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Businessplan-Wettbewerb

In drei Stufen zum Unternehmer

StartUp Wettbewerb © (C)2017 Thomas Tjiang

Geschäftspläne entwickeln und verfeinern: Seit 20 Jahren unterstützt der Businessplan-Wettbewerb Nordbayern innovative Gründer.

In der Hochzeit der „New Economy“ ging vor zwei Jahrzehnten der Businessplan-Wettbewerb Nordbayern an den Start. Initiiert wurde er von der Bayerischen Staatsregierung – mit tatkräftiger Unterstützung der IHK Nürnberg für Mittelfranken. Im Jahr 2014 wurden schließlich die Wettbewerbe in Nord- und Südbayern gebündelt, seitdem werden sie beide von der BayStartUp GmbH mit Sitz in Nürnberg organisiert. Das Bayerische Wirtschaftsministerium ist – gemeinsam mit zahlreichen Sponsoren aus der Wirtschaft – weiterhin ein wichtiger Unterstützer. Hinter BayStartUp stehen zwei Fördervereine in Nord- bzw. Südbayern, denen Unternehmen und Akteure aus der Gründerszene angehören.

Bislang sind aus den bayerischen Businessplan-Wettbewerben insgesamt mehr als 1 600 Unternehmen hervorgegangen. Sie beschäftigen heute rund 11 400 Mitarbeiter und setzen gemeinsam über eine Mrd. Euro um. Jährlich beteiligen sich an den Wettbewerben rund 400 Teilnehmer-Teams. Dieser Erfolg und das 20-jährige Jubiläum wurden vor Kurzem bei der „Startup Demo Night“ in Nürnberg ausgiebig gefeiert.

In jeder der drei Phasen des Businessplan-Wettbewerbs werden die besten Teams ausgezeichnet, die zudem Siegerprämien bekommen. Aber es geht bei dem Wettbewerb nicht vorrangig um die Preisvergabe, vielmehr haben die Gründerteams die Möglichkeit, ihre Geschäftspläne während der drei Phasen stetig zu verfeinern. Alle Teams erhalten von einer ehrenamtlichen Expertenjury ein umfangreiches schriftliches Feedback zu ihren Ideen und Businessplänen. Diese Jury setzt sich zusammen aus Kapitalgebern, Unternehmern und Kennern der Gründerszene. Gründer mit erfolgversprechenden Konzepten werden in das BayStartUp-Coachingprogramm aufgenommen und zu exklusiven Business Angel- und Investorenveranstaltungen eingeladen, sodass sie Zugang zum Finanzierungsnetzwerk von BayStartUp bekommen.

Deutschlandweit sind die Unternehmensgründungen rückläufig, dagegen steigen die Teilnehmerzahlen bei den Businessplan-Wettbewerben. Das liegt laut BayStartUp-Geschäftsführer Dr. Carsten Rudolph an den Angeboten, die die Gründer über den reinen Wettbewerb hinaus nutzen können. Bayernweit führt BayStartUp jährlich rund 50 Workshops und gut 1 000 Coachings durch. Das Finanzierungsnetzwerk umfasst 280 Business Angels und 100 institutionelle Investoren, über die jedes Jahr rund 50 Mio. Euro an Start-ups vermittelt werden. Außerdem unterstützt BayStartUp auch bei Industrie-Kooperationen, durch die sich Unternehmen vielversprechende Entwicklungen der Gründer strategisch sichern wollen.

Aktueller Wettbewerb

Beim aktuellen Businessplan-Wettbewerb Nordbayern geht es für die Teilnehmer nun in die dritte Phase. Noch bis zum 5. Juni 2018 können sich Interessierte anmelden; der Einstieg ist auch für Teams möglich, die bei den Phasen 1 und 2 nicht mitgemacht haben. Gefordert wird ein Businessplan mit einem Umfang von circa 30 Seiten mit folgenden inhaltlichen Schwerpunkten: ausführliche Beschreibung von Produkt und Geschäftsmodell, Fahrplan zur Realisierung, benötigter Kapitalbedarf und Umsatzplanung. Für die Siegerteams gibt es Preisgelder von insgesamt 22 500 Euro. Alle Teilnehmer erhalten wie üblich eine schriftliche Beurteilung ihrer Geschäftspläne.

Die zehn Sieger der ersten Phase, an der 78 Start-ups teilgenommen hatten, wurden im März bei der „Startup Demo Night“ ausgezeichnet. Drei Sieger kamen aus Mittelfranken: Das Fürther Gründerteam Matchworking war mit einem Instrument für das Projektmanagement erfolgreich. Mit ihm lassen sich die einzelnen Teilnehmer an einem Projekt anhand von Typenpsychologie, Arbeitsweise, Werten und Fähigkeiten abgleichen. Auf diese Weise findet man die Experten, die am besten zu einem Projekt und zum Auftraggeber passen.

Die Nürnberger Vitas.ai entwickelt ein intelligentes Sprachdialogsystem auf Basis von Künstlicher Intelligenz. Es soll Unternehmen dabei helfen, telefonische Standardanfragen effizient zu beantworten. Im Gegensatz zu heutigen Systemen muss der Anrufer nicht mit der Telefontaste navigieren, stattdessen fühlt sich das Gespräch wie ein Dialog mit einer realen Person an.

Das Fürther Gründerteam Vitascale sieht sich als Pionier bei der Analyse von Atemgasen. Entwickelt wurde das nach eigenen Angaben weltweit erste echte Wearable (mit Sensoren ausgestattete Kleidung), mit dem anhand des Atems der Stoffwechsel und das Leistungsvermögen bei Sport und Training diagnostiziert werden können.

Die nordbayerischen Sieger-Teams von Phase 2, bei der schlüssige Konzepte in den Bereichen Marktanalyse, Marketing und Vertrieb gefragt waren, werden Mitte Mai am Nürnberger Standort des Wettbewerbs-Sponsors HypoVereinsbank gekürt.

Autor: 

(tt.)

 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 05|2018, Seite 18

 
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