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Elektrifizierung der Bahnstrecke

Die Bahnstrecken Nürnberg – Schirnding müssen vordringlich elektrifiziert werden. Darauf drängt die Metropolregion Nürnberg, um die schnelle Verbindung zwischen Nürnberg und Prag sicherzustellen. Bei einer Tagung des „Forums Verkehr und Planung“ der Metropolregion in Marktredwitz unterstützte auch der tschechische Vize-Verkehrsminister Vojtech Kocourek diese Forderung nachdrücklich.

Das Forum stellte mit Besorgnis fest, dass eine Elektrifizierung nicht in der Zeit wahrscheinlich ist, die eigentlich im Bundesverkehrswegeplan und nach europäischen Planungen vorgesehen ist. Bislang sei nicht ein einziger Euro der benötigten ca. 500 Mio. Euro in Aussicht gestellt worden. Das Projekt gehört zum sogenannten tschechischen Eisenbahntransitkorridor IV zwischen Nürnberg und Prag – einer von vier Eisenbahn-Trassen, mit denen sich Tschechien seit der Wende dem internationalen Verkehr geöffnet hat. Auf tschechischer Seite sind die vier Korridore entweder fertig oder mitten in der Ausbauphase. Vizeminister Kocourek zeigte sich bei dem Treffen in Marktredwitz deshalb verärgert: Während die Arbeiten zwischen Prag und der Grenze bei Schirnding voll im Zeitplan lägen und bis 2016 abgeschlossen würden, halte sich die deutsche Seite nicht an eine bilaterale Vereinbarung aus dem Jahr 1995, die die Strecke Nürnberg – Prag betrifft. Das Projekt soll die Fahrzeit zwischen beiden Städten auf drei Stunden und 20 Minuten verkürzen (derzeit via Marktredwitz rund sechs Stunden und via Furth im Wald rund fünf Stunden). Der Ratsvorsitzende der Metropolregion, Dr. Ulrich Maly, wies zudem eindringlich auf die europäische Dimension des Vorhabens hin: Der Bereich Nürnberg – Eger sei zur Zeit das einzige Teilstück des sogenannten Transnationalen Korridors von Nürnberg bis Constanza am Schwarzen Meer, an dem baulich nichts geschehe.

 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 01|2008, Seite 25

 
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