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Leoni

Investitionen in neue Standorte

Die Leoni AG, Nürnberg, ist ein weltweit tätiger System- und Entwicklungslieferant für Draht, Kabel und Bordnetz-Systeme. Die börsennotierte Unternehmensgruppe beschäftigt seit Anfang 2008 rund 51 000 Mitarbeiter in 30 Ländern und erzielte im Geschäftsjahr 2007 einen Konzernumsatz von rund 2,4 Mrd. Euro. Von mehr als 70 Produktionsstandorten aus beliefert Leoni die inter-nationale Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie sowie unterschiedliche industrielle Wachstumsmärkte.

Der Grundstein für den heutigen "Global Player" wurde im 16. Jahrhundert in einer kleinen mittelfränkischen Drahtwerkstatt gelegt. Im Jahr 1596 begann der Franzose Anthoni Fournier mit einer Handvoll Mitarbeitern in Nürnberg mit der Herstellung feinster Gold- und Silberdrähte für kostbare Stickereien, sogenannte Leonische Waren. Seine Söhne eröffneten südlich von Nürnberg weitere Fertigungsstätten. Aus diesen Anfängen gingen 1917 die Leonischen Werke Roth-Nürnberg hervor, die 1999 in Leoni AG umfirmierten.

Heute ist Leoni Weltmarktführer bei Automobilleitungen sowie einer der größten europäischen Anbieter von individuell gefertigten Kabeln und Kabelsystemen für industrielle Anwendungen. Im Bereich dünner Drähte und Litzen für die Kabelindustrie sowie bei hochflexiblen Litzen für elektrotechnische Komponenten hält das Unternehmen ebenfalls eine Spitzenposition. Im Bereich Hochtemperaturkabel zählt Leoni seit 2007 zu den führenden Anbietern in Europa. Außerdem ist das Unternehmen einer der beiden führenden Anbieter von Glasfasern in Europa sowie der größte Hersteller von Kabeln für die Datenübertragung in Deutschland. Bei Bordnetz-Systemen ist das Unternehmen in Europa die Nummer eins und belegt weltweit den vierten Platz.

Der Leoni-Konzern steigerte im Geschäftsjahr 2007 den Konzernumsatz um über zwölf Prozent auf ein neues Rekordniveau von 2,4 Mrd. Euro, wie Vorstandsvorsitzender Dr. Klaus Probst auf der Bilanz-Pressekonferenz in Nürnberg mitteilte. Im laufenden Jahr werde sich der Konzernumsatz auf mindestens drei Mrd. Euro erhöhen. Darin enthalten seien dann ca. 600 Mio. Euro aus dem Erwerb des französischen Bordnetz-Herstellers Valeo Connective Systems, der inzwischen als Leoni Wiring Systems France firmiert.

2007 erreichte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) trotz hoher Vorleistungen für künftige Aufträge mit 129,6 Mio. Euro nahezu das Vorjahresniveau. Mit einer Steigerung von rund neun Prozent erzielte Leoni beim Konzernüberschuss einen neuen Höchstwert von 86,2 Mio. Euro. Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände wurden 2007 um zwölf Prozent auf 93,7 Mio. Euro erhöht: Zur Vorbereitung neuer Projekte aus der Fahrzeugindustrie baute der Unternehmensbereich "Wiring Systems" (Bordnetz-Systeme und Kabelsätze) seine internationalen Standorte aus. Der Bereich "Wire & Cable Solutions" (Draht- und Kabelprodukte) investierte vor allem in neue Fertigungsanlagen für Spezialkabel.

Leoni beschäftigte Ende Dezember 2007 konzernweit 36 855 Mitarbeiter. Die rund fünfprozentige Steigerung resultierte größtenteils aus dem Ausbau der Aktivitäten im Unternehmensbereich "Wiring Systems" an verschiedenen Standorten und aus Akquisitionen bei "Wire & Cable Solutions". Durch den Erwerb von Valeo Connective Systems Anfang 2008 kamen rund 12 000 Mitarbeiter hinzu. In Deutschland erhöhte sich die Anzahl der Beschäftigten 2007 um 183 auf 4 060 Personen, darunter 160 Auszubildende.

Zu den größten Abnehmern von Leoni zählen die Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie sowie deren Zulieferer von Komponenten und Produktionsausrüstung. Darüber hinaus werden die Schienenverkehrstechnik, die Luft- und Raumfahrtindustrie, der Maschinen- und Anlagenbau, die Kommunikations- und Infrastrukturindustrie, die Elektrogeräte- und Medizintechnikindustrie sowie verschiedenste Bereiche der Investitionsgüterindustrie beliefert. Unter den Kunden finden sich Audi, BMW, Bosch, Daimler, Deutsche Telekom, Ericsson, General Motors, Miele, Philips, Porsche, Siemens und VW.

Autor: 
gru.
 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 05|2008, Seite 86

 
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