soll; Aufwendungen dafür ca. 2,5 Mio. Euro.

2005 bringt Playmobil insgesamt 80 neue Artikel auf den Markt. Für ihre Produktion sind ca. 460 Neuformen im Wert von rund 13 Mio. Euro erforderlich. Gut die Hälfte der Formen liefern die beiden eigenen Formenbaubetriebe.

Neue Arbeitsplätze
Weltweit ist die Beschäftigtenzahl bei der Firmengruppe Brandstätter um 64 Arbeitsplätze auf 2 492 im Jahresmittel 2004 angestiegen. Die Mitarbeiterzahl an den Heimatstandorten Zirndorf und Dietenhofen stieg um 86 auf 1 343. Gleichzeitig bedeutet dies einen Rückgang der im Ausland beschäftigten Mitarbeiter, speziell auf Malta, erklärbar durch optimierte und rationellere Abläufe in der neuen Fabrik.

Zur Fortsetzung des Erfolgskurses sind für 2005 „Rekordinvestitionen“ in Gebäude, Maschinen und Formen von insgesamt 53 Mio. Euro budgetiert. Eine neue Spielattraktion im Zirndorfer FunPark und die Fertigstellung des so genannten „Hob-Centers“ erfordern darüber hinaus Aufwendungen in Höhe von rund 25 Mio. Euro.

gru.
 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 03|2005, Seite 42

 
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