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Lichtgestaltung

Klare Sicht

Die Beleuchtung wirkt sich nicht nur auf das Auge aus, sondern beeinflusst auch das körperliche und seelische Befinden. Wie sorgt man für optimales Licht? Von Astrid Fuchs

Falsches Licht führt dazu, dass man schneller ermüdet und sich unbehaglich fühlt. Im Umgang mit Licht werden viele Fehler gemacht: Blendung, zu wenig Licht, zu starke Kontraste, Einsatz von falscher Lichtfarbe, Flimmern – all das beeinträchtigt die Arbeitsleistung und das Wohlbefinden. Wie kann man diese Fehler vermeiden?

Richtiges – also fehler- und ermüdungsfreies Sehen – hängt wesentlich vom vorherrschenden Beleuchtungsniveau ab, das durch die Beleuchtungsstärke bestimmt wird. Je höher die in Lux (lx) gemessene Beleuchtungsstärke ist, desto höher auch die Sehleistung, also die Genauigkeit und Schnelligkeit, mit der man visuelle Informationen aufnimmt. Zwar kann man in Innenräumen nicht so hohe Beleuchtungsstärken wie in der freien Natur (10 000 Lux bei bedecktem Himmel bis über 100 000 Lux bei klarem Sonnenschein) erreichen. Das ist aber auch nicht nötig, denn etwa die Hälfte der Menschen empfindet eine Beleuchtungsstärke von 500 Lux als ein gutes Beleuchtungsniveau für das Lesen, für den Arbeitsplatz sind 300 Lux der Richtwert.

Ein ganz wichtiges Kriterium bei der Erstellung von Lichtkonzeptionen für Büroräume ist es, Blendung zu vermeiden. Durch zu hohe Leuchtdichten von Lichtquellen und durch Fensterflächen im Gesichtsfeld entsteht die sogenannte Direktblendung, die die Sehleistung und den Sehkomfort stark beeinträchtigt. Durch Spiegelungen auf glänzenden Flächen entsteht die sogenannte Reflex-blendung. Blendungen steuert man mit diesen Maßnahmen entgegen:

  • Einsatz von Rasterleuchten
  • Lichteinfall schräg seitlich von oben
  • Anordnung von Langfeldleuchten parallel zum Fenster
  • Entspiegelung der Oberflächen am Arbeitsplatz bzw. in der Arbeitsumgebung

Ein großer Störfaktor können auch Reflexionen sein: Sie entstehen zum Beispiel, wenn sich helle Flächen im Bildschirm spiegeln. Diesen wirkt man mit matten und halbmatten, trotzdem aber hellen Materialien und Farben im Raum entgegen. Eine gute Lichtberatung bezieht empfohlene Reflexionswerte mit ein.

Verwendete Materialien und deren Farben bestimmen, ob ein Raum eine warme oder eine kalte Stimmung verbreitet. Wie die Farben von Gegenständen wahrgenommen werden, hängt auch von der Farbwiedergabe der Beleuchtung ab. Der Farbwiedergabe-Index Ra beschreibt die Qualität von Lampen bei der Wiedergabe von Farben. Lampen mit einem hohen Index von 90 oder mehr geben alle Farben sehr natürlich wieder, bei einem niedrigeren Index werden die Farben verfälscht wahrgenommen. Die meisten Lampen haben einen Farbwiedergabe-Index von über 80 und damit eine für unsere Wahrnehmung relativ gute Farbwiedergabe. Glühlampen und Halogen-Glühlampen sowie einige Halogen-Metalldampflampen und einige Leuchtstofflampen haben einen Farbwiedergabe-Index von über 90, d.h. sie geben alle Farben sehr natürlich wieder.

Wenn es um das gelungene Zusammenspiel von Licht und Farbe geht, ist auch die Lichtfarbe wichtig. Sie beschreibt die Eigenfarbe einer Lichtquelle und wird als Farbtemperatur in Kelvin (K) gemessen.

Zur guten Erkennbarkeit von Körpern, Oberflächen und Strukturen gehören neben Licht ganz wesentlich auch Schatten. Ohne Licht können wir keine Gegenstände sehen, ohne Schatten sind Gegenstände nur zweidimensionale Bilder. Erst Lichtrichtung und Schattigkeit lassen Gegenstände plastisch erscheinen und geben ihnen Tiefe. Ein heller Raum mit ausschließlich diffusem Licht ohne Schattenbildung wirkt monoton, die fehlende Orientierung und die mangelhafte Erkennbarkeit von Objekten und Entfernungen führen zu Unbehagen.

Ein gutes Verhältnis von diffusem Licht (z.B. durch indirekte Lichtanteile) und gerichtetem Licht (z.B. durch Rasterleuchten oder Downlights) bewirkt eine angenehme Schattigkeit. Ausgewogene Schatten mit weichen Rändern erzielt man durch mehrere Lichtquellen, die aus unterschiedlichen Richtungen strahlen und dadurch ihre Schatten gegenseitig aufhellen. Früher wurde in der Regel eine „direkte Allgemeinbeleuchtung“ empfohlen. Die Fördergemeinschaft Gutes Licht hat festgestellt, dass heute „direktes/indirektes Licht“ die Büroräume bestimmt – und das zu Recht. Über entsprechende Vorschriften informiert u.a. die sogenannte Bildschirmarbeitsverordnung und die DIN EN 12464 „Beleuchtung von Arbeitsstätten in Innenräumen“.

LED-Technologie

Bei Planern und Architekten ist längst das Interesse für die kleinen sparsamen Leuchtdioden erwacht. Nach Angaben des auf LED-Technologie spezialisierten Portals www.1wattshop.de ist gerade am Arbeitsplatz oder im Ladengeschäft die tägliche Brenndauer der Beleuchtungsmittel überdurchschnittlich hoch – nicht selten zwölf Stunden oder länger. So lohne sich der Wechsel zu LEDs umso mehr, zumal die LED-Röhre eines Markenherstellers eine Betriebsdauer von mehr als 50 000 Stunden aufweisen könne. Doch nach den neuesten DIN-Anforderungen reicht es nicht nur aus, energiesparend zu sein. Die Beleuchtung muss den Bedürfnissen am Arbeitsplatz entsprechen. LED-Lampen haben diese Hürde mittlerweile genommen. Nach erfolgreichen Testphasen steht der Verwendung von LEDs in gewerblichen Anlagen bzw. Büroräumen oder Hotels nichts im Wege.

Im Bürobereich, aber auch in Werkstatt und Arztpraxis werden gerne kaltweiße LED-Röhren eingesetzt. Wird eine wärmere Beleuchtung und eine Wohlfühlatmosphäre angestrebt, ist nach Angaben von www.1wattshop.de die warmweiße LED-Röhre die bessere Wahl und deshalb wird sie beispielsweise in Bekleidungsgeschäften installiert, wo das Licht etwas schmeichelnder sein soll.

 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 11|2010, Seite 32

 
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