Internationale Fachkräfte: IHK bestärkt Kooperation mit Kenia
Delegation unterzeichnet in Nairobi Absichtserklärung für bessere Mobilität von Fachkräften
Nürnberg – Mittelfranken und Kenia vertiefen ihre Zusammenarbeit bei der Gewinnung und Integration internationaler Fachkräfte. Eine Delegation unter der Leitung von IHK-Präsident Dr. Armin Zitzmann hat dazu in Nairobi eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) unterzeichnet. Sie knüpft an eine bereits Anfang dieses Jahres getroffene Vereinbarung an und konkretisiert die weitere Zusammenarbeit. Bei der praktischen Umsetzung kommt der WoSta Work and Stay Center Mittelfranken gGmbH eine zentrale Rolle zu.
Vertreter der IHK Nürnberg für Mittelfranken, des Work and Stay Centers Mittelfranken, der Auslandshandelskammer für Ostafrika (AHK) und des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) unterzeichneten die Absichtserklärung gemeinsam mit dem State Department for Diaspora Affairs der kenianischen Regierung.
Das Memorandum legt die Rahmenbedingungen für die weitere Zusammenarbeit fest. Im Mittelpunkt stehen:
- Informationen zum Arbeitsmarkt sowie die Identifikation, Auswahl und Rekrutierung geeigneter Fachkräfte aus Kenia
- Vorbereitung auf die Ausreise nach Deutschland, etwa durch Kompetenzentwicklung, Sprachkurse und kulturelle Orientierung
- Anerkennung von Qualifikationen und Unterstützung im Migrationsprozess, etwa bei Visa und erforderlichen Dokumenten
- Integration in den deutschen Arbeitsmarkt sowie Unterstützung am Arbeitsplatz und beim Einleben
- Mitarbeiterbindung und berufliche Weiterentwicklung
„Mit dem neuen Abkommen schaffen wir eine weitere Grundlage für eine langfristige Partnerschaft zwischen Kenia und Mittelfranken“, sagt IHK-Präsident Dr. Armin Zitzmann. „Wir sind hier, um zuzuhören und voneinander zu lernen. Wir möchten die kenianische Perspektive besser verstehen und gemeinsam ausloten, wie wir eine nachhaltige Brücke zwischen Kenia und Mittelfranken bauen können – eine Brücke, die qualifizierten Fachkräften neue Perspektiven eröffnet und zugleich unsere Unternehmen bei der Fachkräftesicherung unterstützt.“
Die IHK wird Informationen zum Arbeitsmarkt und – gemeinsam mit der AHK Ostafrika – zu den Anforderungen an Arbeitskräfte aus Kenia bereitstellen. Zudem trifft sie eine Vorauswahl von Bewerbern und unterstützt bei der Vermittlung an deutsche Arbeitgeber sowie bei Vorstellungsgesprächen. Sie koordiniert den Austausch mit deutschen Behörden, um unter anderem die Anerkennung von Qualifikationen und die Visa-Verfahren zu erleichtern.
Eine zentrale Rolle bei der praktischen Umsetzung übernimmt die WoSta Work and Stay Center Mittelfranken gGmbH. Als regionale Anlauf- und Koordinierungsstelle begleitet sie internationale Fachkräfte und ihre Familien beim Ankommen und bei der Integration in Mittelfranken. Es bietet Orientierung und Unterstützung bei Behördengängen, erleichtert den Zugang zu Sprach- und Netzwerkangeboten und unterstützt Unternehmen bei Integrations- und Verwaltungsfragen. „Fachkräfte zu gewinnen, ist das eine. Entscheidend ist, dass sie in Mittelfranken gut ankommen und langfristig bleiben“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Lötzsch, zugleich Geschäftsführer der WoSta Work and Stay Center Mittelfranken gGmbH. „Genau dabei setzt das Work and Stay Center an: Wir unterstützen Fachkräfte und Unternehmen bei der Integration und schaffen gemeinsam die Voraussetzungen dafür, dass aus dem Ankommen ein dauerhaftes Bleiben wird.“
Grundlage der Zusammenarbeit ist das Migrationsabkommen, das die Republik Kenia und die Bundesrepublik Deutschland im Herbst 2024 geschlossen hatten. Seit dieser Zeit ist auch der Freistaat Bayern mit einer Repräsentanz in Nairobi vertreten. Das Büro wurde während einer Reise einer bayerischen Delegation nach Kenia und Tansania eröffnet. Bei dieser Gelegenheit führte IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Lötzsch erste Gespräche über eine verstärkte Zusammenarbeit bei der Fachkräfteeinwanderung. Seither wurden die Kontakte intensiviert. Dazu gehörte auch eine sogenannte „Customer Journey“, bei der die einzelnen Etappen der Einwanderung kenianischer Fachkräfte nach Deutschland analysiert und Verbesserungsvorschläge erarbeitet wurden.
Download von honorarfreien Pressefotos:
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(Fotos: IHK / Addis Mulugeta)
Bildunterschrift:
Bei der Unterzeichnung des Memorandum of Understanding (von links): Corinna Wicher (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge), IHK-Präsident Dr. Armin Zitzmann, Roseline Kathure Njogu (Staatssekretärin im State Department for Diaspora Affairs), Christian Engels (AHK Services Eastern Africa), IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Lötzsch und Bruno Backes (AHK Services Eastern Africa).
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Dr. Addis Mulugeta
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