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PS-Hytech

Wasserstoffkugel als Speicheralternative

PS-HyTech © Heinz Wraneschitz

Das Gasförmige muss ins Runde: Peter Stadthalter mit einem der von ihm entwickelten Speichertanks.

Die PS-Hytech GmbH in Burghaslach arbeitet daran, die Speichertechnik für Wasserstoff in eine neue, kugelrunde Form zu bringen.

2017 hat das Ehepaar Heike und Peter Stadthalter die Firma gegründet. "Es gibt sonst niemanden, der einen kugelförmigen Tank in dieser Leistungs- und Druckklasse anbietet", erklärt der Maschinenbauingenieur. Die Wasserstoffdrucktanks aus mit Carbonfaser verstärktem Kunststoff sind nach seinen Worten ein "Quantensprung": "Unser Speicher für sieben Kilogramm Wasserstoff wiegt gerade mal 35 Kilogramm bei einer Wandstärke von etwa zehn Millimetern." Das mache die Kugelspeicher selbst für Flugzeuge interessant.

PS-Hytech arbeitet mit wissenschaftlicher Unterstützung der Hochschulen in Schweinfurt und Ansbach. Beim Kugeltank-Forschungsprojekt "HySphere" kooperiert man u. a. mit dem Fraunhofer-Zentrum für Hochtemperatur-Leichtbau HTL in Bayreuth. "Diese Kugelform macht es möglich, den Druck von bis zu 700 bar besser zu verteilen", heißt es von dort. Laut Stadthalter gebe es bereits eine Reihe von Absichtserklärungen von Firmen, die den Kugeltank kaufen wollen. An der Produktionsgesellschaft dafür hält ein Schweizer Investor 50 Prozent der Anteile. Der Fertigungsbeginn ist für heuer geplant.

Gemeinsam mit der in Stuttgart ansässigen Kasaero GmbH, einem Ingenieurbüro für Flugzeugentwicklung und Faserverbundstrukturen, und weiteren Partnern ist das Burghaslacher Unternehmen an einem Projekt mit dem Namen "HyFly" beteiligt. Dabei soll das Gewicht eines kompletten Brennstoffzellensystems für ein Ultraleichtflugzeug mit 20 Kilowatt Leistung verringert werden. Am Ende soll es statt 150 Kilogramm nur noch 30 auf die Waage bringen – und damit nur etwa 50 Prozent mehr, als heutige Brennstoffzellenstapel allein wiegen. Bisher sind für Ultraleichtflugzeuge nur Elektroantriebssysteme mit schweren Batterien erlaubt. Beim Projekt "HyFly" geht es deshalb darum, einen alltagstauglichen Ultraleichtflieger zu zertifizieren, der über einen leichten Wasserstoff-Kugeltank sowie eine Stromversorgung mit Brennstoffzellen verfügt, eine Reisegeschwindigkeit von 200 Stundenkilometern erreichen und 1 400 Kilometer weit fliegen soll. Der könnte dann geräuscharm und schadstofffrei z. B. Werbeplakate über Städte und Dörfer ziehen. Aber auch für Rettungsdienste, Landwirtschaft, Naturschutz und mehr könne das Ultraleicht-Modell genutzt werden.

Auch sonst braucht es für Wasserstoff – vor allem für den mit erneuerbaren Energien hergestellten grünen Wasserstoff – absolut sichere Behältnisse, sowohl auf Straße und Schiene als auch zu Wasser. "HySphere" sei hier die wesentlich leichtere Alternative zu bisher verfügbaren Speichern. Gegenüber Batterien sei die Energiespeicherdichte sogar über zwanzigmal höher, erklärt Stadthalter. Die Kugeltanks werden dazu auf Lkw-Anhänger montiert. Demnächst soll das wichtigste Produkt des Start-ups auch in Serie hergestellt werden.

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(wra.)

 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 05|2022, Seite 76

 
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