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20 Jahre IHK-Kulturstiftung

Wirtschaft braucht Kultur – Kultur braucht Wirtschaft

Seit 1993 setzt sich die IHK-Kulturstiftung dank der Spendenbereitschaft der mittelfränkischen Wirtschaft für die Förderung der Kulturlandschaft in der Region Nürnberg ein.

Kulturelles Erbe, Historie, Tradition und Innovation sind in Nürnberg allgegenwärtig. Herausragende Kunst, einzigartige Museen sowie bewegende Ballett- und Opernabende verleihen der Metropolregion Nürnberg internationale Anziehungskraft. Zu diesem Urteil kam kürzlich der Journalist Russ Juskalian, der in der New York Times im Artikel „Linking Past and Present in Nuremberg, Germany“ von der Schönheit der Stadt schwärmte.

Längst hat sich Kultur zum unverzichtbaren Standortfaktor entwickelt, für den sich auch Unternehmen einsetzen. Ohne die Nürnberger Kaufleute gäbe es viele der herausragenden Kunstschätze aus Gotik und Renaissance in Mittelfranken nicht: Schon Albrecht Dürer profitierte von Aufträgen für Portraitzeichnungen, Kirchen wurden mit hochwertigen Stiftungen bedacht. Bis heute unterstützt die Kaufmannschaft als Förderer und Stifter die Nürnberger Kulturlandschaft. Gründe für das Engagement sind die Verbundenheit mit der Heimatregion und das Bewusstsein, dass Kultur die Basis für Ideen, Fortschritt und Innovation bildet.

Die IHK Nürnberg für Mittelfranken hat diese dem Gemeinwohl verpflichtete Gesinnung der Unternehmerschaft aufgenommen und schon vor 1993 Gemeinschaftsaktionen für wichtige Kulturprojekte initiiert. Beispiele waren die Restaurierung des Großen Rathaussaales sowie der Ausbau des Spielzeugmuseums und des Museums Industriekultur. Mit dem Ziel, ein strategisches Instrument zu schaffen, um auch große kulturelle Vorhaben auf den Weg zu bringen, gründete die IHK anlässlich ihres 150-jährigen Kammerjubiläums im Mai 1993 schließlich die „IHK-Kulturstiftung der mittelfränkischen Wirtschaft“.

Die Schwerpunkte der Stiftung sind:

  • Förderung von Kulturprojekten in der Region Nürnberg
  • Unterstützung des künstlerischen Nachwuchses
  • Gemeinschaftsaktionen für kulturelle Großprojekte

Erstes Förderprojekt war die Neuinszenierung der großen romantischen Oper „Oberon“ von Carl Maria von Weber durch die Oper Nürnberg: Aufgrund der Unterstützung durch die Stiftung konnte am 20. und 22. Mai 1993 im Opernhaus Premiere gefeiert werden.

Dank der Zustiftungen von 554 Unternehmen und Persönlichkeiten des Wirtschaftslebens verfügt die IHK-Kulturstiftung inzwischen über ein Grundstockvermögen von 2,1 Mio. Euro. Insgesamt wurde bisher ein Gesamtvolumen von 4,7 Mio. Euro ausgeschüttet. So konnten 1,4 Mio. Euro für 250 Förderprojekte sowie 3,3 Mio. Euro zur Unterstützung richtungweisender Projekte geleistet werden.

In den vergangenen 20 Jahren hat die Stiftung eine intensive Fördertätigkeit für eine Vielzahl kultureller Vorhaben entfaltet. Aus den Stiftungserträgen wurden unter anderem folgende Projekte und Einrichtungen unterstützt: Die Internationale Orgelwoche Nürnberg, das Institut für moderne Kunst Nürnberg, 500 Jahre Blattgold Schwabach, 1 000 Jahre Stadt Erlangen, das Jüdische Museum in Fürth sowie die Wallensteinfestspiele in Altdorf. Die Förderbeiträge betrugen in der Regel zwischen 500 und 25 000 Euro.

Projekte mit überregionaler Ausstrahlung

Forciert wurde insbesondere der nachhaltige Ausbau der kulturellen Infrastruktur: Im Jahr 2000 eröffnete das Neue Museum – Staatliches Museum für Kunst und Design als erste staatliche Einrichtung in Nürnberg. Von Beginn an hatte die Wirtschaft die Realisierung und die Entwicklung dieser Einrichtung maßgeblich gefördert: Der von der Bayerischen Staatsregierung geforderte regionale Eigenanteil in Höhe von 3,3 Mio. DM konnte erbracht und eine eigene Förderstiftung eingerichtet werden. Im In- und Ausland findet das Museum bis heute große Anerkennung.

Eine Spendenaktion der IHK anlässlich des 950-jährigen Jubiläums der Stadt Nürnberg im Jahre 2000 erbrachte den stolzen Betrag von 250 000 Euro für den neuen Konzertsaal der Hochschule für Musik Nürnberg, die als Ausbildungsstätte mit Lehrpersonal von künstlerischem Weltrang im Jahr 2008 als staatliche Hochschule anerkannt wurde.

