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IHK-Kammergespräch mit Roseline K. Njogu: "Grenzen müssen keine Grenzen für Chancen sein.“

Erschienen am 30.01.2026

Am 27. Januar war Roseline K. Njogu, CBS, Staatssekretärin im State Department for Diaspora Affairs – Ministry of Foreign & Diaspora Affairs der Republik Kenia, virtuell beim IHK-Kammergespräch zu Gast. Der Titel ihres Vortrages: „Beyond Borders: The Kenyan Diaspora’s Impact on Youth Employment in Kenya and Germany“.

In seiner Begrüßung Markus Lötzsch schilderte, wie die IHK zusammen mit vielen Partnern den Weg internationaler Fachkräfte ganz neu gedacht hat – nicht erst ab dem Moment, in dem jemand in Deutschland landet, sondern schon dort, wo die Reise beginnt: In Nairobi, wo Lötzsch und viele Partner im vergangenen Jahr zu Gast waren. Eine vor Ort durchgeführe Elebnisreise („Customer Journey“) hat gezeigt, wie viele einzelne Stationen und Anlaufstellen es im Rahmen der Migration nach Deutschland gibt – und wie wichtig es ist, dass Behörden, Kammern und Unternehmen an einem Strang ziehen. Aus dieser Analyse sind bereits konkrete Projekte entstanden, zum Beispiel eine gemeinsame digitale Anlaufstelle, klarere Ausbildungswege und – ganz frisch – das neue Work-and-Stay-Center Mittelfranken, das internationalen Fachkräften künftig den Start in der Region erleichtern soll.

"Grenzen müssen keine Grenzen für Chancen sein.“

Principal Secretary Roseline K. Njogu war danach für ihren Vortrag live aus Nairobi zugeschaltet. Sie machte klar, warum die Zusammenarbeit der Akteure so wichtig ist. Kenia sei ein extrem junges Land mit vielen gut ausgebildeten Talenten – und Deutschland brauche genau diese Fachkräfte. Migration sei kein Verlustgeschäft, bei dem das Auswanderungsland etwas verliere, sondern ein Kreislauf von Wissen, Erfahrungen und Chancen. Das deutsch‑kenianische Migrationsabkommen schaffe für stabile Rahmenbedingungen für diesen Kreislauf: Sprachkurse, faire Rekrutierung, Anerkennung von Qualifikationen und echte Unterstützung bei der Integration. Besonders am Herzen lag Frau Njogu die Rolle der kenianischen Diaspora: Menschen, die in Deutschland leben und die seit Jahren die ersten Ansprechpartner für Neuankömmlinge sind. Ohne sie, so Njogu, funktioniert nachhaltige Migration nicht.

In der anschließenden Diskussion wurde schnell klar, wo die größten Herausforderungen liegen – und wo das Potenzial steckt. Viel wurde über Kenias starke IT‑Kompetenz gesprochen, über den Sprachbarrieren-Frust, über deutsche Bürokratie und darüber, wie schwer es für viele ist, verlässliche Informationen zu finden. Mehrere Kenianerinnen und Kenianer, die Teil der Diaspora in Deutschland sind, meldeten sich eindrucksvoll mit ihren Geschichten zu Wort. Sie beschrieben, dass sie oft Tag und Nacht für Neuankömmlinge da sind. Ihr Wunsch: Endlich systematisch eingebunden werden – ob in Informationsketten, im neuen Work-and-Stay-Center Mittelfranken oder bei neuen Programmen, die in Deutschland und Kenia aufgebaut werden.

Auch die Unternehmerinnen und Unternehmer hatten konkrete Fragen: Gibt es genug junge Absolventen? Oder eher erfahrene Fachkräfte? Die Antwort aus Nairobi: sowohl als auch. Löar wirde auch: Es gibt enormes Potenzial für gezielte Fachkräfte-Pipelines – von Solarinstallateuren über Pflegekräfte bis hin zu IT‑Talenten. Erste Programme, gerade im Bereich Gastronomie und Hotellerie, laufen bereits erfolgreich.

Das IHK-Kammergespräch machte klar: Mittelfranken und Kenia schreiben hier tatsächlich gerade an einem neuen Kapitel. Und damit Migration wirklich gelingt, braucht es Politik, Wirtschaft – und ganz besonders die Menschen, die die Brücke zwischen beiden Ländern bilden.

Live-Mitschnitt des IHK-Kammergesprächs

Wir haben das Kammergespräch live aus dem Feuerbachsaal im Haus der Wirtschaft am Nürnberger Hauptmarkt übertragen. Den Mitschnitt des Livestreams finden Sie hier.

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