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Resilient werden

22.09.2025
IHK N�rnberg - Dr. Armin Zitzmann
Dr. Armin Zitzmann

Ende Januar war Dr. Helena Melnikov, die Hauptgeschäftsführerin der DIHK zum IHK-Kammergespräch in Nürnberg zu Gast. Seit einem Jahr im Amt, hat sie ihre öffentlichen Auftritte so beschrieben: „Egal welche Rede ich vorbereitet hatte – ich konnte sie nie halten, denn schon am nächsten Tag war alles wieder veraltet.“

Mir geht es beim Schreiben dieses Textes ähnlich, denn es ist nicht sicher, ob das, was heute die Debatten dominiert, noch genauso gilt, wenn Sie das gedruckte Heft in der Hand halten. Wir erleben gerade, wie schnell sich Weltordnung in Welt-Unordnung verwandeln kann: Zollandrohungen, politische Verknüpfungen, neue Risiken auf Handelsrouten – und das alles in einer rasanten Taktzahl.

Die zentrale Frage lautet deshalb nicht mehr: Kommt die nächste Hiobsbotschaft? Sondern:

Wie robust ist unser Geschäftsmodell, wenn diese Hiobsbotschaft kommt?

Dr. Armin Zitzmann

Resilienz ist kein Modewort, sondern ein Wettbewerbsvorteil. Europa darf sich nicht auseinanderdividieren lassen. Genau darauf zielen Druckversuche von außen. Jetzt zählt Geschlossenheit.

Die gute Nachricht: Wir sind nicht ohne Alternativen. Erstens: der EU-Binnenmarkt – in Krisen oft stabiler als sein Ruf. Zweitens: neue Partnerschaften jenseits der USA. Nur: Die jüngste Abstimmung im Europäischen Parlament zum Mercosur-Abkommen zeigt, wie fragil die europäische Einheit in dieser Frage ist. Blockaden am Rand und nationale Interessen erschweren schnelle, klare Entscheidungen. Drittens: ein nüchterner Blick nach China – wichtiger Handelspartner, zugleich ein Markt, der professionelles Risikomanagement und belastbare Lieferketten verlangt. Und viertens: die Stärke der Region. Wenn globale Sicherheiten bröckeln, zählen funktionierende Netzwerke vor Ort umso mehr: Ausbildung, Innovation, verlässliche Verwaltung, schnelle Lösungen im Schulterschluss. Das gilt auch für Mittelfranken und das funktioniert hier oft besser als anderswo.

Genau deshalb richtet sich mein Blick auch auf die Kommunalwahl Anfang März. Kommunalpolitik ist keine Nebensache, sondern für Betriebe konkret: Sie beeinflusst Genehmigungszeiten, Flächenentwicklung, Verkehrsfragen und die Modernisierung der Verwaltung. Gehen Sie wählen und setzen Sie ein Zeichen für Vernunft, Verlässlichkeit und Zusammenarbeit in der politischen Mitte.

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