Wirtschaft früher in Entscheidungen einbeziehen
IHK-Gremien aus Nürnberg, Fürth und Erlangen stärken die Zusammenarbeit für attraktive Standorte
Nürnberg - Wenn in einer Stadt über Mobilität, Innenstadt, Gewerbeflächen oder Verwaltung entschieden wird, ist die Wirtschaft direkt betroffen. Nicht immer wird sie jedoch früh genug eingebunden. Genau das wollen die regioalen IHK-Gremien Nürnberg, Fürth und Erlangen stärker in den Blick nehmen.
Auf Einladung des IHK-Gremiums Stadt Nürnberg trafen sich die Vorstände der drei Gremien sowie die Leitungen der jeweiligen IHK-Geschäftsstellen, um Erfahrungen auszutauschen und die Stimme der Wirtschaft in den Städten weiter zu stärken. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie wirtschaftliche Anliegen schneller, direkter und wirksamer in Politik und Verwaltung eingebracht werden können.
Der Zeitpunkt ist günstig: Nach den Kommunalwahlen beginnt in den Rathäusern eine neue politische Arbeitsphase. Stadträte, Fraktionen und Stadtspitzen stellen sich neu auf, Schwerpunkte werden gesetzt, Haushalte beraten, Entscheidungswege neu justiert. Für die IHK-Gremien ist das die Phase, in der wirtschaftliche Anliegen frühzeitig platziert werden müssen.
Denn die Stärke einer Stadt basiere maßgeblich auf der Leistungsfähigkeit ihrer Wirtschaft, so Thomas Förster, Vorsitzender des IHK-Gremiums Stadt Nürnberg. Allein in Nürnberg, Fürth und Erlangen belief sich die Gewerbesteuer im Jahr 2025 auf über 900 Millionen Euro. „Unternehmen schaffen Arbeitsplätze, sichern Einkommen, bilden aus, investieren vor Ort und bringen Kaufkraft in die Städte", so Förster. Deshalb sei es entscheidend, dass die Wirtschaft nicht erst gehört wird, wenn Entscheidungen bereits gefallen sind.
Das IHK-Gremium Stadt Nürnberg stellte sein Positions- und Innovationspapier vor. Darin hat es zentrale wirtschaftspolitische Schwerpunkte für den Standort Nürnberg gesetzt, darunter Mobilität, Gewerbeflächen, Innenstadtentwicklung, Bürokratieabbau und eine stärkere Berücksichtigung wirtschaftlicher Belange in kommunalen Entscheidungen. Das Gremium steht hierzu im Austausch mit der Stadtspitze um Oberbürgermeister Marcus König und Wirtschaftsreferentin Dr. Andrea Heilmaier.
Auf großes Interesse stieß ein Modell aus Fürth: der Wirtschaftsbeirat, der vor rund 40 Jahren gegründet wurde. Als vom Stadtrat eingerichteter Beirat bildet er eine feste Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Politik und Verwaltung. Er bringt wirtschaftliche Themen direkt in die kommunalpolitische Beratung ein und bündelt die Perspektiven von lokaler Wirtschaft, Handwerk und freien Berufen.
Erlangen brachte den Masterplan Wirtschaft ein. Das IHK-Gremium hatte ihn im vergangenen Jahr erarbeitet und vor der Kommunalwahl in die politische Diskussion eingebracht. Nun geht es darum, wirtschaftliche Anliegen dauerhaft sichtbar und wirksam zu verankern - unter anderem mit Blick auf den geplanten Wirtschafts- und Digitalisierungsbeirat.
Ein Thema verbindet alle drei Städte besonders: das Bemühen um eine lebendige Innenstadt. Einig waren sich die Gremien darin, dass Innenstadtentwicklung nicht allein als Handelsthema verstanden werden darf. Es geht um Aufenthaltsqualität, Gastronomie, Kultur, Dienstleistungen, Erreichbarkeit, Nutzungsmischung und um eine Verwaltung, die neue Ideen ermöglicht.
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Sabine Edenhofer
Leiterin KundenService | IHK-Geschäftsstelle Stadt Nürnberg
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Dr. Maike Müller-Klier
Leiterin der Geschäftsstelle Fürth
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Dipl.-Inf. (univ.) Knut Harmsen
Leiter der IHK-Geschäftsstelle Erlangen
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