Einen weiteren Höhepunkt von historischer Tragweite bedeutete die Ernennung der Bühnen Nürnbergs zu Staatsoper, Staatsschauspiel und Staatsballett anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Kulturstiftung, das am 22. Mai 2003 mit einem Festakt in der Oper Nürnberg begangen wurde. Erstmals gibt es seitdem in Bayern ein Staatstheater außerhalb Münchens. Beharrlich hatte sich der damalige IHK-Präsident Hans-Peter Schmidt bei Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber für die Aufwertung der Bühnen eingesetzt. Zwei Jahre später wurden die Internationalen Gluck-Opern-Festspiele initiiert und unterstützt.

Dürer-Stadt Nürnberg

Zu Lebzeiten war Albrecht Dürer, Künstler, Unternehmer und berühmtester Sohn Nürnbergs, oft Gast in der 1497 eingerichteten „Herrentrinkstube“, dem internationalen Kaufmannstreff im damaligen Waaghaus, das heute Sitz des IHK- Gebäudes ist. Das Bildnis Dürers prägt deshalb auch das Logo der IHK-Kulturstiftung. Die Vorhaben der Stadt, Albrecht Dürer als Markenzeichen für die Metropolregion zu profilieren, wurden daher von der Kulturstiftung mit insgesamt 150 000 Euro gefördert.

Dazu gehörten „Das Große Hasenstück“ von Prof. Ottmar Hörl im Jahr 2003, der neue „Dürer-Weg“ in der Altstadt und „Das Große Rasenstück“, das 2005 im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft auf der Bundesgartenschau in München ausgestellt wurde. Diese Projekte trugen laut Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly entscheidend zum „Durchbruch für die Dürer-Stadt Nürnberg“ bei.

Förderung des künstlerischen Nachwuchses

Im jährlichen Wechsel vergibt die Stiftung seit 1997 darüber hinaus den „Kulturpreis der mittelfränkischen Wirtschaft – Förderpreis Theater“ sowie den „Kulturpreis der mittelfränkischen Wirtschaft – Förderpreis Literatur“. Der Preis ist mit 10 000 Euro dotiert und wird durch die international tätige Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG unterstützt. „Ich bin sehr glücklich und stolz, dass meine schriftstellerische Arbeit wahrgenommen und von der IHK ausgezeichnet wurde. Das motiviert unglaublich“, freute sich Anne Borel, eine der drei Literaturpreisträgerinnen des Jahres 2012.

Speziell an Kunststudenten wendet sich das IHK-Professionalisierungs-Seminar, das seit 2008 alle zwei Jahre an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg veranstaltet wird. Erläutert werden die wirtschaftlichen Grundlagen der Selbstständigkeit, um den jungen Kreativen den Einstieg in das Berufsleben zu erleichtern und um die Tragfähigkeit kreativer Geschäftsmodelle langfristig zu verbessern.

IHK-Kulturforum

Die jüngste Initiative der Kulturstiftung ist das IHK-Kulturforum. Die Veranstaltungsreihe findet ein- bis zweimal pro Jahr an verschiedenen Orten statt und thematisiert die kulturellen Kraftfelder der Region. „Ziel ist es, Begegnungen von Wirtschaft und Kultur zu fördern, gemeinsame Aktivitäten anzuregen und die IHK-Kulturstiftung auch im kulturpolitischen Diskurs zu profilieren“, erläutert Dirk von Vopelius, IHK-Präsident und Vorsitzender des Stiftungsrats. Die Federführung des Kulturforums liegt bei Dr. Kurt Hesse, Leiter des IHK-Geschäftsbereichs Kommunikation, der den Leitgedanken der IHK-Kulturstiftung auf den Punkt bringt: „Wirtschaft braucht Kultur – Kultur braucht Wirtschaft“.

Dank an die Unternehmen

Die IHK-Kulturstiftung dankt folgenden Unternehmen für Großspenden
(ab 5 000 Euro) anlässlich des 20-jährigen Stiftungsjubiläums

  • Aufzugswerke M. Schmitt und Sohn GmbH + Co. KG, Nürnberg
  • Carl Schlenk AG, Roth
  • Fürst Gruppe, Nürnberg
  • Merk Textil-Mietdienste GmbH & Co. KG, Zirndorf
  • Nürnberger Versicherungsgruppe, Nürnberg
  • Schöller Familien-Stiftung, Nürnberg

Weiterhin dankt die IHK-Kulturstiftung folgenden Unternehmen für Spenden

  • alpha Objektverwaltung GmbH & Co. KG, Nürnberg
  • Beco Bermüller & Co. GmbH, Nürnberg
  • Bruder Spielwaren GmbH + Co. KG, Fürth
  • Büroeinrichtungszentrum Högner GmbH, Nürnberg
  • Diehl Stiftung & Co. KG, Nürnberg
  • Dr. Rudolf Meindl & Partner, Nürnberg
  • e@syCredit TeamBank AG, Nürnberg
  • Leo Herrmann GmbH, Hofbieber-Niederbieber
  • Psyma Research und Consulting GmbH, Lauf
  • Schmidthammer Elektrokohle GmbH, Schwabach
  • Schuster & Walther IT-Gruppe AG, Nürnberg
  • Sheraton Hotel Carlton, Carlton KG Nürnberg
  • Staudacher + Sauer Kommunikation, Nürnberg
  • Vauen Vereinigte Pfeifenfabriken Nürnberg GmbH, Nürnberg
  • WB Consult GmbH, Nürnberg
Autor: 
Eva Schickler
 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 05|2013, Seite 28

 
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