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Schloss Hemhofen

Ökologisch feiern

180607_IHK_Hemhofen_0107 © IHK Nürnberg für Mittelfranken / Foto Fuchs

Geschäftsführerin Dr. Hannah Winkler von Mohrenfels vor dem Schloss Hemhofen.

Ein barockes Schloss als Veranstaltungsort und eine Firmengruppe rund um ökologische Produkte: Mit diesem Konzept überzeugte Dr. Hannah Winkler von Mohrenfels beim IHK-Gründerpreis.

Was macht man, wenn man ein kaum genutztes Schloss geschenkt bekommt? Vor dieser Frage stand vor fünf Jahren Dr. Hannah Winkler von Mohrenfels, als ihr Vater ihr das traditionsreiche Schloss Hemhofen im Landkreis Erlangen-Höchstadt überschrieb. Sie beschloss, dem im Jahr 1714 errichteten Gebäude neues Leben einzuhauchen, gründete die Schloss Hemhofen GmbH. Nur wenige Monate später übernahm sie auch die familieneigene Direktvermarktung Abokiste und sukzessive das ökologisch wirtschaftende Landgut Schloss Hemhofen. Sie stellte sich der Herausforderung der Unternehmensnachfolge und optimierte die schon bestehenden Betriebe. "Unsere Firmengruppe deckt eine breite Produktpalette rund um das nachhaltige, ökologische und sozial bewusste Leben ab", so die Unternehmerin.

Das Barockschloss hatte lange Jahre als Kirche gedient, nach dem Zweiten Weltkrieg beherbergte es Flüchtlinge, später eine Kommune und eine Arztpraxis. Zuletzt blieb das historische Gebäude jahrelang größtenteils ungenutzt. Das hat sich grundlegend geändert: "Heute bilden das Schloss und die umliegenden historischen Räume und Plätze wieder ein stilvolles Ambiente für Veranstaltungen aller Art", so die promovierte Diplom-Kauffrau, deren Familiengeschlecht sich bis in das 12. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. Als "Schlossherren für einen Tag" können Privatleute oder Unternehmen das Schloss für Feiern, Hochzeiten, Tagungen, Fachmessen, Oldtimertreffen etc. mieten. In den Räumen finden rund 300 Personen Platz, davon 100 alleine im Barocksaal. Je nach Art der Veranstaltung werden die Räumlichkeiten stilvoll in Szene gesetzt, z. B. für Sektempfänge und Kaffeetafeln im Schlosshof, für romantische Abendessen im Barocksaal oder für Tanzveranstaltungen in der historischen Schlosshalle. Außerdem werden eigene Großveranstaltungen wie das jährliche Hoffest und die Landweihnacht organisiert.

Zum Familienbesitz gehört auch das Landgut, auf dem seit über 30 Jahren auf 145 Hektar ökologisch gewirtschaftet wird (Anbau von Freilandgemüse und Getreide, Schweine- und Karpfenzucht sowie Forstwirtschaft). Dazu gehört ein Unternehmensverbund, der zu 100 Prozent in Familienbesitz ist: Die hofeigene Abokiste GmbH wurde vor 25 Jahren gegründet und vermarktet eigene Erzeugnisse sowie die anderer regionaler Öko-Bauern, Bäcker und Veredler. Mit eigenen Fahrzeugen werden über 2 000 Haushalte, öffentliche Einrichtungen und Unternehmen im Umkreis von mehr als 50 Kilometern beliefert. Rund 10 000 Kinder in Krippen, Kindergärten und Schulen werden mit ökologisch erzeugtem Obst und Gemüse versorgt.

Zum Firmenverbund gehört außerdem die Ökost GmbH, die Kloßteig, Spätzle und andere Kartoffelprodukte für die Abokiste sowie für den Bio-Groß- und -Einzelhandel herstellt. Der jüngste Spross in der Unternehmensfamilie ist die Gaumenfreunde GmbH: Sie ist auf frische, vorportionierte Lebensmittel und Zutaten in Bio-Qualität für klassische, vegetarische und vegane Gerichte spezialisiert. Die bisher über 100 Rezepte, die im wöchentlichen Wechsel an die Kunden mitgeliefert werden, hat die Schlossherrin gemeinsam mit Köchen und Food-Bloggern selbst erarbeitet. Sie will mit den Gaumenfreunden eine neue Zielgruppe ansprechen, aber auch neue Kunden für die Abokiste gewinnen, da diese die Bio-Kochkisten regional ausliefert.

Autor: 

leo.

 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 09|2018, Seite 18

 
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