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Evosys Laser

Verbinden mit Licht

180614_IHK_EVOSYS_0671 © IHK Nürnberg für Mittelfranken / Foto Fuchs

Die Geschäftsführer Frank Brunnecker (r.) und Holger Aldebert im Evosys-Technikum, in dem hoch präzise Laserprozesse erarbeitet werden.

Auf den Bau von Lasermaschinen haben sich Frank Brunnecker und Holger Aldebert spezialisiert und damit einen der IHK-Gründerpreise 2018 gewonnen.

Verbindende Lösungen entwickeln": So beschreiben Frank Brunnecker und Holger Aldebert gerne selbst ihre Tätigkeit. Mit der Evosys Laser GmbH in Erlangen, die im Jahr 2015 gegründet wurde, haben sie sich auf Lasersysteme für die Materialbearbeitung spezialisiert. Besonderes Know-how hat das Unternehmen beim Laserschweißen, um Komponenten aus Kunststoff hochfest miteinander zu verbinden. Zum Einsatz kommen die Bauteile u. a. in Automobilen (ABS- und ESP-Steuergeräte, Reifendrucksensoren etc.), medizinischen Geräten, Display-Abdeckungen, Mikrofonen und Linsensystemen für Smartphones.

Das Erlanger Unternehmen sieht sich als klassischen Anlagenbauer, der alle Schritte abdeckt: Entwicklung und Konstruktion, Programmierung der Steuerung, Beschaffung von Komponenten (z. B. Steuerungen, Laser) sowie Montage der Maschinen. Brunnecker beschreibt die Geschäftsidee so: "Wir setzen standardisierte Laser in kundenspezifischen Anlagen ein. Außerdem verkaufen wir nicht nur die Maschinen, sondern auch die dafür nötigen Prozesse." Dieses Konzept geht offensichtlich auf, denn bisher hat Evosys 50 Anlagen im Wert zwischen 100 000 und 500 000 Euro gebaut – einfache Maschinen ebenso wie komplexe Sonderanlagen oder Automaten für Reinräume. Punkten kann das Start-up zudem mit einem eigenen Prüfstand, der für Musterschweißungen, Prozessentwicklung, Materialtests und Tests von Kundenmustern eingesetzt wird.

Gegründet wurde Evosys von Andreas Kraus, der jetzt die Niederlassung in Asien leitet. Bald darauf kamen der technische Leiter Oliver Brandmayer sowie Frank Brunnecker und Holger Aldebert an Bord, die nach eigenen Angaben bei ihrem vorherigen Arbeitgeber Pionierarbeit auf dem Gebiet des Laser-Kunststoffschweißens geleistet haben. Ein weiterer Gesellschafter von Evosys ist die Erlanger Intego GmbH, die 2002 ebenfalls den IHK-Gründerpreis gewonnen hatte. Der Hersteller von Kameraprüfsystemen hatte sich bei dem jungen Laser-Spezialisten als Investor engagiert und beherbergte Evosys bis vor Kurzem im eigenen Gebäude.

Aktuell besteht die Evosys-Gruppe aus drei Unternehmen: der Muttergesellschaft Evosys Laser GmbH sowie den beiden Tochterunternehmen LPW Services GmbH und Evosys (Suzhou) Laser System Co. Ltd. – einem Joint-Venture in China, das Ende 2017 gegründet wurde. Seit der Gründung habe die geschäftliche Entwicklung die Erwartungen übertroffen, so die Geschäftsführer, die seit dem vergangenen Jahr mit Gewinn arbeiten. Heute zählt die Belegschaft über 40 Mitarbeiter, weit mehr als die Hälfte davon in Entwicklung und Konstruktion. Seit Kurzem bildet Evosys auch junge Leute aus und will in den nächsten Jahren weiter wachsen – allerdings nur bis zu einer überschaubaren Betriebsgröße von rund 80 Mitarbeitern.

Für den Wettbewerb sieht sich Evosys angesichts vieler Mitarbeiter mit langjähriger Branchenerfahrung und einigen Patenten gut gerüstet. Das Know-how des Erlanger Laser-Spezialisten wird auch bei ausländischen Kunden sehr geschätzt, an die bereits mehr als die Hälfte der Anlagen geliefert wird. Die Geschäftspartner sitzen vor allem in Asien und in den USA, wo Evosys einen Partner vor Ort hat. Vom Plan, dort eine eigene Niederlassung zu gründen, sind die Erlanger aufgrund der politischen Situation aber erst einmal abgerückt.

Autor: 

leo.

 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 09|2018, Seite 16

 
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