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Schwan-Stabilo

Corona dämpft Lust auf Kosmetik

Schwan-Stabilo_Cosm-Factory © Schwan-Stabilo / Nielinger Christian

Für leuchtende Lippen: Kosmetik-Produktion bei Stabilo.

Der Lippenstift schien immer ein krisensicheres Geschäft zu sein. Machte sich auch sonst Tristesse breit, sollten wenigstens die Lippen leuchten. Doch in der Corona-Krise ist alles anders: Der Mundschutz führt zum Verzicht auf diesen Luxus, wie auch die Arbeit im Homeoffice das Make-up für viele Frauen überflüssig macht. Das trifft Schwan-Stabilo in Heroldsberg hart.

Prompt stornierten viele Kunden, zu denen alle namhaften Kosmetikmarken der Welt von L‘Oréal über Yves Saint Laurent bis hin zu Chanel gehören, zahlreiche Aufträge. Für den Hersteller von Kosmetikstiften bedeutete dies drastische Einbußen. Der Umsatz im Bereich Kosmetik, dem größten Teilkonzern der Gruppe, sank im abgelaufenen Geschäftsjahr (30. Juni) von knapp 300 auf rund 256 Mio. Euro – ein Minus von mehr als 14 Prozent, wie Sebastian Schwanhäußer, Geschäftsführer der Schwan-Stabilo-Gruppe bekanntgab. Dabei sah er den lange erfolgsverwöhnten Teilkonzern, dessen Neuausrichtung er 2019 übernommen hatte, bereits auf gutem Weg. "Corona hat alles auf den Kopf gestellt." Trotzdem sei das Unternehmen mit "einigen Kratzern", aber ohne gravierende Schäden durch die Krise gekommen.

Das sei auch der breiten Aufstellung des Familienunternehmens zu verdanken, die den Umsatzrückgang der gesamten Gruppe auf insgesamt acht Prozent eindämmte. Unter dem Strich standen knapp 610 Mio. Euro. Die Schreibgeräte-Sparte etwa konnte von der anhaltenden Lust der Kunden an Kreativität und persönlichen Ausdrucksmöglichkeiten profitieren, wie Stabilo-Geschäftsführer Horst Brinkmann erklärte. Das Outdoor-Geschäft entwickelte sich unterschiedlich: Vom Trend zu "raus in die Natur" profitierten besonders die Radsportmarke Gonso und der Bekleidungsspezialist Ortovox. Dass sich das Geschäft mit Rucksäcken als nicht ganz so belastbar erwies, führte der Outdoor-Chef Martin Riebel auf die Einführung eines neuen Markenauftritts bei Deuter zurück, der die Händler bei Bestellungen zögern ließ.

Insgesamt investierte die Gruppe rund 20,5 Mio. Euro – vor allem in die Digitalisierung. An der Fachhandelsstrategie der Unternehmensbereiche solle dies aber nichts ändern. Das Navigieren durch die Krise bezeichnete Schwanhäußer ob all der Ungewissheiten als "ein Fahren auf Sicht". Über alle Sparten hinweg beschäftigte die Schwan Industrie Holding weltweit 4 520 Mitarbeiter (Vorjahr 4 943), davon 2 148 in Deutschland. An den fränkischen Standorten in Heroldsberg und Weißenburg arbeiteten 1 835 Mitarbeiter. 

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(ak.)

 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 12|2020, Seite 92

 
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