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Green Factory Bavaria

Die grüne Fabrik

Wie können Unternehmen möglichst energieeffizient produzieren? Antworten auf diese Schlüsselfrage der Zukunft sucht der neue bayernweite Forschungsverbund, der in Nürnberg gestartet ist.

In 28 Einzelprojekten erforschen die Wissenschaftler von acht Hochschulen, wie Maschinen, Prozesse und ganze Fabriken energiesparender gestaltet werden können. Sie simulieren und optimieren beispielsweise den Energieverbrauch in der Fertigung oder verbessern die Energiebilanz von Produktionshallen. Sie entwickeln neue energieeffiziente elektrische Antriebstechniken, experimentieren mit neuen Werkstoffen in der Leistungselektronik oder machen Vorschläge, wie der Faktor Energie im Controlling der Unternehmen berücksichtigt werden kann. Alle Forschungsarbeiten finden fächerübergreifend statt. Der schnelle Transfer der Ergebnisse in die Unternehmen ist dabei ein erklärtes und wichtiges Ziel von Green Factory Bavaria. 

Drei der acht beteiligten Hochschulen sind in Mittelfranken angesiedelt: die Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), die Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm und die Hochschule Ansbach. Die Leitung des Forschungsverbunds liegt bei Prof. Dr. Jörg Franke, Inhaber des Lehrstuhls für Fertigungsautomatisierung und Produktionssystematik (FAPS) an der FAU.

Bei der Auftaktveranstaltung, die im vor Kurzem eröffneten Energie Campus Nürnberg stattfand (siehe WiM 4/2013, Seite 20), betonte FAU-Präsident Prof. Dr. Karl-Dieter Grüske: „Die technischen Kompetenzen am Standort Nürnberg sind hervorragend und haben nationale Bedeutung.“ Green Factory Bavaria sei ein wichtiger Baustein für die Energiewende, das Motto für den Forschungsverbund „Vorsprung durch Vernetzung“ charakterisiere das Projekt treffend. „Nur im Zusammenspiel können die Dinge vorangetrieben werden“, sagte Grüske.

Die Green Factory Bavaria ist zunächst auf vier Jahre angelegt, der Freistaat Bayern fördert die Verbundpartner in Nord- und in Südbayern mit jeweils insgesamt zwölf Mio. Euro. „Nürnberg ist ein Mekka der bayerischen Energieforschung“, betonte Michael Mihatsch vom Bayerischen Wissenschaftsministerium bei der offiziellen Überreichung der Projektbewilligung. „High-Tech bei der Energieproduktion ist entscheidend für die Zukunft des Standortes Bayern“, erklärte auch Bayerns Finanzminister Dr. Markus Söder.

Bei der Auftaktveranstaltung stellte Nürnbergs Wirtschaftsreferent Dr. Michael Fraas eine regionale Initiative der Stadt Nürnberg vor. Sie soll ebenfalls das zukunftsfähige und ressourcenschonende Wirtschaften vorantreiben und trägt die Bezeichnung „green.economy.nürnberg“. „Mit unserer Initiative wollen wir die Unternehmen an das Energiethema heranführen“, so Fraas. Hierbei gebe es noch großen Bedarf. Unterstützer dieser regionalen Initiative sind die Green Factory Bavaria, der Energie Campus Nürnberg, das E|Home Center, die Initiative Energieregion Nürnberg e.V. und die Energieagentur Nordbayern GmbH. Laut Fraas will die Initiative Nürnberg fit machen für das Zeitalter „Industrie 4.0.“ und die Wettbewerbsfähigkeit der Energie- und Umweltbranche, aber auch traditioneller Wirtschaftsunternehmen in der Region verbessern. Als erste Maßnahmen der „green.economy.nürnberg“ soll es einen Runden Tisch zum Thema „Green Production“ und eine Veranstaltungsreihe geben. Das Bündnis versteht sich als Anlaufstelle für alle Nürnberger Unternehmen zu Fragen der Umwelt- und Effizienztechnologien und ist offen für weitere Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden.

Autor: 
cl.
 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 05|2013, Seite 19

 
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