Bayerisches Wirtschaftsarchiv: Weihnachtsgeschäft zwischen Tradition, Werbung und Konsum
„Yes, Virginia, there is a Santa Claus.“, antwortete der Journalist Francis Pharcellus Church 1897 in der New York Times auf die drängende Frage der achtjährigen Virginia O'Hanlon, ob der Weihnachtsmann tatsächlich existiert. Um die Weihnachtszeit wird diese beruhigende Antwort des Journalisten Church immer wieder in amerikanischen Zeitungen abgedruckt, um alle etwaigen aufkommenden Zweifel Jahr für Jahr erneut auszuräumen.
Die Adventszeit vor Weihnachten ist häufig geprägt von hektischen Einkäufen diverser Weihnachtsgeschenke, Weihnachtsmarktbesuchen und der Planung der gemeinsamen Familienfeiern während der Feiertage. Für Unternehmen ist das Weihnachtsgeschäft daher besonders profitabel.
Geworben wird mit besonderen Rabattaktionen, seit 1931 mit dem ikonischen Coca-Cola Weihnachtsmann oder mit Angeboten für das perfekte Geschenk für die Lieben zuhause. Bayerische Unternehmen beteiligten sich seit jeher ebenfalls am lukrativen Weihnachtsgeschäft. Ab den 1920er Jahren warben beispielsweise Münchner Brauereien mit einer eigenen „Weihnachtskistchen-Aktion“. In der Vorweihnachtszeit konnten Privatpersonen oder Firmen bunt dekorierte Holzkisten mit ausgewählten Biersorten bestellen und diese als Überraschung anonym an Freunde, Verwandte oder Kunden in aller Welt verschicken. Unternehmen legen darüber hinaus eigene Weihnachtskataloge auf, engagieren sich für längere Öffnungszeiten ihrer Geschäfte rund um Weihnachten oder erinnerten schlichtweg an eine vernünftige Finanzplanung über die Weihnachtszeit hinaus.
In den Beständen des BWA befindet sich eine Vielzahl an Unterlagen, die diese besondere vorweihnachtliche Geschäftstätigkeit dokumentieren.
Autor: Walter Gaube, Mitarbeiter des Bayerischen Wirtschaftsarchivs
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